1st Sino-German-Symposium on "Knowledge Handling: Representation, Management and Personalized Application", 04. - 09. November. 2007 in Beijing |
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| Projektverantwortung vor Ort: | |
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Prof. Dr. Klaus Mainzer Lehrstuhl für Philosophie und Wissenschaftstheorie Geschäftsführender Direktor des Instituts für Interdisziplinäre Informatik Universität Augsburg e-mail: klaus.mainzer@phil.uni-augsburg.de |
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Prof. Dr. Elisabeth André Institut für Informatik Universität Augsburg D-86159 Augsburg, Germany E-mail: andre@informatik.uni-augsburg.de |
Prof. Dr. Fritz Böhle Professor of Socioeconomy Universität Augsburg D-86159 Augsburg, Germany E-mail: fritz.boehle@phil.uni-augsburg.de |
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Prof. Dr. Christiane Eilders Professor of Communication Studies Universität Augsburg D-86159 Augsburg, Germany E-mail: christiane.eilders@phil.uni-augsburg.de |
Prof. Dr. Werner Kießling Institut für Informatik Universität Augsburg D-86159 Augsburg, Germany E-mail: werner.kiessling@informatik.uni-augsburg.de |
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Prof. Dr. Gabi Reinmann 1. Professor of Media Education Universität Augsburg D-86159 Augsburg, Germany E-mail: gabi.reinmann@phil.uni-augsburg.de |
Priv.-Doz. Dr. Tino Tomaschek Center for Management Education and Knowledge Transfer Universität Augsburg D-86159 Augsburg, Germany E-mail: nino.tomaschek@zww.uni-augsburg.de |
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Prof. Dr. Bernd Wagner Center for Management Education and Knowledge Transfer Universität Augsburg D-86159 Augsburg, Germany E-mail: bernd.wagner@zww.uni-augsburg.de |
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| Beteiligte Wissenschaftler/Kooperationen/Extern: | |
| Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Wilfried Bauer Institut für Informatik Technische Universität Münche n Boltzmannstr. 3 D-85748 Garching bei München, Germany E-mail: brauer@in.tum.de |
Dr. Wolf-Tilo Balke L3S Research Center Universität Hannover D-30539 Hannover, Germany E-mail: balke@l3s.de |
| Prof. Dr. Wolfgang Effelsberg Lehrstuhl für Praktische Informatik IV Universität Mannheim D- 68131 Mannheim, Germany E-mail: effelsberg@informatik.uni-mannheim.de |
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| Prof. Dr. Ruth Hagengruber Department of Philosophy University of Paderborn Warburgerstr. 100 D-33098 Paderborn, Germany E-mail: ruth.hagengruber@uni-paderborn.de |
Prof. Dr. Wolfgang Nejdl L3S Research Center Universität Hannover D-30539 Hannover, Germany E-mail: nejdl@kbs.uni-hannover.de |
| Prof. Dr. Bernd Radig Director of the Computer Science Institute IX Computer Science Department, Institute IX Technische Universität München D-85748 München, Germany E-mail: rading@in.tum.de |
Prof. Dr. Roth-Berghofer German Research Center 1 DFKI GmbH Universität Kaiserslautern Erwin-Schrödinger-Straße (Bau 57) D-67608 Kaiserslautern, Germany E-mail: trb@dfki.uni-kl.de |
| Prof. Dr. Klaus Wehrle Chair of Computer Science IV Informatikzentrum Ahornstr. 55 D-52062 Aachen, Germany E-mail: klaus.wehrle@rwth-aachen.de; klaus.wehrle@cs.rwth-aachen.de |
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| Klaus Mainzer Institut für Interdisziplinäre Informatik Universität Augsburg |
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Projektstart: 4. – 8. November 2007
Projektende: offen (Tagungen im 2-Jahresrhythmus)
Projektträger/Förderungsmittel: Chinesisch-Deutsches Zentrum (CDZ) für Wissenschaftsförderung (Beijing)
Zusammenfassung:
Das Chinesisch-Deutsche Zentrum (CDZ) für Wissenschaftsförderung, das hälftig von der DFG und der National Science Foundation of China getragen wird, hat den Antrag von Prof. Dr. Klaus Mainzer auf das „1st Sino-German Symposium on Knowledge Handling: Representation, Management and Personalized Application“ (4.-8. November 2007) in Beijing genehmigt. Das CDZ finanziert Konferenzen zu Schlüsselthemen der Wissenschaft, die durch repräsentative Vertreter aus China und Deutschland behandelt werden. Es geht in diesem Fall um personalisierte Informations- und Kommunikationssysteme, die auf den Nutzer in der Wissensgesellschaft zugeschnitten sind und von technischer, kognitions- und sozialwissenschaftlicher Seite beleuchtet werden sollen. Diesen Antrag hatte Prof. Dr. Klaus Mainzer als geschäftsführender Direktor des Instituts für Interdisziplinäre Informatik zusammen mit seinem ehemaligen chinesischen Doktoranden und jetzigen Professor an der Peking-University (Beijing) gestellt.
