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Projektübersicht


  • Teletutoring in der Lehrerbildung Prof. Dr. Gabi Reinmann (Medienpädagogik)
    • Die Weiterbildung von Lehrkräften ist für Lehrerinnen und Lehrer aller Schulformen in Bayern eine dienstrechtliche Verpflichtung. Die Weiterblidungen sollen berufsbezogen stattfinden und neben fachlichen auch pädagogische Inhalte vertiefen.
    • In Zukunft sollen Lehrkräfte nicht nur durch Präsenzveranstaltungen, sondern auch durch Live E-Learning Seminare weitergebildet werden.
    • Die Leitung eines solchen Live E-Learning Seminars übernehmen sog. „Teletutoren“. Teletutoren sind speziell qualifizierte Lehrende, die Wissen vermitteln und die Lernenden während eines Live E-Learnings unterstützen.
    • Die Ausbildung von Lehrkräften zu Teletutoren ist Ziel des Projektes „Teletutoring in der Lehrerbildung“.
    • Durchgeführt werden diese Fortbildungen zum Teletutor von der Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung in Dillingen in einem „Virtuellen Klassenzimmer“.
    • In Virtuellen Klassenzimmern befinden sich die Lernenden und der Lehrende zeitgleich an verschiedenen Orten. Die Kommunikation verläuft ohne Zeitverzögerung über das Internet. Virtuelle Klassenzimmer sind somit online-basierte Umgebungen für synchrone Lernprozesse.

  • Einsatz von Weblogtechnologien in der Hochschullehre Prof. Dr. Gabi Reinmann (Medienpädagogik)
    • Menschen zu einem selbstgesteuerten und selbstorganisierten Lernen zu befähigen, wird seit Jahren als wichtiges pädagogisches Ziel beschrieben. In Zukunft müssen Menschen instruktionale Funktionen (Bedarfsbestimmung, Auswahl von Materialien etc.) zunehmend selbst übernehmen können, wenn sie den beruflichen und lebenspraktischen Anforderungen des 21. Jahrhunderts gewachsen sein wollen. Daher gilt es, die dazu erforderlichen Kompetenzen zu unterstützen.
    • Die zunehmende Verfügbarkeit von Web-Technologien in Bildungsinstitutionen, Haushalten und Arbeitsumgebungen schafft neue Möglichkeiten, selbstorganisiertes Lernen strukturell zu unterstützen sowie Werkzeuge und Handlungsmuster zu etablieren, die über verschiedene Lebensbereiche hinweg einsetzbar sind.
    • Selbstorganisierte Lernprojekte zeichnen sich besonders dadurch aus, dass ihre Prozessverläufe schwer vorhersehbar sind, sich Ziele und Strategien ändern und Erwartungen angepasst werden müssen.
    • Während im herkömmlichen Instruktionsdesign versucht wird, Lernprozesse möglichst vollständig zu antizipieren und zu modellieren, braucht man für die Unterstützung neue methodische und technologische Ideen.
    • In diesem Zusammenhang sind dynamische "personal Webpublishing" und "Weblogging" Systeme eine vielversprechende Technologie für ein "Learning Environment Design", das den besonderen Anforderungen selbstorganisierter Lernprozesse begegnen kann.

  • Entwicklung eines didaktisch kohärenten Blended Learning-Arrangements für die Mikrosystemtechnik Prof. Dr. Gabi Reinmann (Medienpädagogik)
    • Das Projekt ist Teil des gemeinsamen Dissertations-/Kooperationspojekts von Carolin Dehne und Frederic Adler: "Interdisziplinäre Entwicklung und Umsetzung eines Blended-Learning Konzepts und einer wissensbasierten Spielsoftware für Studierende der Mikrosystemtechnik".
    • Der Erfolg eines medialen Lernangebots ist maßgeblich von der Passung und der didaktischen Einbettung in den Nutzungskontext abhängig. Entscheidend hierfür sind u.a. die Lernziele, das Themengebiet und die Zielgruppe.
    • Ziel der mediendidaktischen Konzeption ist die Entwicklung eines kohärenten Didaktikmodells für ein Blended Learning-Arrangement. Dabei werden verschiedene lehr-/lerntheoretische Ansätze einbezogen: Für die unterschiedlichen Aspekte des komplexen Gegenstands werden behavioristische, kognitivistische und konstruktivistische Ansätze herangezogen.
    • Ein tragendes Element der kohärenten Didaktik in diesem Projekt, ist die Integration des neueren Game-based Learning-Ansatzes. Dieser Ansatz beschäftigt sich mit dem Nutzen von Computerspielen in Bezug auf Lernen und den emotional-motivationalen Anforderungen an Lerninhalte. Mit diesem speziellen Bereich des Blended Learning Modells befasst sich die Arbeit von Frederic Adler.
    • In die didaktische Einbettung des Blended Learning Arrangements sollen auch die Möglichkeiten einer Förderung von überfachlichen Kompetenzen bei Absolventen aus ingenieurstechnischen Bereichen berücksichtigt werden.

