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Projektübersicht


  • „Das positive Schweigen“– der Stellenwert der Mystik im lyrischen Werk von Ingeborg Bachmann

  • Italienische Sprachgeschichte

  • Vom Handwerk zur Industrie R. Kießling (Bayerische und Schwäbische Landesgeschichte)
    Für einen Zeitraum von zwei Jahren hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) dem Augburger Lehrstuhl für Bayerische und Schwäbische Landesgeschichte ab dem 1. Januar 2007 Mittel zur Bearbeitung des neu beantragten Projektes "Vom Handwerk zur Industrie - Wandlungsprozesse und Krisendiskurs im städtischen und ländlichen Textilgewerbe Augsburgs/Ostschwabens zwischen 1750 und 1850" bewilligt. Unter der Leitung des bisherigen Lehrstuhlinhabers Prof. Dr. Rolf Kießling wird das Projekt von Dr. Anke Sczesny bearbeitet werden. Als langjährige Mitarbeiterin am Institut für Europäische Kulturgeschichte der Universität Augsburg hat Sczesny bereits in ihrer Dissertation "Zwischen Kontinuität und Wandel. Ländliches Gewerbe und ländliche Gesellschaft im mittleren Ostschwaben des 17. und 18. Jahrhunderts" vertiefte Einblicke in das Textilgewerbe erarbeitet.

  • Digitale Lehre: Handschriften – Projekt A/B Prof. Dr. Freimut Löser (Deutsche Sprache und Literatur des Mittelalters)
    Das Projekt „Digitale Lehre: Handschrift“ zielt darauf ab, in einem hochschuldi- daktischen Rahmen auf textbezogener (Überlieferungsvarianzen) Ebene die Möglichkeit zu methodischem, nachhaltigem Arbeiten (selbstständig oder im Rahmen eines Seminars) zu garantieren. Auf diese Weise soll dank eines neu- artigen Lernprogramms der Blick für die Überlieferung einer bzw. mehrerer Handschriften in ihrer Gesamtheit geschult werden.

  • Grammatik des Frühneuhochdeutschen: Besondere Verben Dr. Helmut Graser (Deutsche Sprache und Literatur des Mittelalters)
    Nach langjährigen, immer wieder unterbrochenen Vorarbeiten ist Band V der „Grammatik des Frühneuhochdeutschen“, herausgegeben von Hugo Moser (†), Hugo Stopp (†) und Werner Besch im Carl Winter Verlag, Heidelberg, jetzt durch den Bearbeiter, Helmut Graser, in der Abschlussphase. Thema sind die „besonderen“ (d.h. nicht „starken“ oder „schwachen“) Verben: Präteritopräsentien (wissen, dürfen, sollen usw.), das Verb wollen, die Wurzelverben (sein, tun, gehen, stehen) sowie die kontrahierten Verben (hân ‘haben’ und lân ‘lassen’). Mit Band V wird die Darstellung der Flexionsmorphologie innerhalb der Grammatik des Frühneuhochdeutschen abgeschlossen. Materialgrundlage bilden umfangreiche Textexzerptionen und die möglichst umfassende Auswertung der einschlägigen Fachliteratur.

  • „Iweinhandschriften“ Dr. Helmut Graser (Deutsche Sprache und Literatur des Mittelalters)
    Die älteste, noch aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts stammende Handschrift des Îwein-Romans Hartmanns von Aue, die Gießener Handschrift B, hat der jüngsten erhalten gebliebenen Îwein-Handschrift, der Lindauer Handschrift u, als unmittelbare Vorlage gedient. Dies ist innerhalb der Textüberlieferung der mittelhochdeutschen höfischen Dichtung ein wohl einmaliger Fall. Handschrift u, in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts möglicherweise in Augsburg geschrieben, ist unediert und wurde von der germanistischen Forschung bisher nicht gebührend beachtet. Unter rezeptionsgeschichtlichem Aspekt ist sie besonders wichtig, denn die spezifische Überlieferungskonstellation erlaubt es, sozusagen unter Idealbedingungen zu studieren, wie ein frühneuhochdeutscher Abschreiber mit einem klassisch-mittelhochdeutschen Text umging. Dies wiederum macht eine fundierte Kritik der bekannten „zurückübersetzten“ Editionen mittelhochdeutscher Dichtungen möglich, die allein, z.B. im Ambraser Heldenbuch, in frühneuhochdeutscher Sprache überliefert sind. Die beiden Îwein-Handschriften B und u sollen deshalb in diplomatisch getreuer Edition einander synoptisch gegenübergestellt werden. Der Edition wird eine Handschriftenbeschreibung, eine sprachliche Untersuchung, ein Reimlexikon und ein Glossar beigegeben werden.

