Suche

Interkulturalität und die Wirkung von Stereotypen in der Schule


Projektstart: 01.01.2010
Projektträger: Universität Augsburg
Projektverantwortung vor Ort: Dr. Josef Strasser

Zusammenfassung

In dem Forschungsprojekt „Interkulturalität und die Wirkung von Stereotypen in der Schule“ geht es um die Wirksamkeit von Stereotypen im Unterricht und das damit verbundene Phänomen des Stereotype Threat, eines Phänomens, das am mangelnden Bildungserfolg verschiedener Schülergruppen mitbeteiligt ist, dessen Effekte auf deutsche Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund aber noch kaum erforscht sind. Die bislang vorliegenden Ergebnisse aus anderen Bildungssystemen lassen aber vermuten, dass mit derartigen Effekten zu rechnen ist und sie für die didaktische Gestaltung von Unterricht gerade bei heterogenen Klassen relevant sind. Die Datenerhebung im Rahmen von Vorstudien läuft seit Oktober 2008. Die Erforschung des Stereotype Threat Phänomens erfolgt dabei in drei Schritten: 1) In der Überprüfung des Stereotype Threat Effekts bzw. der Wirkung einer Intervention zur Verminderung des Effekts in einer quasi-experimentellen Untersuchung 2) In der Erfassung des (kollektiven) Umgangs mit stereotypen leistungsbezogenen Zuschreibungen auf Peer-Ebene mittels Gruppendiskussionen. 3) In der in einer Beobachtungsstudie erfolgenden Erhebung, inwieweit in Unterrichtssituationen und Interaktionen zwischen Lehrern und Schülern Stereotype vermittelt und ggf. Stereotype Threat aktiviert werden. Das Projekt ist längsschnittlich angelegt und verfolgt die Entwicklung von Schülerinnen und Schülern unterschiedlicher Schulformen über zwei Jahre. Dies ermöglicht es sowohl, Veränderungen über die Zeit im Umgang mit Stereotypen, in den Lehrer-Schüler-Interaktionen und in den davon potentiell betroffenen Leistungen zu erfassen wie auch schulformspezifische Unterschiede in der Wirkung von Stereotypen zu überprüfen. Ein Antrag auf Sachbeihilfe im Normalverfahren der Deutschen Forschungsgemeinschaft wurde im März 2010 eingereicht. Auf der Basis der Empfehlungen des Fachkollegiums der DFG wird derzeit eine Revision des Antrags erarbeitet.