  • Psychologische und ökonomische Wirkungen der Individualisierung Prof. Dr. Gabi Reinmann (Medienpädagogik)

    * Individualisierungsprozesse beeinflussen das soziale Leben der Menschen in hoch entwickelten Gesellschaften. Während sich die Lebensformen pluralisieren, haben sich die Lebensläufe der Menschen flexibilisiert. Dies zeigt sich vor allem im Zusammenhang von Bildungsprozessen und Erwerbsarbeit. Das Schlagwort vom lebenslangen Lernen (Lifelong Learning) ist allgegenwärtig, das Lernen ist zur Daueraufgabe geworden. Dies geht einher mit der programmatischen Forderung nach der Selbststeuerung von Lernprozessen Erwachsener.

    * Computergestützte Lernarrangements in der Weiterbildung sollen die Heterogenität von Bildungs-, -Berufs- und Lebensbiografien in besonderem Maße berücksichtigen. Wichtig sind dabei Kommunikation, Interaktion und Feedback von Tutoren und anderen Lernenden. Feedbackmaßnahmen sind dabei auch Instrument zur Unterstützung individualisierten Lernens Mit vielfältigen Funktionen.Feedback hat das Potenzial für einen individuellen und effizienten Wissenserwerb in computergestützten Lernumgebungen.

    * Diese Problemstellung greift das Dissertationsvorhaben im Feld anhand eines konkreten Weiterbildungsangebotes auf und entwickelt anhand theoretischer und praktischer Bezugslinien ein Modell, mit dessen Hilfe Handlungsentscheidungen zur Ausgestaltung individualisierter Weiterbildungsszenarien gefunden werden sollen.

  • LMSNews Prof. Dr. Gabi Reinmann (Medienpädagogik)

    LMS übernehmen in Bildungsinstitutionen vielfältige Funktionen. Diese reichen von der Bereitstellung und Weiterverarbeitung von Lehrmaterialien über eine individuelle Prüfung des Lernfortschritts bis zur Verwaltung von Lernenden und einzelnen Kursen. Content Managemant System (CMS) sind nicht Gegenstand von LMSNews: Nur Systeme, die ausdrücklich als LMS konzipiert und entwickelt worden sind werden auf LMSNews thematisiert. CMS mit LMS-Anteilen (die etwa durch Plugins integriert werden können) bleiben ebenfalls außen vor. Alle LMS auf LMSNews.com sind grundsätzlich Open-Source (siehe http://www.opensource.org/), zumindest aber kostenlos nutzbar und liegen in einer deutschen Version vor.

  • Leaving Experts Prof. Dr. Gabi Reinmann (Medienpädagogik)

    * Demographische Untersuchungen zeigen Veränderungen in der Altersverteilung, die darauf hinweisen, dass in den nächsten Jahren große Teile der momentanen Wissens- und Erfahrungsträger aus Altersgründen Unternehmen verlassen. Neben altersbedingten Wissensverlusten sind Unternehmen bei Merger- und Acquisition-Prozessen, aber auch infolge eines zunehmend aggressiveren Recruiting mit dem Leaving Experts-Problem konfrontiert.

    * Mit dem Weggang von Leaving Experts geht dem Unternehmen langjährig erworbenes fachspezifisches Wissen verloren, was große Wissenslücken hinterlassen kann. Folglich müssen Leaving Experts identifizieren, deren Wissen transparent gemacht und für das ≥Unternehmensgedächtnis„ aufgearbeitet sowie für relevante Zielgruppen zur Verfügung gestellt werden oder mit ihren Kompetenzen weiterhin ans Unternehmen gebunden werden.