  • Sprachgeschichte Augsburgs und Ostschwabens Dr. Helmut Graser (Deutsche Sprache und Literatur des Mittelalters)
    Seit den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts wurden, zunächst unter der Leitung des damaligen Lehrstuhlinhabers Hugo Stopp, am Lehrstuhl für deutsche Sprache und Literatur des Mittelalters Sammlungen von Mikrofilmen und Textkopien aus den reichen Beständen der Augsburger Archive und Bibliotheken angelegt, die als Grundlage für Arbeiten zur Sprachgeschichte Augsburgs und Ostschwabens dienen sollten. Im Laufe der Zeit ist eine Reihe von Einzeluntersuchungen zu diesem Thema entstanden. In den letzten Jahren kam, in Zusammenarbeit mit der amerikanischen Sozialhistorikerin B. Ann Tlusty und dem Inhaber des Lehrstuhls für deutsche Sprachwissenschaft, Stefan Elspaß, der Aspekt der „Sprachgeschichte von unten“ hinzu: die Analyse bisher noch nie untersuchter Dokumente vom unteren Alphabetisierungsrand, u.a. Schmäh- und Spottlieder, Pasquille, Falsch- und Erpresserbriefe, Gesuche und Berichte einfacher Leute, Familienchroniken, Bestätigungsschreiben geheilter Patientinnen, Anträge auf Erlaubnis zum Besuch der umliegenden Dörfer („Zechzettel“), Anträge auf Gestellung eines Geleits beim Eintritt in die Stadt („Judengeleitzettel“). Ziel des Projekts ist eine Darstellung der Sozialgeschichte der geschriebenen Sprache Augsburgs und der Region vom Spätmittelalter bis zum Ausgang der Frühen Neuzeit.

  • Kommentierte Edition der Melodien zu den lateinischen Osterfeiern und -spielen des Mittelalters Prof. Dr. Johannes Janota (Deutsche Sprache und Literatur des Mittelalters)
    Die Textüberlieferung der lateinischen Osterfeiern und -spiele des Mittelalters, aus denen letztlich das volkssprachige geistliche Drama dieser Zeit hervorgegangen ist, läßt sich seit einiger Zeit anhand einer neunbändigen Ausgabe detailliert überblicken: Sie setzt in der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts im ost- und westfränkischen Gebiet ein und reicht mit etwa 850 bekannten Überlieferungszeugnissen bis ins 16., teilweise sogar bis ins 18. Jahrhundert. Zwi-schen Spanien und Skandinavien verbreitet, liegt ihr Schwerpunkt in Deutschland. Während des langen Zeitraums haben sich verschiedene Typen und Varianten dieser Feiern ausgebildet. Keinen verläßlichen Überblick gibt es dagegen über die mehr als 300 Melodien, obwohl sie ein substantieller Teil der lateinischen Osterfeiern und -spiele sind: Es fehlt sowohl eine um-fassende Edition wie eine differenzierte Kommentierung der Melodien. Sie sollen als Ergeb-nis des Projekts der Mittelalterforschung zur Verfügung gestellt werden. Insbesondere der hymnologische Nachlaß von Walther Lipphardt, der neben dem von Konrad Ameln durch Vermittlung des Projektverantwortlichen von der UB Augsburg erworben werden konnte, trägt dazu bei, das aufwendige Vorhaben in nur drei Jahren zu verwirklichen.

  • Sprache und Diskriminierung Prof. Dr. P. Maitz Prof. Dr. W. König (Deutsche Sprachwissenschaft)
    Menschen können nicht nur aufgrund ihrer Hautfarbe, ihrer Religion oder ihres Geschlechts, sondern durchaus auch aufgrund ihrer Sprache bzw. Sprach-varietät sozial benachteiligt werden. Liegt eine solche Benachteiligung vor, so haben wir es mit sprachlicher Diskriminierung zu tun. Ob bzw. inwieweit es in einer Gesellschaft zu sprachlicher Diskriminierung kommt und welche Sprechergruppen (z. B. Ausländer, Sprecher bestimmter regionaler Varietäten, Menschen mit "Sprachfehlern" etc.) in welchem Maße davon betroffen sind, ist vor allem von denjenigen sprachlichen Ideologien abhängig, die innerhalb der Gesellschaft verbreitet sind. Im Zentrum des Projekts stehen daher die sprachlichen Ideologien, die den Umgang mit sprachlicher Variation bzw. mit sprachlicher Vielfalt in den deutschsprachigen Ländern prägen. Diese sollen durch die kritische, qualitative Analyse von (a) öffentlichen, laienlinguistischen und (b) professionellen Metasprachdiskursen (journalistische Texte, Sprachratgeber, Stillehren, Lehrwerke, Lehrpläne) systematisch erfasst werden.

