* Individualisierungsprozesse beeinflussen das soziale Leben der Menschen in hoch entwickelten Gesellschaften. Während sich die Lebensformen pluralisieren, haben sich die Lebensläufe der Menschen flexibilisiert. Dies zeigt sich vor allem im Zusammenhang von Bildungsprozessen und Erwerbsarbeit. Das Schlagwort vom lebenslangen Lernen (Lifelong Learning) ist allgegenwärtig, das Lernen ist zur Daueraufgabe geworden. Dies geht einher mit der programmatischen Forderung nach der Selbststeuerung von Lernprozessen Erwachsener.
* Computergestützte Lernarrangements in der Weiterbildung sollen die Heterogenität von Bildungs-, -Berufs- und Lebensbiografien in besonderem Maße berücksichtigen. Wichtig sind dabei Kommunikation, Interaktion und Feedback von Tutoren und anderen Lernenden. Feedbackmaßnahmen sind dabei auch Instrument zur Unterstützung individualisierten Lernens Mit vielfältigen Funktionen.Feedback hat das Potenzial für einen individuellen und effizienten Wissenserwerb in computergestützten Lernumgebungen.
* Diese Problemstellung greift das Dissertationsvorhaben im Feld anhand eines konkreten Weiterbildungsangebotes auf und entwickelt anhand theoretischer und praktischer Bezugslinien ein Modell, mit dessen Hilfe Handlungsentscheidungen zur Ausgestaltung individualisierter Weiterbildungsszenarien gefunden werden sollen.
LMS übernehmen in Bildungsinstitutionen vielfältige Funktionen. Diese reichen von der Bereitstellung und Weiterverarbeitung von Lehrmaterialien über eine individuelle Prüfung des Lernfortschritts bis zur Verwaltung von Lernenden und einzelnen Kursen. Content Managemant System (CMS) sind nicht Gegenstand von LMSNews: Nur Systeme, die ausdrücklich als LMS konzipiert und entwickelt worden sind werden auf LMSNews thematisiert. CMS mit LMS-Anteilen (die etwa durch Plugins integriert werden können) bleiben ebenfalls außen vor. Alle LMS auf LMSNews.com sind grundsätzlich Open-Source (siehe http://www.opensource.org/), zumindest aber kostenlos nutzbar und liegen in einer deutschen Version vor.
* Demographische Untersuchungen zeigen Veränderungen in der Altersverteilung, die darauf hinweisen, dass in den nächsten Jahren große Teile der momentanen Wissens- und Erfahrungsträger aus Altersgründen Unternehmen verlassen. Neben altersbedingten Wissensverlusten sind Unternehmen bei Merger- und Acquisition-Prozessen, aber auch infolge eines zunehmend aggressiveren Recruiting mit dem Leaving Experts-Problem konfrontiert.
* Mit dem Weggang von Leaving Experts geht dem Unternehmen langjährig erworbenes fachspezifisches Wissen verloren, was große Wissenslücken hinterlassen kann. Folglich müssen Leaving Experts identifizieren, deren Wissen transparent gemacht und für das ≥Unternehmensgedächtnis„ aufgearbeitet sowie für relevante Zielgruppen zur Verfügung gestellt werden oder mit ihren Kompetenzen weiterhin ans Unternehmen gebunden werden.
* Notwendig werden hier das theoretische und praktische Zusammenwirken von Kompetenz- und Wissensmanagement sowie die Entwicklung von Konzepten und Methoden, die auch die Mikroebene berücksichtigen (z.B. Zusammenspiel von Leaving Expert, Nachfolger, Führungskraft, Umsetzung von individuellem, impliziten in explizites Wissen etc.).
* In den vergangenen Jahren gab es verschiedenste Wissensmanagement-Initiativen. Einige waren erfolgreich, viele jedoch haben die Erwartungen nicht erfüllt. Die Ursachen hierfür sind vielschichtig und reichen von Problemen der bereitgestellten Infrastruktur über Kompetenz-defizite einzelner Mitarbeiter hin zu strukturellen Barrieren, die eine einfache Weitergabe von Wissen verhindern.
* Ein zentraler Grund für die Schwierigkeiten von Wissensmanagement in größeren Organisationen dürfte jedoch generell in einer zentralistischen Herangehensweise liegen. In diesen Initiativen findet sich der einzelne Mitarbeiter häufig nicht wieder.
* In den letzten Jahren drängen aus dem Umfeld Internet neue Software-Werkzeuge in die Unternehmen, denen das Potenzial zur Lösung des beschriebenen Dilemmas zugeschrieben wird. Noch undifferenzierte Schlagworte wie "Web 2.0" und "Social Software" skizzieren diese Entwicklungen.