    * Notwendig werden hier das theoretische und praktische Zusammenwirken von Kompetenz- und Wissensmanagement sowie die Entwicklung von Konzepten und Methoden, die auch die Mikroebene berücksichtigen (z.B. Zusammenspiel von Leaving Expert, Nachfolger, Führungskraft, Umsetzung von individuellem, impliziten in explizites Wissen etc.).

  • Persönliche Weblogs für verteiltes Wissensmanagement Prof. Dr. Gabi Reinmann (Medienpädagogik)

    * In den vergangenen Jahren gab es verschiedenste Wissensmanagement-Initiativen. Einige waren erfolgreich, viele jedoch haben die Erwartungen nicht erfüllt. Die Ursachen hierfür sind vielschichtig und reichen von Problemen der bereitgestellten Infrastruktur über Kompetenz-defizite einzelner Mitarbeiter hin zu strukturellen Barrieren, die eine einfache Weitergabe von Wissen verhindern.

    * Ein zentraler Grund für die Schwierigkeiten von Wissensmanagement in größeren Organisationen dürfte jedoch generell in einer zentralistischen Herangehensweise liegen. In diesen Initiativen findet sich der einzelne Mitarbeiter häufig nicht wieder.

    * In den letzten Jahren drängen aus dem Umfeld Internet neue Software-Werkzeuge in die Unternehmen, denen das Potenzial zur Lösung des beschriebenen Dilemmas zugeschrieben wird. Noch undifferenzierte Schlagworte wie "Web 2.0" und "Social Software" skizzieren diese Entwicklungen.

  • Explorative Datenanalyse - Interaktiv lernen Prof. Dr. Gabi Reinmann (Medienpädagogik)
    • Die explorative Datenanalyse findet ein immer größeres Anwendungsfeld in allen Bereichen der Wissenschaft. Die Auswertung empirischer Daten ist eine Schlüsselqualifikation die Mathematiker, Naturwissenschaftler, Ingenieure, Sozial- und Wirtschaftswissenschaftler während ihres Studiums oder bei den ersten Forschungsprojekten mühevoll erlernen müssen.
    • Statistische Fragestellungen werden oft als unübersichtlich und schwierig empfunden. Für viele ist die Analyse von Daten ein abstrakter Vorgang, der nach festgefügten Regeln ohne konstruktive und explorative Elemente verläuft. Statistische Verfahren werden rein mechanisch angewandt, ohne jeden intuitiven Zugang zum Sachverhalt. Dies führt dazu dass die Datenanalyse kein kreatives Konstruieren ist, an dessen Ende interpretierbare sachgerechte und aussagekräftige statistische Modelle stehen.
    • Moderne mathematische Zugänge zur Datenanalyse, wie z.B. die interaktive statistische Grafik werden kaum verwendet. So fehlen vielen Wissenschaftlern die zentralen Werkzeuge, um ihre Datensätze qualitativ beurteilen zu können. Unterstützt von sachlogischen Überlegungen ist es durch die explorative Datenanalyse möglich auch unbekannte Zusammenhänge in den Daten zu finden und auf Probleme bei der Datenerhebung und der Qualität der Daten aufmerksam zu werden. Durch das mechanische Vorgehen bei der Auswertung von Daten kommt es oft zu groben Fehlinterpretationen, da dem Nutzer die Übersetzungsregeln aus der Wirklichkeit in den Datensatz – und damit in die Sprache der Mathematik – nicht bewusst sind. Die Interpretation einer statistischen Auswertung ist nichts anderes, als die Rückübersetzung aus der Sprache der Mathematik in die Wirklichkeit. Diese kann also nur korrekt sein, wenn die Übersetzungsregeln von Anfang an klar und bewusst sind.
    • Beim Erlernen der explorativen Datenanalyse hat sich als zentral herausgestellt, dass es für den Lernenden ungemein wichtig ist, selbst mit den Werkzeugen der Datenanalyse und mit realen Datensätzen umzugehen und diese in ihrem realen Umfeld zu interpretieren. Didaktisch aufgearbeitete Datensätze, denen ein Bezug zu einem realen Problem fehlt, sind nicht geeignet um die Prinzipien der explorativen Datenanalyse schlüssig darzustellen und zu einem wirklichen Verstehen beim Lernenden zu führen. Um reale Datensätze bearbeiten zu können ist es unabdingbar, interaktive statistische Grafik auf reale Datensätze anzuwenden. In diesem Zusammenhang bedeutet Interaktivität nicht nur eine menügesteuerte Nutzerführung, sondern eine unmittelbare Abhängigkeit (dynamische Verknüpfung) zwischen den einzelnen Anwendungsfenstern. Das heißt eine Veränderung in einem Fenster hat direkte Auswirkungen auf die anderen Fenster. Vorhandene Handbücher, Tutorials, Hilfefunktionen der Programme oder statischer Frontalunterricht können diese Interaktivität für den Lernenden nur schwer und unzureichend darstellen und erklären.
    • Da das Hauptarbeitsmedium bei der explorativen Datenanalyse der Rechner und interaktive Software sind, liegt es nahe kongruente E-Learning- Konzepte bei der Vermittlung der Datenanalyse zu verwenden. Bei der Interpretation schwieriger Datensätze hat sich gezeigt, dass kooperatives Arbeiten mit anderen Mathematikern wichtig ist, um Datensätze vollständig auszuwerten und interpretieren zu können. Daher erscheint es naheliegend auch im Bereich des Lernens kooperative didaktische Konzepte zum Erlernen der Datenanalyse zu verwenden. Auch für diesen Aspekt erscheint E-Learning geeignet zu sein, da es möglich ist sich über Foren, Wikis, Videokonferenz usw. auszutauschen und kooperativ an einem Problem zu arbeiten. In der praktischen Arbeit mit Lernenden tritt oft das Problem auf, dass die Vorstellungen, die aus der Schulmathematik mitgebracht werden ungeeignet sind das Gerüst für neue Lerninhalte zu bilden. Um das Lerngerüst neu zu justieren könnte das Verwenden von Analogien nützlich sein. Auch hier bietet E-Learning Perspektiven analoge Strukturen, Elementen aus der Datenanalyse klar zuzuordnen und so einen Mehrwert für den Lernenden zu schaffen.
    • Aus den vorgenannten Punkten entstand die Idee eine E-Learning/ Blended-Learning-Plattform zum Erlernen der explorativen Datenanalyse zu erstellen, die sich an Novizen (Studenten, Anfänger) und Experten (Wissenschaftler) wendet.