  • Lehr- und Arbeitslehrbuch Mittelhochdeutsch Dr. O. Ernst (Deutsche Sprachwissenschaft)
    Gemeinsames Projekt mit Dr. Klaus Vogelgsang, Akadem. Rat am Lehrstuhl für Deutsche Sprache und Literatur des Mittelalters der Universität Augsburg. Reihe UTB basics (Narr-Verlag) Die obligatorische Einführung ins Mittelhochdeutsche besitzt im Gefüge des Germanistikstudiums eine Doppelfunktion: Sie soll die Übersetzung und Interpretation von Texten der älteren Literatur vorbereiten und sie soll die sprachlichen Grundlagen für die Beschäftigung mit der Historiolinguistik innerhalb der Sprachwissenschaft legen. Das projektierte Lehrbuch zielt in seiner Anlage (grammatisch und textbezogen) auf beide Bereiche ab, statt die Bedürfnisse gegeneinander auszuspielen. Anstatt das Mittelhochdeutsche als eine Art Fremdsprache zu präsentieren, macht das Lehrbuch (im Gegensatz zu allen bisherigen) mit der Tatsache Ernst, dass das Mittelhochdeutsche eine Vorstufe des Neuhochdeutschen ist. Hieraus ergibt sich die konsequente Perspektive von der Gegenwartssprache aus – was dem Mittelhochdeutschen viel von seinem Schrecken nimmt und gleichzeitig das Bewusstsein für die historische Dimension unserer heutigen Sprache schafft. Dieses Prinzip gibt das primäre Kriterium für die Gewichtung und Reihung der zu besprechenden Phänomene ab: Die Darstellung ist nicht mit einer an Exhaustivität orientierten Präsentation von Details überladen, sondern bringt zunächst eine Darstellung der gegenwartssprachlich relevanten Aspekte. Eingebunden ist eine Heranführung an die eigenständige übersetzerische Arbeit mit mittelhochdeutschen Texten und an den Umgang mit den einschlägigen Hilfsmitteln. Auch diese Schule des Übersetzens erfolgt in didaktischer Progression und mit dem Anspruch, die Phänomene zu erklären statt einfach zum Auswendiglernen vorzusetzen. Übergeordnetes Ziel ist ein vertieftes Verständnis für das Phänomen Sprache – sei es in linguistischer oder literarischer Weiterführung.

  • Datenbank althochdeutsche Griffelglossen Dr. O. Ernst (Deutsche Sprachwissenschaft)
    Griffelglossen weisen bisweilen eine von der sonstigen Überlieferung des Althochdeutschen abweichende schriftliche Wiedergabe von Lauten auf, die in den Grammatiken – wenn überhaupt – meist nur als "mangelhafte" oder v. a. "in Glossen" zu findende Schreibungen erwähnt werden. Manche dieser seltsam "unpassenden" Graphien können allerdings auch anders als lediglich "glossenspezifisch" beurteilt werden. Das bislang untersuchte Material lässt in nicht seltenen Fällen erkennen, dass sich hinter vermeintlich fehlerhaften Schreibungen durchaus ernstzunehmende Bemühungen um eine lautlich adäquate Wiedergabe des tatsächlich gesprochenen "Althochdeutschen" in der Frühzeit der Verschriftlichung des Deutschen verbergen. Vor diesem Hintergrund erscheinen manche dieser Graphien auch als Reflexe von bis dato viel später zu erwartenden Lautwandelerscheinungen, die sich eben im Glossenmaterial (v.a. bei Griffelglossen) bereits zu früherer Zeit manifestieren. Da es sich bei Griffelglossen in der Regel um originale sprachliche Äußerungen aus der Frühzeit des Deutschen handelt, stellen sie eine wertvolle Quelle für unsere Kenntnis der Grammatik der ältesten überlieferten Sprachstufe des Deutschen und die sprachhistorische Forschung insgesamt dar, da hier darüber hinaus auch Phänomene gesprochener (Alltags-)Sprache aufscheinen, auf die wir in diesen frühen Überlieferungsschichten ansonsten kaum Zugriff haben. Um solche Hinweise auf einer breiteren empirischen Basis zu prüfen, ist es wichtig, einen schnellen Zugriff auf das entsprechende Vergleichsmaterial, also andere Glosseneditionen, zu haben, die bislang nur verstreut in Einzeluntersuchungen vorliegen. Mit Hilfe einer Datenbank können alle bislang edierten und untersuchten Griffelglossen samt ihrer Überlieferungsdaten (Handschriften, Lokalisierung, Datierung) erfasst und und im Hinblick auf Fragestellungen einer zukünftig zu schaffenden "Grammatik der Griffelglossenüberlieferung" abgefragt werden.