Von chinesischer Seite nehmen renommierte Fachvertreter (teilweise aus der Chinesischen Akademie der Wissenschaften) als Redner teil. Von den 16 namhaften deutschen Teilnehmern, die von angesehenen Forschungsinstitutionen kommen, wurden 8 Teilnehmer aus Augsburg vorgeschlagen, die den Medien-, Kommunikations- und Informatikbereich der Universität repräsentieren
Summary (English):
The Chinese-German Center (CDZ) for science foundation which is a common institution of the DFG (German Science Foundation) and the National Science Foundation of China accepted the proposal of Prof. Dr. Klaus Mainzer for the „1st Sino-German Symposium on Knowledge Handling: Representation, Management and Personalized Application“ (4.-8. November 2007) in Beijing. The CDZ supports conferences concerning key topics of science which should be discussed by experts and leading scientists of China and Germany. The main issue of the conference is the development of personalized information and communication systems tailored to the individual profile of a user and his/her preferences. The topic is interdisciplinarily considered from technical, cognitive, social, and economic points of view. The conference is organized by Prof. Dr. Klaus Mainzer as Director of the Institute of Interdisciplinary Informatics and his former coworker and Ph.D. student in Augsburg Prof. Dr. Jiyou Jia( Beijing University).
The Chinese participants are leadings experts in the fields of computer science, artificial intelligence, telecommunication, and e-learning. Some of them are members of the Chinese Academy of Science. 8 participants of the 16 German researchers belong to the University of Augsburg, representing its faculties and institutes of media, communication, information, and management science.
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Informatik: Vom Wesen der Information und den digitalen Modellen |
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| Manfred Broy Institut für Informatik Technische Universität München |
Klaus Mainzer Institut für Interdisziplinäre Informatik Universität Augsburg |
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Dass die Informatik die prägende Wissenschaft für das Ende des vergangenen Jahrhunderts war und weiterhin sein wird, ist offensichtlich. Informatik ist in alle Bereiche unseres Lebens vorgedrungen, so dass die Vorstellung von der Informationsgesellschaft längst Wirklichkeit geworden ist.
In Anbetracht der Fülle der Innovationen und Ingenieurleistungen auf Basis hochkomplexer Informatiksysteme wird leicht übersehen, dass die Informatik eine Wissenschaft mit uralten Wurzeln ist, auch wenn sie lange Zeit nicht unter diesem Gesichtspunkt gesehen wurde. Der Umgang mit Information stand nämlich für uns Menschen schon immer im Zentrum unserer Auseinandersetzung mit Natur, Kultur und Gesellschaft. Andere Schlüsselbegriffe menschlicher Existenz wie Energie, Materie und Leben werden mit Disziplinen wie Physik, Chemie und Biologie verbunden. So wird Informatik als die Wissenschaft von der Information verstanden. Doch die Frage, was Information genau ist, welche Gesetzmäßigkeiten für sie gelten und ob es vergleichbare Theorien wie in der Physik gibt, ist immer noch nicht eindeutig beantwortet.
