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Projektübersicht


  • Hybride Wissensregime: Zur Verflüssigung der Grenze zwischen Wissenschaft und Gesellschaft

  • Ökonomisierung des Wissens?

  • Familienbiographien

  • Whitehead-Forschungsgruppe Augsburg:Zeit und Kosmologie

  • Integrunt: Die Integration von unten - Eine neue Herausforderung für die industrielle Produktion Prof. Dr. Fritz Böhle (Sozioökonomie der Arbeits- und Berufswelt)
    In dynamischen und flexiblen Unternehmen erweist sich die Dezentralisierung der Planung als nicht ausreichend: Notwendig sind vor allem Abstimmungen in laufenden Prozessen, die von der eigentlichen Arbeit nicht getrennt sondern unmittelbar mit ihr verbunden sind. Im Zentrum des Konzepts der Integration von unten steht die Koordinierung in laufenden Prozessen sowie das Wechselspiel zwischen einer Koordinierung in Gremien etc. und der informellen Koordinierung in der alltäglichen Arbeit. Die Integration von unten kann nur optimal stattfinden, wenn betriebliche Organisation, Veränderung formeller Strukturen, Kompetenzen der Mitarbeiter und Erfahrungstransfer (Mentoring), Managementstrategien, Informatisierung und Promotoren/ Monitoring so gestaltet sind, dass sie das Zusammenspiel von zentralen und dezentralen Strukturen mit besonderem Augenmerk auf das Wechselspiel von formellen und informellen Strukturen unterstützen. Im Vorhaben werden in diesen sechs Gestaltungsfeldern die Voraussetzungen für eine Koordination von unten entwickelt.

  • Biologisierung des Sozialen oder neue Biosozialität? Prof. Dr. Christoph Lau ()
    In der dritten Projektphase (2005-2009) soll das Augenmerk auf die Entgrenzung alltagsnaher und alltagsrelevanter Natur-Gesellschafts-Unterscheidungen in Handlungsbereichen wie Gesundheit, Körperverhältnis oder Erziehung gerichtet werden, die in deutlich geringerem Maße von den stabilisierenden Grenzziehungsaktivitäten institutioneller Akteure geprägt sind. Unser Interesse gilt dabei - unter wissens-, herrschafts- und ungleichheitssoziologischen Aspekten - den Formen und Prozessen der diskursiven wie technisch-materialen Engrenzung von Unterscheidungen wie krank/gesund, Heilung/Verbesserung, natürlich/künstlich, Geist/Körper sowie den sich in Wechselwirkung damit herausbildenden sozialen Praktiken und Deutungsmustern. In vier exemplarischen Fallstudien sollen die unterschiedlichen Entgrenzungsdynamiken der Medikalisierung, der Entgrenzung von Therapie, der Entzeitlichung von Krankheit sowie der Perfektionierung und Transformation der menschlichen Natur analysiert werden. Fragen wollen wir hierbei insbesondere danach, inwieweit sich am Horizont einer möglichen 'Biologisierung des Sozialen' neuartige Formen von Herrschaft und sozialer Ungleichheit herausbilden, etwa indem sich Normen des 'perfekten' Körpers, der unbegrenzten Leistungsfähigkeit und des 'unauffälligen' Verhaltens oder auch Mechanismen der genetischen Diskriminierung durchsetzen. Zu untersuchen ist aber gleichzeitig, ob sich gegenläufig dazu Chancen für eine neue 'Biosozialität' (Paul Rabinow) eröffnen, d. h. für die Bildung von sozialen Gemeinschaften (bspw. Patientenorganisationen) und die kollektive Artikulation von Interessen auf der Grundlage einer kulturell reflektierten und gestalteten Natur. Abschließend werden die Ergebnisse aller drei Forschungsphasen im Hinblick auf die Frage, wie reflexiv gewordene moderne Gesellschaften in verschiedenen Feldern und auf unterschiedlichen Handlungsebenen auf die offenbar irreversible Erosion eindeutiger Natur-Gesellschafts-Abgrenzungen reagieren, gesellschaftstheoretisch integriert und systematisiert.

