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Multikulturelle Grundschule


Eltern und Lehrkräfte in der multikulturellen Schule. Eine Feldstudie in der Grundschule (Arbeitstitel)



Beteiligte Personen

Monika Lindner, Diplom-Pädagogin (Promovendin)

Prof. Dr. Leonie Herwartz-Emden (Erstbetreuerin)

Prof. Dr. Andreas Hartinger (Betreuer)

Dr. Josef Strasser

Kurzbeschreibung

Schulleistungsstudien wie PISA verweisen auf die anhaltende Bildungsungleichheit im deutschen Schulsystem und die schlechteren Chancen von Kindern und Jugendlichen aus Familien mit Migrationsgeschichte beim Zugang zu höheren Bildungs- und Qualifizierungswegen. Von politischer Seite wird eine Verbesserung der Beziehung zwischen Schule und Elternhaus, insbesondere mit Blick auf Familien mit Migrationsgeschichte, als Interventionsmaßnahme artikuliert. Der Forschungsstand zur Beziehung zwischen Elternhaus und Schule ist indessen lückenhaft. Wenige Studien machen einerseits deutlich, dass eine Zusammenarbeit von beiden Hauptakteuren als wichtig erachtet wird. Andererseits zeigen sie, dass Schule mit Elternarbeit in ihrer strukturellen Gestaltung nur bedingt eine Zusammenarbeit initiieren kann und sich aus der Perspektive von Eltern und Lehrkräften Hindernisse und Schwierigkeiten ergeben.

Dieses Dissertationsprojekt befasst sich mit der Beziehung zwischen Lehrkräften und Eltern, im Kontext einer multikulturellen Schule und der Frage, wie sich konkrete Kontaktsituationen zwischen Eltern und Lehrkräften gestalten.

Ausführliche Projektbeschreibung:

Aktueller Forschungsstand und theoretischer Hintergrund

In Deutschland wurde ein deutlicher Zusammenhang zwischen Bildungserfolg und Heterogenitätsmerkmalen, wie z.B. soziale Herkunft oder Migrationshintergrund festgestellt.  In diesem Zusammenhang wurde oftmals konstatiert, dass Migrantenkinder aus bildungsschwachen Familien zu den Benachteiligten im deutschen Bildungssystem zählen (Baumer et al. 2002; Häussermann & Kapphan, 2008). Sie erzielen im Vergleich zu deutschen Mitschülern/innen nicht nur schlechtere Schulleistungen, sondern erreichen auch seltener höhere Schulabschlüsse. Bildungsabschlüsse sind das Resultat einer Vielzahl an Investitionen, die im Laufe einer Schulkarriere getätigt werden (Kristen, 2007). In Deutschland spielt dabei die Familie als Unterstützungs- und Entscheidungsinstanz sowie familiale Ressourcen eine wichtige Rolle. Insbesondere unter dem Einfluss und den Anforderungen, die eine Migration mit sich bringt erfährt die Sozialstruktur einen Bedeutungszuwachs (Herwartz-Emden, 2000). Es wird angenommen, dass Familien mit Migrationsgeschichte auf eine unterschiedliche Ressourcenausstattung zurückgreifen. Vor allem Informationsressourcen, wie Wissen über Strukturen des Bildungssystems, sowie kulturelle Ressourcen und Bildungserfahrungen der Eltern können im Rahmen der Migration eine Bedeutungsveränderung erfahren (Esser, 1999).

Für die Implementierung einer systematischen begleitenden Bildungsberatung, die eine effiziente Maßnahme sein kann, um Eltern Perspektiven des jeweiligen Bildungssystems aufzuzeigen (Leschinsky & Cortina, 2005), sind gesicherte Forschungsergebnisse über die konkrete Kontaktgestaltung zwischen Eltern und Lehrkräften grundlegend.

Fragestellung

Von zentralem Interesse ist die Frage, wie konkrete Kontakte im Kontext einer multikulturellen Schule von Lehrkräften und Eltern gestaltet werden. Welche wechselseitigen Deutungsmuster von Lehrkräften und Eltern bestimmen dabei den Kontakt und inwieweit werden institutionelle Vorgaben und Kategorien übernommen oder zurückgewiesen bzw. wie rekonstruieren Eltern und Lehrlräfte sie?

Untersuchungsdesign und Methoden

Die Datensammlung erfolgt über Feldaufenthalte und teilnehmende Beobachtungen. Im Zentrum stehen unterschiedliche formelle und informelle Kontaktsituationen an denen sich Eltern und Lehrkräfte im Kontext einer Grundschule begegnen. Darüber hinaus finden narrative Inerviews mit Eltern und Lehrkräften statt sowie Aufzeichnungen von Lehrer-Eltern-Gesprächen. Dokumente und Materialien aus dem Schulalltag ergänzen den Datenkorpus. Die Auswertung erfolgt mittels der dokumentarischen Methode.

Erwarteter Ertrag des Promotionsvorhabens

Dieses Promitionsprojekt lässt Hinweise auf die konkrete Gestaltung von Konktaktsituationen, unter Berücksichtigung der Sicht von beteiligten Eltern (mit/ohne Migrationsgeschichte) und Lehrkräften, an Grundschulen erwarten.