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Augsburger LehrerInnenbildung international unterwegs


Forschungsaktivitäten des ZdFL finden nationale und internationale Beachtung

Seit nunmehr fast sechs Jahren verfolgt das Zentralinstitut für didaktische Forschung und Lehre das Ziel, zu einer stärkeren Forschungsorientierung im Bereich der LehrerInnenbildung beizutragen. Die Früchte der vielfältigen Anstrengungen, die sich am Leitthema „Heterogenität und Bildungserfolg“ ausrichten, werden zunehmend auf nationaler und internationaler Ebene sichtbar. Dies zeigt sich an verschiedenen aktuellen Aktivitäten:

Einladung an Prof. Leonie Herwartz-Emden von der Alexander S. Onassis Foundation nach Griechenland

Prof. Leonie Herwartz-Emden, geschäftsführende Direktorin des ZdFL, war auf Einladung der Alexander S. Onassis Foundation Referentin der international besetzten wissenschaftlichen Konferenz „The Immigration Challenge“, die in Kooperation mit der Universität Athen (National and Kapodistrian University of Athens) am 22. September 2012 in Athen durchgeführt wurde. Im Zentrum ihres Vortrags stand das Thema „Heterogeneity and cultural diversity as a Challenge for Educational Systems“. Mit ihrem Beitrag verortete sich Prof. Leonie Herwartz-Emden in dem Panel „education” unter Vorsitz des ehemaligen Rektors der Universität Athen und zeitweiligen Bildungsminister Griechenlands, Prof. Georgios Babiniotis, der in der Forschung als Linguist weit über die nationalen Grenzen hinaus bekannt ist.

Die Konferenzbeiträge stammten von auf dem Gebiet der Migrations- und Integrationsforschung im internationalen Raum ausgewiesenen ExpertInnen:

  • Prof. Guy Burgel (Paris Ouest-Nanterre)
  • Prof. Thalia Dragona (University of Athens)
  • Prof. Riva Kastoryano (CNRS, Paris)
  • Prof. Ulrike Hanna Meinhof (University of Southampton)
  • Prof. George Prevelakis (Sorbonne, Paris I)
  • Prof. Panayotis Tournikiotis (National Technical University of Athens)

Chairs der einzelnen Sessions waren Prof. Konstantinos Tsoukalas, Prof. Georgios Babiniotis, Ioannis Polyzos und Vana Xenou.

Mit dem interdisziplinären Ansatz und den vier verschiedenen thematischen Panels (social sciences, education, urban landscape, art) zu dem Schwerpunkt „Immigration“ zielte die Tagung darauf, einen kritischen Dialog in Gang zu setzen – aktuelle Probleme der griechischen Gesellschaft manifestierten sich beispielsweise im Panel „urban landscape“.

Die Veranstaltung fand im Alexander S. Onassis Foundation Cultural Center, dem Konferenzzentrum der Onassis-Stiftung, statt. Als ‚non-profit‘ Organisation verfolgt die Stiftung das Ziel, den kulturellen und wissenschaftlichen Dialog in der griechischen Gesellschaft mit internationalen Beiträgen zu unterstützen.

Prof. Leonie Herwartz-Emden erneut als Expertin für das CORE Programm des ‚Fonds National de la Recherche‘ in Luxemburg aktiv

Ein weiterer Ausdruck der verstärkten internationalen Wahrnehmung der am ZdFL vorhandenen Expertise ist die vom Fond national de la Recherche Luxembourg (FNR) ausgesprochene Einladung an Prof. Leonie Herwartz-Emden, im September 2012 erneut als Hauptgutachterin an dem Panelmeeting „CORE 2012 Identity Panel“ mitzuwirken. Die geschäftsführende Direktorin des ZdFL war 2011 in das mit hochrangigen ExpertInnen international besetzte Gremium des FNR berufen worden, das auch in den nächsten Jahren über die Vergabe von Fördermitteln entscheidet, die im Rahmen des CORE Programms ausgelobt wurden. Ziel ist es, die wissenschaftliche Qualität öffentlich geförderter Forschung in Luxemburg zu steigern. Zu diesem Zweck wurden sechs Forschungsbereiche identifiziert, denen aufgrund ihrer hohen gesellschaftlichen Relevanz Priorität in der Forschungsförderung eingeräumt werden soll. Darunter befindet sich mit dem Thema „Identity, Diversity and Integration“ ein Schwerpunkt, der am ZdFL seit 2006 im Zusammenhang mit „Heterogenität und Bildungserfolg“ intensiv beforscht wird. Prof. Leonie Herwartz-Emden ist auch zukünftig für das CORE Programm des FNR tätig.

