BeratungslehrerInnen und ihr Umgang mit kultureller Diversität
| Projektstart: |
01.01.2010 |
| Projektträger: |
Universität Augsburg |
| Projektverantwortung vor Ort: |
Dr. Josef Strasser
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Zusammenfassung
Dieses Projekt knüpft unmittelbar an die Vorarbeiten von Dr. Strasser zum Thema Erwerb und Entwicklung von Beratungskompetenz im pädagogischen Bereich an.
Beim Vergleich mit anderen Staaten zeigt sich, dass für Familien mit Migrationshintergrund eine systematisch begleitende Bildungsberatung, die Schülern und ihren Eltern die Perspektiven im jeweiligen Bildungssystem transparent macht, eine wirkungsvolle Maßnahme ist. Dies setzt aber ein System kompetenter Beratung voraus, welche die Unterstützung von Eltern nicht vom Zufall individuell vorhandener Beratungskompetenz seitens der Lehrperson abhängig macht. Da sie über eine spezielle Qualifizierung in diesem Bereich verfügen, sind in diesem Zusammenhang insbesondere Beratungslehrerinnen und –lehrer gefragt. Allerdings ist über deren tatsächliche Beratungskompetenz im allgemeinen und insbesondere im Umgang mit kultureller Diversität im speziellen nur wenig bekannt (Strasser & Gruber, 2008). Deshalb soll in diesem Projekt geklärt werden, inwiefern und auf welche Weise Beratungslehrerinnen und –lehrer in ihrer Kompetenz herausgefordert sind. Inwieweit gelingt es ihnen, in ihrem Handeln die interkulturelle Dimension in angemessener Weise zu berücksichtigen? Antworten hierzu wurden zunächst über eine Interviewstudie und sollen nun daran anschließend über eine Fragebogenerhebung gefunden werden. Aus dem angloamerikanischem Raum, in dem auf eine relativ lange Tradition des multicultural counseling zurückgeblickt werden kann, liegen eine Reihe von Messinstrumenten vor, die die interkulturelle Beratungskompetenz erfassen. Diese im Hinblick auf die deutschen Gegebenheiten zu adaptieren, wurde bis Ende 2010 geleistet. Die adaptierten Instrumente bilden die Basis für die Fragebogenerhebung, die Anfang 2011 durchgeführt wird. Eine Vorstudie zu diesem Projekt beschäftigte sich mit dem negativen Wissen von Beraterinnen, d.h. den wahrgenommen Grenzen der eigenen Handlungsfähigkeit in interkultureller Perspektive. Die Ergebnisse dieser Studie, wurden 2009 von der American Psychological Association für eine Präsentation auf deren jährlicher Konferenz angenommen. Die Ergebnisse der Interviewstudie wurden auf der Tagung der Arbeitsgruppe empirischer pädagogischer Forschung (AEPF) im September 2010 in Jena vorgestellt.