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Revolte und Revolution in der Frühen Neuzeit

Studienbuch in Vorbereitung

Revolten, Unruhen, Widerstände waren in der Frühen Neuzeit im städtischen wie auch im ländlichen Raum durchaus häufige Phänomene. Doch wie unterscheiden sie sich von Revolutionen? Was sind überhaupt Revolutionen, und gab es vor 1789 Revolutionen im vollen Wortsinn?

Das Studienbuch nimmt das Phänomen „Revolution“ in den Blick und stellt neben Fragen nach den Bedingungen und Verlaufsformen von Revolutionen auch die Frage nach dem revolutionären Erbe Alteuropas und versucht damit, die Französische Revolution, die am Ende der Epoche steht, historisch zu verorten. Die Darstellung arbeitet dabei mit einem offenen Revolutionsbegriff, der nicht von 1789 hergeleitet wird, sondern die Begrifflichkeit und ihre Semantiken von den jeweiligen Zeitgenossen her versteht. Dementsprechend werden durchaus sehr unterschiedliche Ereigniskomplexe – darunter der Bauernkrieg von 1525, die Täuferherrschaft in Münster 1534, der niederländische Aufstand seit 1566 oder die Englischen Revolutionen des 17. Jahrhunderts – in die Betrachtung einbezogen und jeweils die Frage nach der revolutionären Qualität der Ereignisse wie auch nach deren mittel- und langfristiger Erinnerungskultur gefragt. Ziel ist es, die Leser zu sensibilisieren für die Vielfalt des Phänomens „Revolution“, aber auch dafür, daß das Europa der Frühen Neuzeit einen revolutionären Erfahrungsschatz besaß, der die späteren revolutionären Ereignisse durchaus noch mitprägte. Zugleich soll nicht nur Überblickswissen vermittelt werden, sondern es soll – entsprechend dem Anspruch der Reihe – nachvollziehbar demonstriert werden, wie historisches Denken funktioniert und wie Fragen und Thesen entwickelt werden. Damit wird Studierenden wie auch Lehrenden Material an die Hand gegeben, das zur selbständigen Erarbeitung des Themas oder seiner Aufbereitung in Seminarkontexten genutzt werden kann.

Konfessionelle Minderheiten als Problem von Sicherheit in der Frühen Neuzeit

(Gemeinsam mit Prof. Dr. Hans-Jürgen Bömelburg: Teilprojekt B03 im Sonderforschungsbereich/Transregio 138 "Dynamiken der Sicherheit")

Das Teilprojekt geht von der Annahme aus, dass konfessionelle Minderheiten und Konfessionskonflikte erst im Zuge diskursiver Prozesse unter bestimmten Voraussetzungen zu einem Sicherheitsthema wurden. Es beschäftigt sich anhand der Fallbeispiele Frankreich und Polen-Litauen im 16. und 17. Jahrhundert mit der Frage, welche Akteure unter welchen Bedingungen und mit welchen Zielvorstellungen Versicherheitlichungsprozesse auf den Weg brachten oder durchsetzten und welche Folgen dies für den Konfliktverlauf bzw. die Konfliktbeilegung hatte.

Weitere Informationen finden Sie hier.

 

Forschungsschwerpunkte allgemein

Britische und transatlantische Geschichte in der Frühen Neuzeit

Französische Geschichte im 16. und 17. Jahrhundert

Herrschaft und Herrschaftsausübung

Ideen- und Historiographiegeschichte

Konfessionelle Minderheiten

Migrationsgeschichte

Antikenrezeption