  • Teilprojekt B6 - SFB 536: Grenzen der Individualisierung in Paarbeziehungen Prof. Dr. Werner Schneider (Ko-Projektleitung) (Soziologie mit Berücksichtigung der Sozialkunde)
    Teilprojekt B6 „Gemeinsam leben, getrennt wirtschaften? Grenzen der Individualisierung in Paarbeziehungen“ des SFB 536 „Reflexive Modernisierung“; finanziert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), dem Wissenschaftszentrum für Sozialforschung Berlin (WZB) und dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) Nürnberg.

    Das Projekt untersuchte von 1999 bis 2009 die Geldarrangements von Paaren, um so Aufschluss über die geschlechtsspezifischen Macht- und Ungleichheitsmuster im privaten Beziehungsalltag unter den aktuellen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zu erhalten.
    Folgende Fragen standen im Vordergrund der Untersuchung: Inwiefern wirkt das eigene, selbst verdiente Geld – insbesondere von Frauen – in Paarbeziehungen als ‘Individualisierungsmotor’? Wie verändern sich dadurch Ungleichheitsverhältnisse zwischen den Lebenspartnern und wo zeichnen sich die Grenzen von Individualisierung in Paarbeziehungen ab?
    Der Schwerpunkt der dritten und letzten Forschungsphase (2005-2009) lag dabei einerseits auf der makrosoziologisch-quantifizierenden Erweiterung der bisherigen qualitativen mikrosoziologischen Analysen sowie andererseits auf der Frage, welche Zusammenhänge sich zwischen den Geldarrangements von Paaren in verschiedenen Bevölkerungsgruppen und dem aktuellen Wandel des Sozialstaats erkennen lassen.

    Die als qualitatives Panel von 2000 bis 2007 und als teilstandardisierte Paaruntersuchung in 2007/2008 konzipierte Studie wurde in Kooperation mit dem WZB, dem IAB Nürnberg sowie unter Mitwirkung von INFAS Institut für angewandte Sozialforschung Bonn durchgeführt.

  • DFG-Projekt »Christliche Friedensethik« Prof. Dr. Bernd Oberdorfer (Evangelische Theologie mit Schwerpunkt Systematische Theologie und theologische Gegenwartsfragen)
    Kurzdarstellung Die geopolitischen Veränderungen seit dem Ende des „kalten Krieges“ stellen auch die friedensethische Diskussion in den christlichen Kirchen vor ganz neue Herausforderungen, be-sonders seit den Terroranschlägen vom 11.9.2001 und dem danach ausgerufenen „war on ter-ror“. In Frage steht, ob die im Zuge der wechselseitigen atomaren Bedrohung politisch-militärischer „Blöcke“ entwickelten friedensethischen Konzepte (insbesondere die Ablehnung der Lehre vom „gerechten Krieg“) noch leistungsfähig sind angesichts innerstaatlicher ethnischer Konflikte und global auftretenden nichtstaatlichen Terrors. Das DFG-finanzierte Projekt untersuchte kirchliche Stellungnahmen und Entwicklungen der wissenschaftlich-theologischen Diskussion zu diesem Fragenkomplex. Schwerpunktmäßig wurden die Diskursverläufe in den deutschen protestantischen Kirchen dokumentiert und im ökumenischen und internationalen Vergleich (vor allem zwischen protestantischen und katholischen bzw. zwischen deutschen und US-amerikanischen Stellungnahmen) profiliert. Dabei wurden Kontinuität und Veränderung in den Äußerungen seit 2001 herausgearbeitet. In der Endphase konnte noch die im Oktober 2007 veröffentlichte neue Friedensdenkschrift der EKD („Aus Gottes Frieden leben – für gerechten Frieden sorgen“) einbezogen werden.