  • Glossierung des Clm 6293 Dr. O. Ernst (Deutsche Sprachwissenschaft)
    Das Projekt verfolgt das Ziel einer kompletten Neuedition dieser wichtigen Glossierung sowie die eingehende sprachlich-funktionale Analyse des Wortmaterials. Die Arbeit am Projekt ist bereits abgeschlossen. Die Edition und Untersuchug wird derzeit für die Veröffentlichung vorbereitet. Die Griffelglossen des Clm 6293 gehören zur ältesten und umfangreichsten originalen Glossenüberlieferung zu Gregors Dialogen und wurden daher auch bereits zweimal ediert: einmal als Glossenliste von Herbert D. Merrit (1934) und erneut mit Korrekturen und grammatischem Kommentar von W. Schulte im Rahmen einer die gesamte Dialogglossenüberlieferung erfassenden Studie aus dem Jahr 1993. Da das Material zwar ediert vorliegt, aber bislang noch nicht eingehender sprachlich untersucht wurde, bestand zunächst der Plan, die Glossen auf der Basis der Edition Schultes bezüglich einer phonologisch-graphematischen und funktionalen Analyse im Rahmen meines Disstertionsprojektes zur Freisinger Griffelglossenüberlieferung zu behandeln. Die hierzu angestellten mehrfachen Autopsien der Handschrift machten allerdings schnell deutlich, dass die Edition von Schulte bezüglich einzelner Lesungen korrigiert werden muss und dass bei einer eingehenden Autopsie der gesamten Handschrift mit einer großen Zahl an Neufunden zu rechnen war. Zudem machte die textorientierte Ausrichtung der Arbeit Schultes ohnehin eine erneute Autopsie des Clm 6293 notwendig, da dem Clm 6293 neben den Dialogen auch weitere kurze Texte beigebunden sind, deren (allerdings nur sporadische) Glossierung weder bei Schulte noch in der Erstedition H. D. Meritts aus dem Jahr 1934 erwähnt ist. Die in der Folge angestellten Autopsien erbrachten die (angesichts der bereits zweimaligen Edition) erstaunliche Zahl von etwa 80 Neufunden, so dass bei der Glossierung des Clm 6293 nicht wie bisher mit 176 sondern mit etwa 250 althochdeutschen Glossen zu rechnen ist. Zwei Aspekte machen hier die Glossierung des Clm 6293 zu etwas Besonderem: 1. Der Clm 6293 weist nach derzeitigem Kenntnisstand die dichteste direkte Werktextglossierung der Dialoge Gregors auf. Die quantitativ am nächsten folgende Handschrift erscheint dagegen mit nur 35 Glossen eher sporadisch glossiert. 2. Die Eintragungstechnik mit dem Griffel lässt originären Sprachstand erwarten. Die Glossierung zeigt, soweit dies bisher zu sehen ist, einen frühen Sprachstand und weist auch aufgrund der Entstehungszeit der Handschrift noch in die Zeit um die Wende des 8./9. Jahrhunderts; so steht die Handschrift quantitativ betrachtet im Gesamtkorpus der Freisinger Griffelglossenhandschriften an zweiter Stelle und würde, wenn sich der frühe Sprachstand bestätigt, zu den am dichtesten glossierten Texthandschriften der frühen Zeit des Althochdeutschen überhaupt gehören. Dies macht den Clm 6293 nicht nur als eigenständige Textglossierung, sondern auch im Zusammenhang mit Quellenstudien zur reichen (bairischen) Glossarüberlieferung der Dialogglossen interessant.

  • EU-Projekt "Régard croisés sur la priemère guerre mondiale" (Didaktik der Geschichte )