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Kommunikation außerhalb der Schule


Kommunikationsverhalten von Jugendlichen mit Migrationshintergrund außerhalb der Schule. Eine Analyse mit Fokus auf Zweitspracherwerb unter besonderer Berücksichtigung schulischer und beruflicher Perspektiven (Arbeitstitel)



Beteiligte Personen

Marie Horstmeier, M.A. (Promovendin)

Prof. Dr. Martina Rost-Roth (Erstbetreuerin)

Kurzbeschreibung

Kommunikationsverhalten von Jugendlichen mit Migrationshintergrund außerhalb der Schule ist bislang in Hinblick auf die Förderung von Zweitspracherwerb noch weitgehend unberücksichtigt. Förderung von Deutsch als Zweitsprache setzt vorwiegend im schulischen Bereich und flankierend an schulischen Angeboten an. In der vorliegenden Studie sollen über strukturierte Leitfadeninterviews mit narrativen Elementen Erkenntnisse über das Kommunikationsverhalten von Jugendlichen mit Migrationshintergrund außerhalb der Schule gewonnen werden. Die Befragungen zielen auch auf die Sprachpraxis und die eigene Einschätzung der Jugendlichen in Hinblick auf Mehrsprachigkeit, Sprachkompetenzen in Deutsch und die damit verbundenen Perspektiven auf weitere schulische und berufliche Bildung. Hieran anknüpfend sollen Möglichkeiten zum Ausbau des Potenzials für Sprachförderung eröffnet werden.

Ausführliche Projektbeschreibung

Fragestellung und Forschungsinteresse

Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund sind in Deutschland schulisch weniger erfolgreich als ihre autochtonen Altersgenossen. Eine der wichtigsten Voraussetzungen für die gleichberechtigte Teilnahme an der Gesellschaft ist somit nicht erfüllt. Unter den Faktoren, die darauf Einfluss haben, sind Sprachkompetenzen in der deutschen Sprache hervorzuheben.

Vor dem Hintergrund, dass Deutsch nicht nur in der Schule gelernt wird, setzt sich die Arbeit als Ziel, das Kommunikationsverhalten und die sprachliche Praxis von Jugendlichen mit Migrationshintergrund außerhalb der Schule zu erfassen. Des Weiteren soll die Bedeutung von Sprachkompetenzen für die schulische und berufliche Perspektive erläutert werden. Dabei wird insbesondere das Potenzial fokussiert, das in außerschulischen Aktivitäten hinsichtlich des Deutscherwerbs bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund steckt.

Im Mittelpunkt des Forschungsinteresses stehen die folgenden Fragen:

  • Wie gestaltet sich der Zusammenhang zwischen Freizeitaktivitäten und sprachlicher Kommunikation?
  • Gibt es einen Zusammenhang zwischen Freizeitaktivitäten und Sprachkompetenzen?
  • Welche Sicht haben die Jugendlichen auf ihre Sprachprobleme und Spracherwerbs- und Fördermöglichkeiten?
  • Welche Fördermöglichkeiten bieten sich anknüpfend an Freizeitaktivitäten für eine Sprachförderung im Bereich Deutsch als Zweitsprache?

Untersuchungsdesign

Die Studie legt den Fokus auf Jugendliche mit Migrationshintergrund in Hauptschulen. Es werden ca. 20 Jugendliche der siebten Jahrgangsstufe mit Migrationshintergrund hinsichtlich ihres Kommunikationsverhaltens in einem Leitfadeninterview mit narrativen Elementen befragt. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Selbstreflexion der Schüler bezüglich folgender Punkte:

  • Freizeitaktivitäten
  • Kommunikatives Verhalten außerhalb der Schule (Sprachkontakte, Medienrezeption und –nutzung)
  • Spracherwerb
  • Sprachförderung

Hierüber ist Aufschluss auch in Hinblick auf ‚Language Awareness‘ und hiermit verbundene Aspekte zu gewinnen, die für Zweitspracherwerb und Sprachförderung als zentral thematisiert, jedoch in Hinblick auf die genannte Zielgruppe noch nicht untersucht sind.

Die inhaltliche Analyse der Interviewdaten wird durch einen Test zur Erhebung der Deutschkompetenz ergänzt.

Erwarteter Ertrag des Vorhabens

Es wird vermutet, dass sich erhebliche Unterschiede in der Sprachpraxis zeigen werden. Weiterhin ist anzunehmen, dass Einschränkungen und Potenziale in Hinblick auf Kommunikation und Zweitspracherwerb aufgedeckt werden und dass sich daraus Ansätze zur Erweiterung und Nutzung des Potenzials ableiten lassen, die sowohl die Schule (insbesondere die Ganztagsschule) als auch das Elternhaus entlasten könnten.