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Allgemeine Informationen zum Studieren in Deutschland


1. Über das Studieren in Deutschland

Univeristäten sind wissenschaftlich geprägt, Hochschulen praxisorientiert

In Deutschland gibt es über 110 Universitäten. Das Studium dort ist wissenschaftlich ausgeprägt. Das bedeutet, dass der Schwerpunkt auf der theoretischen Forschung liegt. Universitäten bieten sehr viele unterschiedliche Studiengänge und Studienfächer an.

Neben den Universitäten gibt es in Deutschland mehr als 220 Hochschulen für angewandte Wissenschaft. Sie werden auch Fachhochschulen oder kurz FHs und HaWs genannt. Zum Studium hier gehören Praktika oder Praxissemester. Damit sollen die Studierenden auf ihr späteres Berufsleben vorbereitet werden. Künstlerische Fächer wie zum Beispiel Gesang, Tanz oder Grafik kann man an einer der über 50 Kunst-, Film- oder Musikhochschulen in Deutschland studieren.

Exkurs: Im Deutschen benutzt man das Wort Hochschule
• als Überbegriff für Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften/ Fachhochschulen
• und als auch als Kurzform für Hochschulen für angewandte Wissenschaften/ Fachhochschulen.
Die konkrete Bedeutung ergibt sich meist aus dem Kontext.
Wenn nicht, müssen Sie nachfragen!

Staatliche und private Hochschulen

Die meisten Studierenden in Deutschland (ca. 94%) studieren an einer staatlichen Hochschule. Es gibt aber auch 120 private Hochschulen. Hier müssen die Studierenden oft hohe Studiengebühren zahlen. Die Qualität an staatlichen und privaten Hochschulen ist vergleichbar gut.

Abschlüsse und Dauer des Studiums

Bachelor (B.A., B.Sc., B.Eng)
Der Bachelor ist der erste Abschluss, den man an einer Hochschule erlangen kann. Er ist auf dem internationalen Arbeitsmarkt anerkannt. Ein Bachelor-Studium dauert sechs bis acht Semester. Nach dem Bachelor-Studium kann man ins Berufsleben einsteigen oder sein Studium in einem Master-Studiengang vertiefen.

Master (M.A., M.Sc., M.Eng)
Ein Masterstudium dauert meist drei bis vier Semester und erweitert die Kenntnisse aus dem Bachelor-Studium. Eine Voraussetzung für das Master-Studium ist sehr oft ein (Bachelor-)Abschluss aus einem vergleichbaren Studiengang. Zum Ende des Master-Studiums plant man seinen Berufseinstieg oder den nächsten akademischen Abschluss: die Promotion.

Staatsexamen
Wer in Deutschland Jura (Rechtswissenschaft), Lehramt in Bayern, Medizin oder Pharmazie studiert, legt am Studienende die Prüfung „Staatsexamen“ ab. . Das Staatsexamen ist kein akademischer, sondern ein staatlicher Abschluss und besteht aus zwei Teilen: Das Erste Staatsexamen absolviert man nach dem erfolgreichen Studium. Danach bereitet man sich mit einer berufsbezogenen, praktischen Ausbildungsphase auf das Zweite Staatsexamen vor oder beginnt eine Promotion. Wer später nicht in Deutschland arbeiten möchte, sollte prüfen, ob das deutsche Staatsexamen im jeweiligen Land anerkannt wird.

Promotion
Mit einer Promotion erwirbt man einen Doktortitel, indem man eine Forschungsarbeit (Promotion) schreibt. Die Promotion dauert abhängig vom Thema zwischen vier und zehn Semester.


(Quelle: https://www.study-in.de/de/refugees/studieren/hochschulsystem_38620.php, 15.12.15)

Das akademische Jahr

Das akademische Jahr an deutschen Universitäten beginnt im Oktober und endet im September. Es ist in zwei Semester unterteilt: das Wintersemester (Oktober bis März) und das Sommersemester (April bis September). Sehr viele Studiengänge kann man nur im Oktober beginnen.


Weitere Informationen zum Thema: Studieren als Flüchtling - Wege an eine deutsche Hochschule


2. Deutsche Sprachkenntisse

Die meisten Studiengänge in Deutschland sind deutschsprachig. Das bedeutet, dass alle Studierenden sehr gute Deutschkenntnisse brauchen, um erfolgreich studieren zu können. Besonders im Bachelor-Bereich gibt es kaum rein englischsprachige Studiengänge.