  • Politikformulierung durch Expertengremien Prof. Dr. Rainer-Olaf Schultze (Politikwissenschaft)
    Das Projekt umfasst drei mittlerweile abgeschlossene Dissertationsvorhaben, die sich vergleichend mit der Rolle politikberatender Institutionen bei der Formulierung, Gestaltung und Implementation von Politiken in ausgewählten Politikfeldern (u.a. Immigrations-, Gesundheits-, und Telekommunikationspolitik) befasst haben. Untersucht wurden hier vor allem die Bedingungen, unter denen politikberatende Institutionen in der Lage sind, die Reformfähigkeit zu verbessern. Zu diesem Projektbereich zugehörig ist ferner die für den Bertelsmann Reform Index 2007 beigesteuerte Expertise zu Kanada. Bereits erschienen:
    „Politikwandel durch Politikberatung? Die kanadische Royal Commission on Aboriginal Peoples und die Unabhängige Kommission "Zuwanderung" im Vergleich“ (Tanja Zinterer)
    „Gesundheitspolitik und Politikberatung. Eine vergleichende Analyse deutscher und kanadischer Erfahrungen“ (Falko Brede)

    „Unabhängige Regulierungsbehörden und Politikwandel. Eine Fallstudie am Beispiel der Canadian Radio-Television and Telecommunication Commission“ i.E. (Dagmar Eberle)
    „Bertelsmann Reform Index (2007)“, Expertise Kanada (Prof. Dr. Rainer-Olaf Schultze)

  • Beiträge zur psychologischen Erforschung des frühen Christentums Prof. Dr. Petra von Gemünden (Evangelische Theologie mit Schwerpunkt Biblische Theologie)
    Das Urchristentum ist nicht nur Niederschlag objektiver sozialer Strukturen, sondern besteht in subjektiven Sinndeutungen mit Hilfe vorgegebener Muster des Verhaltens und Erlebens. Die Erforschung dieser subjektiven Seite des Urchristentums ist Aufgabe einer „Psychologie des frühen Christentums“. Im Rahmen dieses Projekts sollen grundlegende Erfahrungen (Berufungserlebnisse, Diskriminierung, Leid, Tod, u.a.), das religiöse Denken und Sprechen, sowie das Ethos (Neid, Freude, Gewissen) der ersten Christen untersucht werden.

  • Kreativität im Kunstunterricht der Grundschule Kooperationspartner für den Bereich Bildende Kunst: Prof. Dr. Constanze Kirchner (Kunstpädagogik)
    Die Untersuchung fragt unter Kontrolle des sozialen Hintergrunds nach den Eingangsvoraussetzungen und den Leistungs- und Persönlichkeitsentwicklungen der Kinder. Als Fächer werden Deutsch, Mathematik und Bildende Kunst einbezogen. In einer kombinierten Querschnitt - und Längsschnittstudie werden Fördererfolge an Grundschulen evaluiert. Mit dabei sind die so genannten BIP Kreativitätsschulen, deren pädagogische Schwerpunkte in den Bereichen Begabung, Intelligenz und Persönlichkeit (BIP) liegen. Da Merkmale auf Klassenebene (Klassenzusammensetzung, Qualität des Unterrichts, Lehrerexpertise, u. a.) als die stärksten schulischen Einflussgrößen für Schulerfolg gelten, wird in drei unterrichtsfachspezifischen Videostudien analysiert, ob sich auch auf der Mikroebene der Lehr- und Lernprozesse Unterschiede zwischen Kontroll- und Experimentalklassen nachweisen lassen. Ein Segment in dem Forschungsprojekt ist die Analyse der Qualität des Kunstunterrichts, für die eine Kooperation mit Prof. Dr. Constanze Kirchner (Universität Augsburg) und Prof. Dr. Georg Peez (Universität Frankfurt am Main) besteht. Nähere Informationen zur Grundschulstudie PERLE unter http://www.frank-lipowsky.de/forschung/projekt-perle/

    Ausgewählte Veröffentlichungen:

    Berner, Nicole E.; Faust, Gabriele; Lipowsky, Frank (2010): Kunstunterricht in der empirischen Bildungsforschung. "Kunst & Kreativität" im Forschungsprojekt PERLE. In: BDK-Mitteilungen 46 (3), S. 8–10.

    Berner, N. E., Kirchner, C., Peez, G. & Faust, G. (2013). Die Videostudie im Fach Kunst: Joan Miró – Bildbetrachtung und plastisches Gestalten. In F. Lipowsky, G. Faust & K. Karst (Hrsg.), Dokumentation der Erhebungsinstrumente des Projekts "Persönlichkeits- und Lernentwicklung von Grundschulkindern" (PERLE) - Teil 3. Technischer Bericht zu den Videostudien (Materialien zur Bildungsforschung, 23/3). Frankfurt am Main: Gesellschaft zur Förderung Pädagogischer Forschung (GFPF).

