Suche

Vorstudie zum Projekt KUKO


"Geschlechtergerechte Kompetenzförderung unter Berücksichtigung kultureller Heterogenität" (KUKO)

Projektstart: 01.10.2010
Projektträger: Zentralinstitut für didaktische Forschung und Lehre
Projektverantwortung vor Ort: Dr. Wiebke Waburg Dr. Daniel Paasch Dr. Verena Schurt

Zusammenfassung

Das Gymnasium in einer süddeutschen mittelgroßen Stadt, an dem wir unsere Vorstudie durchführen, zeichnet sich durch einen Überhang an Schülern aus. Mit Blick auf den in einzelnen Jahrgangsstufen z.T. recht unausgewogenen Geschlechterproporz wurden dort neben koedukativen Klassen 'reine' Jungenklassen eingerichtet. Damit bietet sich nicht nur ein ideales Untersuchungsfeld, um segregierte Klassen in einem weitgehend gemischtgeschlechtlichen Schulkontext zu untersuchen, sondern insbesondere die im deutschsprachigen Raum bislang kaum erforschten monoedukativen Jungenklassen vertieft zu analysieren. Zudem werden diese Klassen wie oftmals auch der Unterricht mit Schülern als eine besondere Herausforderung angesehen.

Beschreibung

Vor diesem Hintergrund hat sich eine Kooperation zwischen dem Gymnasium, dem ZdFL und der Professur für Pädagogik der Kindheit und Jugend etabliert, auf der unsere Vorstudie basiert. Erste Gespräche zwischen Schule und Universität fanden im Sommer 2010 statt. Auf Einladung der Schulleitungsgruppe gestalteten wir im Herbst einen pädagogischen Nachmittag. Das Thema dieser schulinternen Fortbildung, an der alle Lehrkräfte, ReferendarInnen und die Mitglieder der Schulleitung teilnahmen, war „Geschlechtergerechtigkeit in der Schule – unter besonderer Berücksichtigung der Jungenperspektive“. Im November begannen wir gemeinsam mit der Realisierung der Idee, eine Vorstudie durchzuführen. Im Anschluss an verschiedene qualitative Erhebungen im Winter 2010/Frühjahr 2011 wurde Mitte Juli ein Fragebogen eingesetzt, um die Erfahrungen der Schüler in Jungenklassen zu erfassen.

Ziele und Inhalte der Vorstudie

Ziel der qualitativen Forschungslinie des Projektes ist es, in einer Gruppe von interessierten Lehrkräften und MitarbeiterInnen sowie Studierenden der Universität Augsburg Fähigkeiten zur Selbstreflexion in Bezug auf Gender zu schulen. Diese sind Bestandteil von Gender-Kompetenzen und Grundlage dafür, dass Praxiskompetenzen (als der zweiten Komponente von Gender-Kompetenz) entwickelt sowie sinnvoll angewendet werden können. Insgesamt geht es also darum, sich stereotypisierenden Dramatisierungen von Geschlecht bewusst zu sein, um im konkreten Handeln entdramatisierend zu agieren (Kunert-Zier, 2005). Berücksichtigt wird insbesondere, dass die Lehrenden in monoedukativen Klassen respektive Intensivierungsstunden unterrichten.

Um diese Fähigkeiten der Lehrkräfte zu schulen, ist eine innovative Vorgehensweise zentral, die für die WissenschaftlerInnen und die Lehrkräfte einen gewissen explorativen Charakter hat, von dem beide Seiten profitieren: Die Lehrkräfte im Hinblick auf ihre Selbstreflexionskompetenz, das Projektteam aus der Universität durch die Erprobung eines neuen Evaluationsansatzes.

In der Fragebogenerhebung wird u.a. erfasst, wie zufrieden die Schüler und Schülerinnen in den mono- und koedukativen Klassen sind und ob sich Auswirkungen der unterrichtlichen Organisationsform zeigen, z.B. auf Einstellungen und Selbsteinschätzungen.