  • Onlinebarometer: Von der Evaluation zur emotionalen Kompetenzförderung Prof. Dr. Gabi Reinmann (Medienpädagogik)
    • Emotionen spielen im wissenschaftlichen Diskurs und in der Praxis des Lernens eine eher untergeordnete Rolle. Gerade beim Thema E-Learning ist der Umgang mit lernrelevanten Emotionen von hoher Bedeutung, um z.B. drop-out Raten klein zu halten.
    • Vor diesem Hintergrund bemüht man sich in aktuellen E-Learning-Projekten an der Universität Zürich und Augsburg, prozessbezogene Informationen von Studierenden mit Hilfe von sog. Stimmungs- oder Onlinebarometern einzuholen, um die Qualität der Lernumgebungen zu sichern bzw. weiterzuentwickeln.
    • Einen neuen Akzent setzt die Professur für Medienpädagogik (Universität Augsburg), indem sie die Funktion der Selbstdiagnose von Emotionen ins Zentrum rückt. Dabei geht es primär darum, dass Studierende lernen, mit den eigenen Emotionen - auch den negativen - konstruktiv umzugehen.

  • Die Inhalte von Erzählkompetenz bei Erwachsenen Prof. Dr. Gabi Reinmann (Medienpädagogik)
    • Der Begriff "Erzählen" ist im deutschsprachigen Raum mit großen definitorischen Freiheitsgraden versehen. Selbst in der Referenzliteratur sind Inkonsistenzen zu Form und Inhalt mündlichen Erzählens aufzufinden.
    • Im Vergleich zu anderen Kunstformen findet sich für das freie, mündliche Erzählen keine Didaktik die über einen deskriptiven Anspruch hinausgeht. Im Gegensatz zu anderen Kunstformen musste das freie, mündliche Erzählen auch den unwiederbringlichen Verlust aller bekannten mündlichen Traditionslinien verkraften.
    • Geringes Bewusstsein: Sieht man von Präsentations- und Rhetoriktrainings ab, so ist erzählerisches Sprechen als eigenwertiges sprachliches Handeln dem medienkonsumierenden Menschen meist kaum bewusst.
    • Erzählen erfreut sich wieder Beliebtheit: Der Zulauf dessen sich Erzähler und Erzählveranstaltungen neuerdings erfreuen, erweckt den Anschein, dass sich Menschen wieder nach Mündlichkeit und persönlicher Ansprache in Form von Geschichten sehnen. Ist dies eine Renaissance, eine Mode, eine Gegenbewegung zur Medialisierung oder vielmehr eine Weiterentwicklung erzählerischer Mündlichkeit?
    • Anforderungen in der Grundschule: Der aktuell gültige Lehrplan für die bayerische Grundschule von Juli 2000 sieht erstmals für alle Jahrgangsstufen -Einander erzählen und einander zuhören- als pädagogisches Leitthema im Rahmen des Deutschunterrichts zur sprachlichen Bildung vor. Pädagogen sind auf diese Anforderung nur dürftig vorbereitet.