Dabei stellt die Rolle der Information im Hinblick auf andere Wissenschaften eine grundlagentheoretische Herausforderung dar. Die Physik untersucht bereits Quanteninformation, die zwischen Elementarteilchen ausgetauscht wird. Damit legt sie die Grundlagen für das Quantencomputing als einer neuen Zukunftstechnologie. Die Chemie entdeckt molekulare Informationsübertragungen, die in der Nanotechnologie zu neuartigen Rechnern führen könnten. Die Biologie entschlüsselt nicht nur genetische Information als Grundlage des Lebens, sondern beschäftigt sich mit zellulären und organischen Prozessen als Informationsverarbeitung. In der Medizin werden Krankheiten wie Krebs vermutlich erst dann besiegt, wenn fehlerhafte zelluläre Informationsverarbeitung verstanden ist. In Soziologie und Wirtschaftswisssenschaften rücken Informationsgüter und Kommunikation in das Zentrum der Informationsgesellschaft. Ist Information am Ende der fundamentale Schlüsselbegriff der Wissenschaften? Wird die Informatik damit zu einer Grundlagendisziplin für alle Wissenschaften, die sich mit Informationsverarbeitung beschäftigen? Jedenfalls wird sie mit diesen Disziplinen in Zukunft eng verbunden sein.
Daneben hat die Informatik ein zweites grundlagenwissenschaftliches Phänomen aufzuweisen. Sie beschäftigt sich nämlich mit der Verarbeitung, Speicherung, Übertragung und Darstellung von Information unter besonderer Berücksichtigung des Einsatzes digitaler informationsverarbeitender Maschinen. Daher entwickelt sie digitale Modelle der Wirklichkeit mit und für digitale Technik. Die informatischen Modelle unterscheiden sich von den klassischen Modellen der Mathematik, die den naturwissenschaftlichen Fortschritt bis weit in das 20. Jahrhundert ermöglichten. Seit Newtons Physik Ende des 17. Jahrhunderts werden Modelle der Wirklichkeit häufig mit Differentialgleichungen beschrieben, nach denen sich die Zustände eines dynamischen Systems mit der Zeit stetig verändern. In informatischen Systemen werden Veränderungen auf digitale Logik zurückgeführt, die nur zwei Wahrheitswerte unterscheidet und sie zwei digitalen Maschinenzuständen elektronischer Computer zuordnet. Hier baut die Informatik auf uralten Ansätzen aus dem Bereich der philosophischen und mathematischen Logik auf. Anders als diese Ansätze gewinnt das logische Modell jedoch unter dem Einfluss moderner Informatik einen operationellen Charakter und kann ausgeführt, simuliert und eingesetzt werden, um Daten zu speichern, zu verarbeiten und Vorgänge zu steuern.
Umso komplexer die Informatiksysteme werden, umso bedeutsamer wird die Modellbildung in der Informatik. Modellbildung heißt hier das Erfassen wesentlicher Zusammenhänge der Anwendungsgebiete eines Informatiksystems als Grundlage für die Konstruktion eines informationsverarbeitenden Systems. Ist in der Softwareentwicklung die Modellbildung noch Mittel zum Zweck, so verselbstständigt sich heute Modellbildung immer mehr in den unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen als ein Mittel der Analyse und des Verständnisses komplexer Systeme. Digitale Modelle zur qualitativen Darstellung von Prozessen, Hierarchien, Denkstrukturen und logischen Abhängigkeiten bestimmen immer stärker die Denkweisen aller Disziplinen.
Zeichnet sich damit ein Paradigmenwechsel in den Wissenschaften hin zu digitalen Modellen und Systemen ab? Dahinter steht jedenfalls die Einsicht, dass die Komplexität der Information in Natur und Gesellschaft nur mit informationsverarbeitenden Maschinen bewältigt werden kann und daher digitale Modelle überall notwendig werden. Vor diesem Hintergrund erscheint es an der Zeit, in einem interdisziplinären Arbeitstreffen die Rolle der Information in den unterschiedlichen Disziplinen, ihrer Wesenszüge und die Rolle der digitalen Modelle grundsätzlicher zu untersuchen.
