Das Rätsel – über die gattungstypologische Betrachtung der ,einfachen Form’ hinaus – als eine hermeneutische Grundfigur zu betrachten, in der sich Probleme des Verstehens, der Lesbarkeit sowie des Dialogs poetisch kristallisieren und ihre paradoxale Struktur im Kippspiel von Verschleiern und Enthüllen offenbaren, ist Ziel des diachron angelegten Forschungsprojektes (Schwerpunkt: 19./20. Jhd.). In einer systematischen Reflexion mit integrierten literarischen Modellanalysen wird eine Kulturgeschichte des Rätsels zu drei Theoriekomplexen in Bezug gesetzt: a.) Rätsel und Anfang, b.) Rätsel und obscuritas (,dunkles Sprechen‘), c.) Rätsel und Antlitz. Die exemplarischen Einzelinterpretationen sollen die gattungsüberschreitende und zugleich gattungskonstituierende Erzählfunktion von Rätseln vorführen (Gattungspoetik und Rätsel) und die Frage nach der Wesens- oder Wahlverwandtschaft von ,Rätsel und Literatur‘ hin zu der von ,Rätsel und Literaturwissenschaft‘ transzendieren. (Stand: Nov. 2008)
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