  • E-Learning in der Ärztefortbildung Prof. Dr. Gabi Reinmann (Medienpädagogik)
    • Aufgrund des Fortschritts in der Medizin und des Fortschritts in der Informations- und Kommunikationstechnologie wird der Qualifizierungsbedarf seitens der Ärzteschaft in den nächsten Jahren enorm ansteigen. Zusätzlich wird sich zukünftig ein stark verändertes Patientenbild zeigen, welches vor allem durch den demographischen Wandel ausgelöst werden wird. Folglich müssen sich Ärzte neuen beruflichen Bedingungen anpassen und qualifizieren.
    • Gesundheitspolitisch wurde auf den Qualifizierungsbedarf mit einer gesetzlichen Regelung (Fortbildungspflicht für Ärzte) für Ärztefortbildung reagiert. Auf der anderen Seite findet Ärztefortbildung seit jeher freiwillig statt und ist als moralische Pflicht bereits in der Medizinethik und der Zulassung zur Ausübung des Arztberufes verankert.
    • In letzter Zeit werden neue Medien zu Lernzwecken (E-Learning) in der Ärztefortbildung verstärkt eingesetzt. Die jüngst eingeführten gesetzlichen Regelungen schufen günstige Rahmenbedingungen für das Aufkommen von didaktisch und lernpsychologisch eher simplen E-Learning-Lösungen in Form von Web-Based-Trainings (WBT), welche in der Ärztefortbildung derzeit durch den Begriff Online-CME (Continuing Medical Education) geprägt sind.
    • Im Gegensatz dazu gibt es in der Ärztefortbildung innovative E-Learning Projekte in Form von Online-Communities, die die Lösung gemeinschaftlicher medizinischer Probleme unterstützen. Ärzte berichten häufig vom fehlenden Kontakt zu Gleichgesinnten und der begrenzten Möglichkeit, regelmäßig an Präsenzveranstaltungen teilzunehmen. Online-Communities als informelle, arbeitsplatznahe und selbstorganisierte Lernformen könnten hierfür ein neuer Lösungsweg sein.
    • Das Projekt befasst sich mit den Gegenpolen Fortbildungspflicht und Fortbildungswille sowie dem Vergleich von formalen und informellen Lernprozessen.

  • Individualisierung im Blended Learning Prof. Dr. Gabi Reinmann (Medienpädagogik)
    • Individualisierungsprozesse beeinflussen das soziale Leben der Menschen in hoch entwickelten Gesellschaften. Während sich die Lebensformen pluralisieren, haben sich die Lebensläufe der Menschen flexibilisiert. Dies zeigt sich vor allem im Zusammenhang von Bildungsprozessen und Erwerbsarbeit. Das Schlagwort vom lebenslangen Lernen (Lifelong Learning) ist allgegenwärtig, das Lernen ist zur Daueraufgabe geworden. Dies geht einher mit der programmatischen Forderung nach der Selbststeuerung von Lernprozessen Erwachsener.
    • Computergestützte Lernarrangements in der Weiterbildung sollen die Heterogenität von Bildungs-, -Berufs- und Lebensbiografien in besonderem Maße berücksichtigen. Wichtig sind dabei Kommunikation, Interaktion und Feedback von Tutoren und anderen Lernenden. Feedbackmaßnahmen sind dabei auch Instrument zur Unterstützung individualisierten Lernens Mit vielfältigen Funktionen.Feedback hat das Potenzial für einen individuellen und effizienten Wissenserwerb in computergestützten Lernumgebungen.
    • Diese Problemstellung greift das Dissertationsvorhaben im Feld anhand eines konkreten Weiterbildungsangebotes auf und entwickelt anhand theoretischer und praktischer Bezugslinien ein Modell, mit dessen Hilfe Handlungsentscheidungen zur Ausgestaltung individualisierter Weiterbildungsszenarien gefunden werden sollen.