DFG-Nachwuchsakademie „Empirische außerschulische Erziehungswissenschaft“ unter Mitwirkung von Prof. Leonie Herwartz-Emden

Vor Kurzem fand die zweite von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Nachwuchsakademie in der Erziehungswissenschaft statt, zu der Prof. Leonie Herwartz-Emden eingeladen war. Die Veranstaltung zum Thema „Empirische außerschulische Erziehungswissenschaft“, die von der Universität Regensburg und der Ludwig-Maximilians-Universität München organisiert wurde, fokussierte darauf, promovierte NachwuchswissenschaftlerInnen bei der Ausarbeitung einer eigenen empirischen Forschungsfrage mit Blick auf einen Erfolg versprechenden DFG-Erstantrag zu unterstützen.

Im Rahmen der viertägigen Summer School vom 30.07.-02.08.12 an der Universität Regensburg diskutierte eine Gruppe renommierter internationaler Expertinnen und Experten, zu der Prof. Dr. Leonie Herwartz-Emden gehörte, mit den TeilnehmerInnen die Forschungskonzeptionen, die bis zum Herbst ausgearbeitet und bei der DFG eingereicht werden sollen.

Dr. Josef Strasser auf der 19. European Conference on Educational Research (ECER) in Cadiz (Spanien)

Aktuelle Ergebnisse aus laufenden Forschungsprojekten am ZdFL präsentierte Dr. Josef Strasser auf der 19. European Conference on Educational Research, die von der Vereinigung europäischer ErziehungswissenschaftlerInnen (European Educational Research Association EERA) vom 18.09. bis 21.09. an der Universität von Cadiz in Spanien ausgerichtet wurde.

Für diese Konferenz wurden zwei Beiträge von Dr. Strasser angenommen. In seinem zusammen mit Prof. Leonie Herwartz-Emden erarbeiteten Vortrag „Immigrant Children in German Speaking Countries: Comparing Minority Students in Austria, Germany and Switzerland“ warf er einen vergleichenden Blick auf die Situation von Kindern mit Migrationshintergrund in den deutschsprachigen Bildungssystemen. Der zweite Beitrag von Dr. Strasser mit dem Titel „Cultural Diversity: a Challenge for the Professional Learning of School Counselors in Germany“ widmete sich der Frage, inwieweit BeratungslehrerInnen in ihrem professionellem Handeln durch die zunehmende kulturelle Heterogenität an den Schulen herausgefordert werden. Anhand der Ergebnisse einer aktuellen Untersuchung zeigte er in seinem Vortrag auf, wie das Verständnis von Beraterinnen und Beratern für interkulturelle Beratungssituationen und deren professionelle Kompetenzen zusammenhängen. Dass interkulturelle Kompetenzen für professionelles pädagogisches Handeln immer bedeutsamer wird, spiegelte sich auch in zahlreichen anderen Beiträgen auf dem Kongress wider. Die Herausforderungen, die sich aus dem Zusammenleben von Menschen mit unterschiedlicher kultureller Herkunft ergeben, wurden aus unterschiedlichen Perspektiven thematisiert. Aus den vielen Diskussionen konnte Dr. Strasser wichtige Impulse für die künftige Forschung am Zentralinstitut mit nach Hause nehmen.

MitarbeiterInnen des ZdFL und der Professur für Pädagogik der Kindheit und Jugend auf dem SGBF-Kongress 2012 in Bern aktiv

Auf dem Jahreskongress der Schweizerischen Gesellschaft für Bildungsforschung (SGBF), der Anfang Juli zum Leitthema „Bildungsungleichheit und Gerechtigkeit – wissenschaftliche und gesellschaftliche Herausforderungen“ von der Universität Bern organisiert wurde, war unter den international renommierten ReferentInnen auch der Augsburger WissenschaftlerInnen-Kreis um das ZdFL und die Professur für Pädagogik der Kindheit und Jugend mit verschiedenen Beiträgen vertreten: In dem Workshop „Kinder und Ungleichheit“ erhellte Dr. Volker Mehringer anhand von Untersuchungsergebnissen des DFG-Forschungsprojekts SOKKE den Einfluss von Geschlecht und ethnischer Herkunft auf die Kompetenzentwicklung von Grundschulkindern. Im Rahmen des Symposiums „Doing ethnicity und die Herstellung von (Un-)Gleichheit bei Lehrkräften ‚mit Migrationshintergrund’“ erarbeiteten Dr. Josef Strasser und Dr. Wiebke Waburg einen innovativen methodischen Ansatz zur empirischen Erfassung der Perzeption von SchülerInnen über Lehrpersonen mit Zuwanderungsgeschichte – und eröffneten damit neue Perspektiven für die Erforschung von interkulturellen Lehr-Lern-Interaktionen.

Mit den Vorträgen der knapp 350 ExpertInnen aus ganz Europa konnte inhaltlich ein weiter Bogen aufgespannt werden, der von aktuellen Zeitdiagnosen und Analysen der Bedingungen von Bildungsungleichheiten (in Biographien sowie im schulischen und außerschulischen Bereich) über die Thematisierung von individueller, sozialer oder kultureller Andersheit und deren möglichen Auswirkungen auf die Verteilung von Bildungschancen bis hin zu einer kritischen Würdigung bildungspolitischer Strategien und pädagogisch-professioneller Einflussmöglichkeiten reichte.

Meldung vom 16.10.2012