Grafik Anzahl englischsprachiger Bachelor und Master Studiengänge in Deutschland

Quelle: https://www.daad.de/deutschland/studienangebote/studiengang/de/, 9.12.15


Mehr Informationen: Hochschulkompass - Studienangebote deutschlandweit: https://www.daad.de/deutschland/studienangebote/studiengang/de/

DAAD-Datenbank „International Programmes: https://www.daad.de/deutschland/studienangebote/international-programs/en/

Englischsprachiges Studienangebot an der Universität Augsburg: http://www.uni-augsburg.de/de/portal/interessenten/ausland/en_studiengaenge.html

Um Sprachniveaus zu beschreiben und vergleichbar zu machen, benutzt man die Niveaustufen des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens http://www.europaeischer-referenzrahmen.de

Sprachniveaus nach dem Europäischen Referenzrahmen

Um ein Studium erfolgreich absolvieren zu können, braucht man Deutschkenntnisse auf dem Niveau B2/C1. Diese Kenntnisse können durch verschiedene Prüfungen nachgewiesen werden. Die bekanntesten Prüfungen sind die DSH-Prüfung (Deutsche Sprachprüfung für den Hochschulzugang ausländischer Studienbewerber) und der TestDaF (Test Deutsch als Fremdsprache).

Das genaue Niveau der Sprachkenntnisse bzw. die anerkannten Sprachprüfungen können von Hochschule zu Hochschule und von Studiengang zu Studiengang unterschiedlich sein. Für die meisten – aber nicht alle – deutschsprachigen Studiengänge gilt Folgendes: DSH-2 oder DSH-3 sowie TestDaF mit den Noten 4 oder 5 in allen vier Teilbereichen. Genaue Informationen dazu finden Sie auf der Internetseite des gewünschten Studiengangs, meist unter dem Punkt „Bewerbung“.

Informationen über die an der Universität Augsburg anerkannten Deutschprüfungen für das Niveau C1: http://www.uni-augsburg.de/de/einrichtungen/studentenkanzlei/ausland/deutschkenntnisse-dsh-2.html


3. Hochschulzugangsberechtigung / Zeugnisse

Neben der sprachlichen Eignung (siehe u.a. Deutschkenntnisse) ist auch die fachliche Eignung („Hochschulzugangsberechtigung“) entscheidend, um ein Studium in Deutschland zu beginnen oder weiterzuführen.

Für Flüchtlinge und Asylbewerber/innen gelten grundsätzlich dieselben Bestimmungen wie für andere Bildungsausländer/innen. Das bedeutet konkret: Wer ein Bachelor-Studium beginnen möchte, muss ein Sekundarschulzeugnis vorlegen, das dem deutschen Abitur gleichwertig ist. Welche Zeugnisse das im Einzelnen sind, kann man im Informationsportal zur Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse recherchieren.

Interessenten für Masterstudiengänge müssen nachweisen, dass sie über einen einschlägigen Hochschulabschluss (z.B. Bachelor im gleichen oder ähnlichen Fach) verfügen. Die genauen Bestimmungen hierzu variieren von Studiengang zu Studiengang.

Was tun, wenn keine Zeugnisse vorhanden sind?
In diesem Fall entscheiden die Hochschulen, wie sie vorgehen. Zur Auswahl stehen Interviews, Einstufungs- oder Aufnahmeprüfungen sowie die Feststellungsprüfung bzw. der Besuch des Studienkollegs.


4. Finanzierung des Studiums

Wie viel Geld braucht ein Student/ eine Studentin?

In Deutschland gibt es an staatlichen Hochschulen keine Studiengebühren. In Augsburg brauchen Studierende ca. 700 – 800 EUR pro Monat, um ihre Lebenshaltungskosten zu decken:

  • 350 – 400 EUR/ Monat „Wohnen“ (Miete, Strom, Heizung, Rundfunkbeitrag etc.)
  • 80 EUR/ Monat Krankenversicherung
  • 300 EUR/ Monat Lebensmittel, Kleidung etc.
  • 150 – 200 EUR/ Semester für Bücher, Skripten, Kopien

Dazu kommen noch individuelle Ausgaben, Freizeitaktivitäten und der Semesterbeitrag von aktuell ca. 100 EUR (für jeweils 6 Monate), der jeweils vor Beginn des Semesters gezahlt werden muss.

Woher kommt das Geld zum Studieren?

Informieren Sie sich vor dem Studium bitte genau zu folgenden Fragen:
Wie werde ich mein Leben als Student finanzieren? Darf/ Kann ich arbeiten?  Darf ich arbeiten? Wenn ja, wie viele Tage im Jahr? Wo finde ich einen Job? Bekomme ich BAföG? Gibt es Stipendien für mich?

Momentan ist noch nicht abschließend geklärt, ob Flüchtlinge, die studieren, weiterhin Anspruch auf Sozialleistungen haben. Aktuell ist das nicht der Fall!

Manche Flüchtlinge können BAföG beantragen. In welchen Fällen das möglich ist, entscheidet das BAföG-Amt am Hochschulort anhand des jeweiligen Falles.

Was ist BAföG? 
BaföG-Beratung in Augsburg

Für manche Flüchtlinge ist auch eine Förderung über den Garantiefonds Hochschule möglich. Innerhalb einer Bildungsberatung wird festgestellt, wie genau diese Förderung aussehen kann. Die Förderung kann zum Beispiel Kurskosten, Fahrtkosten sowie Zuschüsse zum Lebensunterhalt und Wohnen umfassen.   Beratungsstellen 

Der DAAD betreibt eine Stipendiendatenbank, über die man ggf. auch Förderangebote finden kann.