  • Wissensmanagement und Wissensqualität Prof. Dr. Gabi Reinmann (Medienpädagogik)
    • In vielen Branchen und insbesondere in der Automobilindustrie werden die Erwartungen von Kunden an die Produkte immer anspruchsvoller. Ziel vieler Unternehmen ist es daher, die Kundenwünsche zu erfassen und diese bereits in einer sehr frühen Phase die Produktentwicklung einfließen zu lassen.
    • Typisch für die Automobilindustrie (und darüber hinaus) ist es, dass es eine Vielzahl an Informationsquellen von und über den Kunden gibt. Die Art und Weise, in der dieses Wissen vorliegt, sind jedoch sehr divergent. Es gibt z.B. wörtliche Kundenrückmeldungen aus dem Kundencenter und quantitative Befragungen anhand von Fragebogenstudien über die Produktzufriedenheit. Hier wird bereits deutlich, dass die Daten eine unterschiedliche Informationstiefe aufweisen und daraus resultierend ergibt sich die Leitfrage: Wie ist dieses Wissen über und vom Kunden für Entscheidungen innerhalb der Produktentwicklung zu bewerten und im Folgenden zu gewichten? Haben quantitative Daten aus den Kundenstudien aufgrund ihrer Repräsentativität automatisch eine höhere Priorität innerhalb der Entscheidungsfindung? Welchen (wichtigen) Beitrag können und müssen qualitative Daten zur Entscheidungsbegründung leisten?
    • Diese praxisbezogene Problemstellung greift das Dissertationsvorhaben (im Feld anhand eines konkreten Beispiels) auf und möchte anhand theoretischer wie praktischer Bezugslinien ein Vorgehensmodell entwickeln, wie in diesem Spannungsfeld der Wissensqualitäten eine soliden Handlungsentscheidung gefunden werden kann.

  • Projekt i-literacy Prof. Dr. Gabi Reinmann (Medienpädagogik)
    Ziel des Projekts "i-literacy" ist es, dass Studierende während ihres Studiums umfassende Fähigkeiten zur kompetenten Nutzung von Internet und digitalen Medien zum wissenschaftlichen Arbeiten entwickeln.

  • eELV: Emotionsinstrument mit Innovationspotential Prof. Dr. Gabi Reinmann (Medienpädagogik)
    Zentrales Ziel ist es, das dem Instrument ELV inhärente Potential für innovative Lehr- und Lernprozessgestaltung zu nutzen. Dazu müssen Umsetzungsvorhaben mit hohem Anreizcharakter s zur Verwendung des Instrumentes sowohl von Seiten der Lehrenden als auch Lernenden konzipiert werden.

  • Konstruktivistische Bibeldidaktik Prof. Dr. G. Lämmermann (Evangelische Theologie mit Schwerpunkt Religionspädagogik und Didaktik des Religionsunterrichts)
    Unter der Selbstbezeichnung ‚systemisch-konstruktivistisch‘ wird seit mehr als zehn Jahren in der allgemein-didaktischen Diskussion ein neuer Ansatz vertreten, der allmählich auch in der Religionsdidaktik rezipiert wird. Dabei fasziniert und beängstigt dieser Entwurf einer systemisch-konstruktivistischen Didaktik und Pädagogik die Religionsdidaktikerinnen. Befürworter sehen in ihnen die Chance, die Religionspädagogik an neuer bildungspolitische und kulturelle Entwicklungen anzupassen und den Herausforderungen der Ära nach den Pisa-Studien begegnen zu können. Einer konstruktivistisch orientierten Religionsdidaktik geht es ganz wesentlich darum, Schüler(innen) zu aktivieren, Lebenswelt und -geschichte zu integrieren, Lernprozesse zu individualisieren und Kommunikationsfähigkeit zu stärken. Die religionspädagogische Kritik am didaktischen Konstruktivismus wartet demgegenüber mit der These von der prinzipiellen Unvereinbarkeit von Religion und Konstruktivismus auf. Das Projekt untersucht, ob und inwieweit der Entwurf einer systemisch-konstruktivistischen Didaktik und Pädagogik mit einer konstruktiv-kritische Religionsdidaktik kompatibel ist und welche Impulse sich vor allem für eine Bibeldidaktik ergibt, die nicht primär vom Text, sondern konstitutiv vom Subjekt ausgeht.