    Lipowsky, F., Faust, G. & Kastens, C. (Hrsg.). (2013). Persönlichkeits- und Lernentwicklung an staatlichen und privaten Grundschulen. Ergebnisse der PERLE-Studie zu den ersten beiden Schuljahren. Münster: Waxmann.

    Schmidt, R., Lotz, M. & Berner, N. E. (2013). Die Kodierung von Rezeptionsphasen im Kunstunterricht. In F. Lipowsky, G. Faust & K. Karst (Hrsg.), Dokumentation der Erhebungsinstrumente des Projekts "Persönlichkeits- und Lernentwicklung von Grundschulkindern" (PERLE) - Teil 3. Technischer Bericht zu den Videostudien (Materialien zur Bildungsforschung, 23/3). Frankfurt am Main: Gesellschaft zur Förderung Pädagogischer Forschung (GFPF).

  • Das Projekt „Intel® Lehren für die Zukunft – online trainieren und gemeinsam lernen“ – Evaluation und Qualitätsentwicklung Prof. Dr. Gabi Reinmann (Medienpädagogik)
    • Ein kompetenter Umgang mit den neuen Medien ist für Lehrende und Lernende in der Schule gleichermaßen ein „Muss“. Der Einsatz der neuen Medien in der Lehrerfortbildung – in Form von E-Learning und Blended Leraning – ist dann nur eine logische Konsequenz.
    • Nach der weltweiten Fortbildungsinitiative „Intel® Lehren für die Zukunft“ wird nun mit dem Aufbaukurs „Intel® Lehren für die Zukunft – online trainieren und gemeinsam lernen“ der Erfolg fortgesetzt (Internet: http://aufbaukurs.intel-lehren...).
    • Zugrunde liegt ein Blended-Learning-Konzept, in dem kooperative Präsenz- und Online-Phasen kombiniert werden. Zentral ist eine Lernplattform, die Anregung, Unterstützung und Austauschmöglichkeit für die Unterrichtsplanung bietet. Zusätzlich stehen ein Software-Paket und ein Handbuch zur Verfügung.
    • Ziele des Aufbaukurses sind: a) Stärkung von Methoden- und Medienkompetenz der Lehrenden. b) Förderung des Einsatzes offener Lernformen im Unterricht einschließlich Individualisierung und Differenzierung. c) Kooperatives Lernen, Aufbau von Teamfähigkeiten und Anpassung von Unterrichtsbeispielen an den eigenen Unterricht. d) Unterstützung von Schulentwicklungsprozessen.

  • Sexualität und Religion Prof. Dr. G. Lämmermann (Evangelische Theologie mit Schwerpunkt Religionspädagogik und Didaktik des Religionsunterrichts)
    In Vorbereitung befindet sich eine zweite Phase mit zwei Schwerpunkten: erstens die differente Darstellung des Sexuellen in den großen Weltreligionen und zweitens die psychischen Folgen von Sexualfeindlichkeit und deren Therapie. Das Projekt steht im Zusammenhang des Forschungsschwerpunks des Instituts für Evangelische Theologie an der Universität Augsburg „Kulturbedeutung des Protestantismus“.

  • Kirchliche Publizistik Prof. Dr. G. Lämmermann (Evangelische Theologie mit Schwerpunkt Religionspädagogik und Didaktik des Religionsunterrichts)
    Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts hatte die kirchliche Predigt nicht nur eine kirchliche, sondern eine allgemeine kulturelle und politische Funktion als öffentliche Rede. Durch die Säkularisierung und Entkirchlichung der Gesellschaft einerseits und durch die Verbreitung der Massenkommunikation andererseits reduzierten sich die öffentlichen Einflussnahmen der Kirche durch dieses Medium drastisch. Zunächst im Hörfunk, dann im Fernsehen wurden deshalb religiöse Sendungen etabliert. Seit 1994 ist das Wort zum Sonntag zum Inbegriff religiöser Kommunikation vor allen Dingen im Fernsehen geworden. Bis 1999 imitierte die Sendung weitgehend das Vorbild der klassischen Predigt. Erst seit 1999 wurde eine neue Form und - das wäre zu untersuchen - neue Inhalte gesucht.