Bemerkenswert ist zunächst, dass viele Grundbegriffe digitaler Modellierung der Wirklichkeit eine lange Tradition in Philosophie und Logik haben. So werden Hierarchien und Taxonomien von Klassen, Objekten, Eigenschaften und Relationen neuerdings in der Informatik wie in der Philosophie seit der Antike als Ontologien bezeichnet. Allerdings handelt es sich in der Informatik nicht um grundsätzliche Aussagen über die Welt des Seienden wie bei Aristoteles. Die wachsende Komplexität von Daten- und Informationsmengen erfordert vielmehr pragmatische Kategorisierungen, die sich nach Zielen und Zwecken von Entwicklern und Anwendern richten. Dabei sind besonders die Kriterien objektorientierter Programmierung zu erwähnen. Schluß- und Beweissysteme, die aus der logischen Tradition wohlbekannt sind, werden in der Informatik als Theorembeweiser eingesetzt, um die Korrekheit komplexer Computerprogramme zu prüfen. Viele Programmiersprachen (wie z.B. das weit verbreitete funktionale Programmieren) werden erst dann grundsätzlich verstanden, wenn die zugrunde liegenden formalen Kalküle der mathematischen Logik (z.B. -Kalkül) bekannt sind.
Neben Philosophie und Logik ist methodisch die Mathematik grundlegend für die Modellbildung. Modelle sind mathematisch Interpretationen von mengentheoretischen Strukturen, die axiomatisch definiert werden. So sind die natürlichen Zahlen ein Modell der Peano-Axiome und die analytische Geometrie ein Modell der Axiome Euklids, die seit der Antike bekannt sind. In der Informatik werden axiomatische (insbesondere algebraische) Strukturen pragmatisch für alle möglichen Anwendungsgebiete definiert. Dabei kann es sich um eine Bibliothek oder einen Betrieb ebenso handeln wie das Modul eines Automobils. Man spricht dann von (algebraischen) Spezifikationen, die im Software-Engineering in lauffähige Computerprogramme transformiert werden. Statt Systemstrukturen stehen häufig aber auch Prozesse, Phasenübergänge und Zustandsänderungen im Vordergrund. Dann bedient sich die Informatik Zustandsübergangs- und Sequenzdiagramme. Diese Ansätze lassen sich auch auf die Naturwissenschaften übertragen. In der Physik werden klassische Mechanik und Quantenmechanik als axiomatische Strukturen von Gleichungssystemen eingeführt, die über Modelle wie das Planetensystem oder das Atommodell verfügen. Anwendungsmodelle der Thermodynamik sind Flüssigkeits- und Aerodynamik, die durch Differential- und Integralgleichungen (z.B. Navier-Stokes-Gleichungen) bestimmt sind. Für Simulationen z.B. des Wetters auf Großrechenanlagen werden bereits digitale Modelle eingesetzt, um die gigantische Menge von Daten und Informationen zu bewältigen und Prognosen zu ermöglichen. Digitale Modelle des Lebens stehen in der Systembiologie und im Biocomputing im Zentrum öffentlichen Interesses. Lebensprozesse werden durch äußerst komplexe Informationsabläufe gesteuert, die nur durch systemtheoretische Modellierung erfaßt werden können. Damit ändert sich grundlagentheoretisch die Denk- und Arbeitsweise des Naturwissenschaftlers. Neben mathematische Theorie, Experiment, Messung und Beobachtung tritt die Systemanalyse und das Computerexperiment mit digitalen Modellen.
In den Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, in denen keine Laborexperimente wie in den Naturwissenschaften möglich sind, gewinnen digitale Modelle zunehmend an Bedeutung. Beispiele sind Daten- und Entwurfsmuster für die Unternehmensmodellierung. Die Analyse der Organisationsstrukturen und Abläufe von Unternehmen deckt immer wiederkehrende Muster auf, die durch Ontologien, algebraische Spezifikationen, Zustandsübergangs- und Sequenzdiagramme beschrieben werden können. Auf der untersten Ebene befinden sich Bereichsontologien für Produkte, Services, Aktivitäten, Organisationen und Resourcen, darauf aufbauend abgeleitete Ontologien (z.B. Informationsresourcen, Ziele, Scheduling und Transport) und schließlich die eigentlichen Unternehmensontologien, die Konzepte aus den Bereichen Projekte, Unternehmen und Geschäftsprozesse beschreiben.