  • Bildungsstandards und Kompetenzen im Religionsunterrichts Prof. Dr. G. Lämmermann (Evangelische Theologie mit Schwerpunkt Religionspädagogik und Didaktik des Religionsunterrichts)
    Die Begriffe Bildungsstandards und Kompetenzen bestimmen zurzeit die didaktische Diskussion. Im Bezug auf den Religionsunterricht werden etwa Fachkompetenz oder religiöse oder soziale oder personale und eben auch methodische Kompetenzen gefordert.
    Das Projekt untersucht, welche Interessen hinter diesem "Kompetenzgerede" stecken könnten; welches Bild von Lehrerinnen und Lehrer dabei impliziert ist; ob und inwieweit nicht die Curriculumtheorie reaktiviert wird; ob und inwieweit sich diese Vorstellungen mit dem Bildungsgedanken vertragen und was speziell "theologische Kompetenz" für die Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrer bedeuten könnte.

  • Perspektiven einer evangelischen Religionspädagogik Prof. Dr. G. Lämmermann (Evangelische Theologie mit Schwerpunkt Religionspädagogik und Didaktik des Religionsunterrichts)
    Das Projekt geht der Frage nach, was eine Religionspädagogik der Zukunft zu leisten habe und welches ihre prägenden Handlungsfelder sein werden.

  • KES-MI: Künstlerisch, Erfahrungsgeleitet, Spielerisch – Management des Informellen zur Förderung innovativer Arbeit Prof. Dr. Fritz Böhle (Sozioökonomie der Arbeits- und Berufswelt)
    Innovationen sind in hohem Maße durch komplexe, neuartige, unbestimmte und unter Unsicherheit ablaufende Prozesse bestimmt. Das Management von Innovation richtet sich bisher vor allem darauf, diese Offenheit und Unbestimmtheit in systematisch ablaufende und kontrollierbare Prozesse zu transformieren und Innovationen von den normalen Arbeitsabläufen zu trennen. Im Mittelpunkt dieses Vorhabens stehen demgegenüber Strategien des Managements und Konzepte der Organisations-, Personal- und Kompetenzentwicklung, die Unbestimmtheiten und Offenheit von Innovationen nicht nur zuzulassen, sondern gezielt als Potenzial zur Steigerung der Innovationsfähigkeit nutzen und fördern. Das Vorhaben zielt darauf ab, mit einem gezielten Management des Informellen Innovation als integrales Element sämtlicher betrieblicher Abläufe und als Aufgabe für sämtliche Mitarbeiter zu begreifen.

  • PiA: Professionalisierung interaktiver Arbeit; Teilvorhaben: „Professionalisierung interaktiver Arbeit aus der Kundenperspektive – die interaktive Dienstleistungsbeziehung“ Prof. Dr. Fritz Böhle Dr. Margit Weihrich (Sozioökonomie der Arbeits- und Berufswelt)
    Für die Erbringung einer Dienstleistung müssen Kunden und Dienstleistende zusammenarbeiten. Dass diese Zusammenarbeit gelingt, ist nicht selbstverständlich, denn Dienstleistungsbeziehungen haben ihre Tücken: So müssen Gegenstand und Prozedere der Dienstleistung ausgehandelt werden, über beides können nur unvollständige Verträge geschlossen werden und immer können auch gegensätzliche Interessen im Spiel sein. Kunden und Dienstleister müssen diese Probleme gemeinsam und in der Situation selbst bearbeiten. Das Projekt erforscht diese interaktive Arbeit im Hotel, am Bahnhof und in der Pflege und betrachtet dabei den Kunden als eigenständigen Partner in der Dienstleistungsbeziehung. Denn ohne seine Mitarbeit lässt sich das Ergebnis der Dienstleistung nicht realisieren. Wir fragen danach, was interaktive Arbeit erschwert oder erleichtert und entwickeln zusammen mit Unternehmen Maßnahmen zur Förderung einer „Kooperation auf Augenhöhe“; dabei spielt die Professionalisierung von Kunden eine wichtige Rolle.