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Projektübersicht


  • Zorn und Zornkontrolle im antiken Judentum und frühen Christentum. Prof. Dr. Petra von Gemünden (Evangelische Theologie mit Schwerpunkt Biblische Theologie)
    In der antiken Affektpsychologie spielte der Zorn eine herausragende Rolle. Man fragte sich: Gibt es einen gerechten Zorn oder ist Zorn per se negativ zu werten? Woher kommt der Zorn? Von außen oder aus dem Inneren des Menschen? Wie äußert er sich? Welche Folgen hat er? Wie geht man mit dem Zorn um – mit dem eigenen und auch dem fremden, dem man selbst ausgesetzt ist oder bei anderen beobachtet? Wie begrenzt man (destruktiven) Zorn?
    Welche individuellen und sozialpsychologischen Voraussetzungen, Mechanismen und Konsequenzen werden in der Antike beschrieben? Lassen sich gender-, gruppen-, schicht- und milieuspezifische Unterschiede ausmachen? Welche Rolle spielen religiöse Überzeugungen und Bewältigungsmechanismen bei der Deutung und dem Umgang mit dem Zorn?
    Das Projekt versteht sich als Beitrag zur „Historischen Psychologie“. Ausgehend von antiken hellenistisch-jüdischen und frühchristlichen Texten sucht es die dort zum Ausdruck kommenden antiken psychologischen Vorstellungen zu erfassen, ohne vorschnell moderne Ideen in die damalige Zeit zurückzuprojizieren. Die sehr differenzierten antiken Wahrnehmungen und Bewältigungsformen des Zorns können auch für uns heute eine Anregung sein.

  • NAKIF: Neue Anforderungen an Kompetenzen erfahrungsgeleiteten Arbeitens und selbstgesteuerten Lernens bei industriellen Fachkräften Prof. Dr. Fritz Böhle (Sozioökonomie der Arbeits- und Berufswelt)
    Ziel des Vorhabens ist die Förderung eines selbstgesteuerten und erfahrungsgeleiteten Lernens im Arbeitsprozess. Ausgangspunkt dafür ist die These, dass in dynamischen Unternehmensorganisationen insbesondere die Fähigkeit zu erfahrungsgeleitetem Arbeiten und selbstgesteuertem Lernen für industrielle Fachkräfte von zunehmender Bedeutung sein wird. Im Rahmen des Vorhabens werden innovative Formen des Personaleinsatzes und der Arbeitsorganisation wie auch des Einsatzes von Technik entwickelt, die ein selbstgesteuertes, erfahrungsgeleitetes Lernen gezielt ermöglichen und fördern. Diese Formen des Lernens sind in der Praxis nicht nur notwendig, um das Fachwissen an ständig neue Anforderungen anzupassen, sondern sind auch eine wichtige Voraussetzung um zusätzlich neue Kompetenzen zu erwerben, die schlagwortartig als IuK-Kompetenz, Prozesskompetenz, Organisations- und Managementkompetenz sowie Kooperations- und Kommunikationskompetenz bezeichnet werden können.

  • MAP: Multimedia Arbeitsplatz der Zukunft Prof. Dr. Fritz Böhle (Sozioökonomie der Arbeits- und Berufswelt)
    Im Projekt werden neuartige Konzepte und ein Basissystem für zukünftige mobile, multimediale Arbeitsplätze entwickelt. Dadurch kann die zunehmende Mobilität am Arbeitsplatz nachhaltig unterstützt und der Nutzer bei Routinetätigkeiten entlastet werden. Ziel ist es, Kriterien zur nutzerorientierten Gestaltung von Multimedia-Technologien zu definieren und deren Auswirkungen und ihre Akzeptanz in der Praxis zu überprüfen. Im Mittelpunkt steht dabei der Einsatz von Multimedia-Technologien im Rahmen von Kommunikations- und Koordinationsaufgaben. Aufgezeigt werden soll insbesondere die Rolle erfahrungsgeleiteten Arbeitens bei der Bewältigung von Kommunikations- und Koordinationsaufgaben und daraus resultierende Anforderungen an den Einsatz und die Gestaltung von Multimedia-Technologien.

  • Intakt: Interaktionsarbeit als zukunftsweisender Ansatz zur qualitätsorientierten Organisation von Dienstleistungsprozessen Prof. Dr. Fritz Böhle (Sozioökonomie der Arbeits- und Berufswelt)
    Im Verbundvorhaben geht es um die Entwicklung neuer arbeitswissenschaftlicher Konzepte und methodologischer Grundlagen zur Analyse personenbezogener Dienstleistungsarbeit verbunden mit einer modellhaften (praktischen) Entwicklung und Erprobung neuer Konzepte der Arbeitsorganisation. Personenbezogene Dienstleistungen spielten – im Gegensatz zu ihrer faktischen Verbreitung – in der Auseinandersetzung um die „Zukunft der Arbeit“ in der Vergangenheit keine besondere Rolle. Entsprechend fehlen auch wissenschaftliche wie praktische Konzepte der Arbeitsanalyse und Arbeitsgestaltung, die den Besonderheiten personenbezogener Dienstleistungen – im Unterschied zu industrieller Produktions- und Verwaltungsarbeit – systematisch Rechnung tragen. Dies betrifft insbesondere den Tatbestand der „immateriellen Natur“ ihrer Ergebnisse und der „Interaktionen mit Menschen“ als wesentlicher Bestandteil und Inhalt der Arbeit. Daraus ergibt sich unter anderem als Besonderheit, dass personenbezogene Dienstleistungen nur unter gleichzeitiger Anwesenheit von Produzent und Konsument hergestellt werden („Uno-Actu-Prinzip“ und „Ko-Produktion“). Vor diesem Hintergrund ist es Ziel des Vorhabens, ein wissenschaftliches Konzept zur Analyse von „Interaktionsarbeit“ auszuarbeiten und hierauf bezogen Konzepte für die arbeits- und betriebsorganisatorische Gestaltung von „Interaktionsarbeit“ zu entwickeln und praktisch zu erproben. Aufgabe und Ziel des Teilprojekts des Extraordinariats für Sozioökonomie der Arbeits- und Berufswelt ist es, das im Rahmen anderer Arbeitsbereiche entwickelte Konzept des „subjektivierenden Arbeitshandelns“ systematisch für den Bereich personenbezogener Dienstleistungen weiterzuentwickeln und hinsichtlich unterschiedlicher Praxisfelder auszuarbeiten. Im Mittelpunkt stehen dabei (1) der Umgang mit begrenzt planbaren und kontrollierbaren Arbeitsanforderungen, (2) die Wahrnehmung und Interpretation von Informationen, die sich nicht exakt definieren und objektivieren lassen sowie (3) das dialogisch interaktive Vorgehen bei der Durchführung einzelner Arbeiten.