Bedenkenswert sind auch Modellierungen von Gesetzestexten in der Jurisprudenz. Das Bürgerliche Gesetzbuch der Bundesrepublik definiert in seinem Allgemeinen Teil einige Grundbegriffe und damit die Dinge, die für die nachfolgenden Gesetze als existent vorausgesetzt werden. So wird dort u.a. zwischen Personen und Sachen unterschieden etc.. Personen wiederum können natürliche oder juristische Personen sein. Rechtsvorschriften im allgemeinen Teil vererben sich auf untergeordnete Gebiete. Diese Taxonomien und ihre Verfahrensregeln zusammen mit den logischen Schlußsystemen der juristischen Falllösung und Urteilsbildung tragen deutlich methodische Züge von objektorientierten Ontologien, Spezifikationen und Sequenzdiagrammen, die in digitalen Modellen simulierbar sind. In der Informationsflut einer immer komplexer werdenden Rechtswelt könnten sie zur methodischen Transparenz und Reduktion von Komplexität beitragen.
Die interdisziplinären Beispiele von Mathematik, Technik- und Naturwissenschaften bis zu den Sozial-, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften zeigen, daß digitale Modelle im Zentrum einer immer komplexer werdenden Informations- und Wissensgesellschaft stehen. Um sich nicht in den vielfältigen Anwendungen zu verzetteln, ist eine Grundlagendiskussion des Informationsbegriffs und digitaler Modelle notwendig. Es ist zugleich eine Rückbesinnung auf die Wurzeln der Informatik in Philosophie, Logik und Technik. Die angeführten Beispiele digitaler Modelle tragen deutlich die Züge einer Mathesis universalis, wie sie Leibniz Ende des 17. Jahrunderts mit seiner Theorie formaler Sprachen, Kalküle und Maschinen vortrug und damit zum Ahnherrn der Informatik wurde. Heute motivieren uns pragmatische Ziele der Informations- und Wissensbewältigung in einer immer komplexer werdenden Welt, um back to the roots das Wesentliche nicht aus den Augen zu verlieren.
Literaturhinweise: M. Broy/R. Steinbrüggen, Modellbildung in der Informatik, Springer 2004;
K. Mainzer, KI Künstliche Intelligenz. Grundlagen intelligenter Systeme, Wissenschaftliche Buchgesellschaft 2003. |
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DFG-Förderung für Informatik-PostDoc W.-T. Balke und sein Projekt "Kognitives Datenbank-Retrieval"
Nach zweijährigem Aufenthalt an der University of California at Berkeley will Balke in der zweiten Phase des Emmy Noether-Stipendiums an der Universität Augsburg eine eigene Forschergruppe aufbauen. -
Der 31-jährige Wolf-Tilo Balke, der 1991 an der Universität Augsburg begonnen hat, Mathematik mit Nebenfach Informatik zu studieren, 1997 hier seinen Diplom-Abschluss gemacht hat, dann am Informatik-Lehrstuhl für Datenbanken und Informationssysteme bei Prof. Dr. Werner Kießling weiterstudierte und 2001 mit einer Arbeit über effiziente Algorithmen zur Auswertung komplexer Datenbankabfragen zum Dr. rer. nat. promovierte, ist jetzt als PostDoc in das Emmy Noether-Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) aufgenommen worden. Nachdem er 2001 für seine summa cum laude-Dissertation bereits mit einem Wissenschaftspreis der Augsburger Universitätsstiftung ausgezeichnet wurde, ist die Verleihung des renommierten DFG-Stipendiums ein bedeutender Schritt zur Qualifikation für eine Universitätskarriere. FORSCHUNG IM AUSLAND UND LEITUNG EINER EIGENEN NACHWUCHSGRUPPE Das Emmy Noether-Programm der DFG möchte besonders qualifizierten jungen Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern einen Weg zu früher wissenschaftlicher Selbständigkeit eröffnen. Den in diesem Programm geförderten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern wird unmittelbar nach der Promotion die Möglichkeit gegeben, über einen zusammenhängenden Zeitraum von fünf Jahren zunächst durch einen zweijährigen Forschungsaufenthalt im Ausland und eine dann daran anschließende eigenverantwortliche Forschungstätigkeit im Inland - verbunden mit der Leitung einer eigenen Nachwuchsgruppe und qualifikationsspezifischen Lehraufgaben - die Voraussetzungen für eine Berufung als Hochschullehrer zu erlangen. NACH SAN FRANCISCO WIEDER AUGSBURG Für Balke besteht kaum ein Zweifel, dass er nach dem bevorstehenden zweijährigen Forschungsaufenthalt in San Francisco an die Universität Augsburg zurückkehren wird, um in der zweiten Stipendiumsphase hier eine Forschungsgruppe zur Forführung seines Projekts aufzubauen: "Der vor wenigen Jahren im Rahmen der High-Tech-Offensive Bayern begonnene massive Ausbau der Augsburger Informatik ist optimal gelaufen", sagt Balke, "und der Augsburger Lehrstuhl für Datenbanken und Informationssysteme ist mit seiner Forschung auf dem Gebiet der Benutzerpräferenzen seit längerem international wegbereitend, wo es um Personalisierungstechniken in der Systementwicklung und um die industrielle Anwendung geht." Hinzu komme, dass in Augsburg durch den engen Kontakt mit dem Lehrstuhl für Analytische Philosophie (Prof. Dr. Klaus Mainzer) vor Ort nicht nur beste Bedingungen für eine enge Abstimmung der Personalisierungstechniken auf den Menschen gegeben seien; es bestünden vielmehr generell sehr gute Voraussetzungen für einen weiteren Ausbau der interdisziplinären Kooperation zwischen Informatik und Geisteswissenschaften. KONTAKT UND WEITERE INFORMATIONEN: Dr. Wolf-Tilo Balke |
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Originalartikel: http://idw-online.de/public/zeige_pm.html?pmid=52773 |
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M.I.T. Magazin für Innovation "Technology Review" (Dt. Ausgabe 2 2004):Perspektive Künstliche Intelligenz von Klaus Mainzer Im Zeitalter der denkenden Maschinen![]() Die natürliche Evolution auf unserer Erde bringt seit hunderten Millionen Jahren Nervensysteme wachsender Komplexität hervor. Sie arbeiten nach den Mechanismen der Biochemie und verleihen ihren Trägerorganismen die Fähigkeiten zu selbstständiger Anpassung, zum Lernen und zu gezielter Veränderung der Umwelt. Doch die Gesetze der Evolution hätten auch ganz andere denkende Lebensformen zugelassen - und haben es anderswo im Universum vielleicht tatsächlich. So wird erkennbar, dass Menschen und Tiere nur Spezialfälle intelligenter Systeme sind, die sich auf dieser Erde mehr oder weniger zufällig unter verschiedenen Nebenbedingungen entwickelt haben. Die Beschränkung intelligenter Systeme etwa auf die Gattung der Primaten käme einem Rückfall in aristotelische Zeiten gleich, als man die Erde in den Mittelpunkt des Kosmos stellte und die Gesetze der Physik darauf beschränkte. Erst mit der kopernikanischen Wende wurde die Wissenschaft wahrhaft universell. Man formulierte Naturgesetze, die überall im Universum gelten sollten. Nun steht eine kopernikanische Wende in der KI - Forschung an. Gesucht sind allgemeine Gesetze für intelligente Systeme, die unter unterschiedlichen Bedingungen technisch und biologisch realisierbar sind. Wir können nicht erwarten, solche Gesetze von heute auf morgen zu finden. Bis dahin müssen wir uns damit begnügen, den Intelligenzbegriff in Beispielen zu erfassen, bestenfalls in Teiltheorien von künstlichen und natürlichen Systemen. Aber die Suche lohnt sich Schon, bevor das Ziel erreicht ist. Denn die Befreiung vom anthropozentrischen Intelligenzbegriff erschließt technische Anwendungen, an die man früher nicht einmal denken konnte. Künstliche Intelligenz ist kein ferner Zukunftstraum. Still und heimlich beginnt sie, unsere Alltagswelt zu durchdringen. Die traditionelle KI war auf den Menschen fixiert. An seiner Intelligenz maß sie die Leistungen von Computern. Warum diese eindimensionale Sicht? Schließlich simulieren die wenigsten, selbst bewegten Maschinen das Laufen auf Beinen, Flugzeuge schlagen nicht wie Vögel mit den Flügeln, und künstliche Sprache hat wenig mit den Vorgängen im menschlichen Kehlkopf zu tun. Der technische Durchbruch gelang erst, als man die Gesetze der Mechanik, Aerodynamik, Elektrodynamik oder der Akustik verstand. Automobile, Flugzeuge oder Stimmensynthesizer lösen ihre Aufgaben mit völlig anderen Mitteln als ihre natürlichen Entsprechungen. Eine kurze Geschichte der künstlichen Intelligenz Evolution als Vorbild der KI Gehirn als Vorbild der KI KI in der vernetzten Welt Das Auto hilft sich selbst Zukunftsperspektiven der KI |
