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KUKO


Geschlechtergerechte Kompetenzförderung unter Berücksichtigung kultureller Heterogenität

Projektstart: 01.11.2011
Projektträger: Zentralinstitut für didaktische Forschung und Lehre
Projektverantwortung vor Ort: Prof. Dr. Leonie Herwartz-Emden
Beteiligte Wissenschaftler der Universität Augsburg: Verena Boppel, M.A.
Dr. Wiebke Waburg
Dr. Verena Schurt
Beteiligte Wissenschaftler / Kooperationen: Dr. Heinz Lehmeier (PI)
Barbara Roth (PI)
StD'in Verena Schroll (PI)
Prof. Dr. Kristina Reiss (TUM School of Education)
Gabriele Moll (TUM School of Education)

Zusammenfassung

Das Forschungsprojekt KUKO versteht sich als Grundlagenforschungsprojekt. Die Ergebnisse bieten Anknüpfungspunkte zur Weiterentwicklung der schulischen Mädchen- und Jungenförderung sowie der LehrerInnenfortbildung. Die Studie fußt auf einer Kooperation zwischen dem Pädagogischen Institut der Stadt München, dem ZdFL der Universität Augsburg und der Professur für Pädagogik der Kindheit und Jugend sowie dem Heinz Nixdorf-Stiftungslehrstuhl für Didaktik der Mathematik an der TUM School of Education.

Beschreibung

Im Fokus des Forschungsprojektes steht eine Modellmaßnahme monoedukativen Unterrichts an einem großstädtischen Gymnasium in Süddeutschland mit einem hohen Anteil von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund. Die Monoedukation bezieht sich im Rahmen dieser Maßnahme auf die Einrichtung von segregierten Lerngruppen für Mädchen und Jungen in ausgewählten Schulfächern und Klassenstufen. Der monoedukative Unterricht wird differenziert nach Interaktionsebenen und Funktionen untersucht, wobei Sozialisationswirkung und Leistungsfunktion das Zentrum der vertieften Analyse bilden.

Im Zusammenhang mit dem schlechteren schulischen Abschneiden von Jungen (insbesondere jenen aus Einwandererfamilien) und der Forderung nach einer verbesserten individuellen Förderung von SchülerInnen (ohne und mit Migrationshintergrund) gewinnt die Frage nach den Potentialen der Monoedukation in der schulischen Praxis ebenso wie in der Wissenschaft zunehmend an Bedeutung. Dem zugrunde liegen empirische Befunde, die zeigen, dass sich geschlechtergetrennter Unterricht gerade in der Phase der Adoleszenz u.a. positiv auf die Partizipation, die schulischen Leistungen und die Motivation von Mädchen und Jungen insbesondere in geschlechtlich konnotierten Fächern auswirken kann. Zudem bieten US-amerikanische Studien Ansatzpunkte dafür, dass Geschlechtersegregation gerade für die Förderung von Jungen und Mädchen aus Minority- und Low-Income-Gruppen Potentiale birgt. Für den deutschsprachigen Raum stehen entsprechende Studien bislang aus.

Das Projekt KUKO stößt in diese Forschungslücke und zielt im Weiteren darauf, (adressaten-)spezifische Effekte von Monoedukation zu erfassen – z.B. jene, die sich in den Interferenzen von Geschlecht und Ethnizität (sowie anderen Ungleichheitskategorien) ergeben. Das Projekt nimmt verschiedene Formen von Monoedukation (Jungen- und Mädchenklassen; segregierte Lerngruppen in ausgewählten Fächern) in den Blick und analysiert deren spezifische 'Wirkungen' auf SchülerInnen-LehrerInnen-Interaktionen, SchülerInnen-SchülerInnen-Interaktionen, Geschlechterkonstruktionen sowie auf ausgewählte leistungsbezogene Aspekte (u.a. Abschlussnoten).

Anlage und methodischer Zugang

Die Untersuchung sieht die Verknüpfung einer quantitativ angelegten und einer qualitativ ausgerichteten Forschungslinie vor. Der quantitative Forschungsstrang fokussiert auf Leistungseffekte des monoedukativen Unterrichts im Hinblick auf die Domäne Mathematik; eingesetzt werden SchülerInnenfragebögen und Mathematikleistungstests (TUM School of Education). In der qualitativen Forschungslinie geht es darum, die Sozialisationseffekte der Geschlechtertrennung auf unterrichtliche Interaktionen zu erheben sowie die Erfahrungen von SchülerInnen und Lehrkräften im mono- und koedukativen Unterricht zu erfassen. Den methodischen Zugang bilden Unterrichtsbeobachtungen, Gruppendiskussionen und Reflexionsbögen (Zentralinstitut für didaktische Forschung und Lehre sowie Professur für Pädagogik der Kindheit und Jugend an der Universität Augsburg).

Kontakt

Verena Boppel, M.A.
Zentralinstitut für didaktische Forschung und Lehre
Tel. 0821/598-5831
E-Mail: verena.boppel@phil.uni-augsburg.de

Geschäftsstelle des Zentralinstituts für didaktische Forschung und Lehre
Martine Burghart
Tel. 0821/598-5522
E-Mail: martine.burghart@zdfl.uni-augsburg.de