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Informatik-Kolloquium Universität Koblenz 11.02.2004: http://www.uni-koblenz.de/ifi/kolloquium/mainzer.html http://www.uni-koblenz.de/index_extern.htm |
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Organic-Computing-Philosophie Workshop 17.-20.2.2004 (Kloster Irsee) mit Erhardt Barth (Universität Lübeck), Michael Beigl, Peter Hofmann (DaimlerChrysler AG), Rudolf Kober (Siemens AG), Jan Kim (Universität Lübeck), Paul Lukowicz (ETH Zürich), Klaus Mainzer (Universität Augsburg), Rudolfo Mann Pelz (Bosch AG), Christian Müller-Schloer (Universität Hannover), Clemens Puppe (Universität Karlsruhe), Burhardt Schallenberger (Siemens AG), Hartmut Schmeck (Universität Karlsruhe), Theo Ungerer (Universität Augsburg), Klaus Waldschmidt (Universität Hannover), Lars Wolf, Rolf Wuertz (Universität Bochum) |
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Tagung „Künstliche Intelligenz und menschliche Person“ an der Evangelische Akademie Arnoldshain 5.-7- März 2004 mit Einführungsvortrag von Prof. Dr. Klaus Mainzer (Institut für Interdisziplinäre Informatik/ Universität Augsburg): |
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Internationales Begegnungs- und Forschungszentrum für Informatik/ Schloß Dagstuhl: Seminar 27.06.2004-02.07.2004
„Preferences: Specification, Inference, Applications“ u.a. mit W.-T. Balke (Dept. of Computer Sciences, University of California at Berkeley, USA), G. Bosi (Dept of Applied Mathematics, University of Trieste, Italy), R. Brafman (Dept. of Computer Science, Ben-Gurion University, Israel), J. Chomicki (Dept. of Computer Science and Engineering, Univ. at Buffalo, USA), W. Kießling (Institute of Informatics, University of Augsburg, Germany), K. Mainzer (Institute of Interdisciplinary Informatics, University of Augsburg, Germany). „Preference“ is a fundamental notion in those areas of computer science, applied mathematics and philosophy that deal with decisions and choice. In Mathematical Decision Theory, preferences (often expressed as utilities) are used to model people’s economic behavior. In Artificial Intelligence, preferences help to capture agent’s goals. In Databases, prefereces help in reducing the amount of information returned in response to user queries. In Philosophy, preferences are used to reason about values, desires, and duties. Surprisingly, there has been so far very little interaction between those areas. The difference in foci, as well as variations in terminology, make the results obtained in one area difficult to use in another. This Dagstuhl seminar, which gathers researchers in many areas involving preferences (databases, AI, Mathematics, decision science, philosophy) is supposed to stimulate the more specialized research in those areas and identify possible directions for collaboration. |
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International Symposium on Data Mining and Statistics, November 19-22, 2000 Informationsethik-workshop 2001 Weitere Infos unter: http://www.capurro.de/augsburg.htm |
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Auf dem High-Tech-Tag Bayern am 31. März 2001 präsentiert das Institut für Interdisziplinäre Informatik mit dem Videolabor der Philosophischen Fakultät I die neuen Studiengänge zum Thema 'MEDIEN, MULTIMEDIA, KOMMUNIKATION' im Videolabor, Gebäude N1, Eingang 18, 1.Stock Raum 2157 ab 12.30 Koordinator: Prof. Dr. K. Mainzer B.A./M.A. -Studiengang: "Medien und Kommunikation" Informatik, Medien und Kommunikation Tage der Forschung: Dienstag, der 6. November 2001 14-17 Uhr |
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30.01.2004
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