Suche

Augsburg vernetzt sich beim „1. Marktplatz Engagierte Wissenschaft“


Der deutschlandweit erste „Marktplatz Engagierte Wissenschaft“ fand letzte Woche im Haus St. Ulrich statt. Lehrstühle der Universität kamen dabei mit gemeinnützigen Einrichtungen zusammen. Sie schlossen am Abend des Marktplatzes elf Kooperationsvereinbarungen ab und werden in Zukunft im Rahmen von Projekten zusammenarbeiten.

Kontakte knüpfen, Ideen entwickeln und neue Wege gehen: Das waren die Ziele des ersten Marktplatzes „Engagierte Wissenschaft“, den das Freiwilligen-Zentrum, das Bündnis für Augsburg, das Sozialreferat der Stadt sowie die Initiative „Bildung durch Verantwortung“ der Uni Augsburg letzte Woche im Augsburger Haus St. Ulrich veranstalteten.  Basierend auf der Leitfrage „Wie können gemeinnützige Einrichtungen und Universität voneinander profitieren und gemeinsam Gesellschaft gestalten?“ werden bald konkrete Projekte umgesetzt. Wissenschaftler/innen trafen auf Vertreter/innen von gemeinnützigen Einrichtungen und schlossen Vereinbarungen für Kooperationen ab. Geld durfte keine Rolle spielen. Kommunikation und Kreativität waren gefragt, denn welche Form und Inhalte die Kooperationen haben, ist abhängig vom Interesse und Bedarf der Teilnehmenden.

Der Marktplatz basiert auf dem Konzept des Marktplatzes „Gute Geschäfte“, den die Bertelsmann Stiftung 2007 in vielen deutschen Städten zwischen Unternehmen und Non-Profit Organisationen ins Leben gerufen hat und der seit drei Jahren auch in Augsburg durchgeführt wird. Das Konzept passten die Organisatoren so an, dass es auf den universitären Kontext zugeschnitten ist und gemeinsame Projekte zustande kommen können.

Die vereinbarten Projekte zwischen Universität und den Organisationen waren vielfältig. Der Lehrstuhl für neuere und neueste Geschichte einigte sich mit dem Verein Tür an Tür e.V., der unter anderem Integrationsprojekte koordiniert, ein Zeitzeugenprojekt zum Europadorf Augsburg durchzuführen. Besonders die Migrationsgeschichten sind für den Lehrstuhl interessant, weshalb dieser Oral History Interviews und Videodokumentationen einbringen möchte. Im Gegenzug bietet der Verein dem Lehrstuhl Kontakte zu den Bewohnern des Dorfes, eine Ortsbegehung und Materialien.

Ein weiteres Projekt entstand z.B. zwischen der CAB Caritas-Altenhilfe Augsburg und dem Lehrstuhl für Value Based Marketing. Diese wollen in Zukunft über Abschlussarbeitsthemen in Kontakt bleiben. Studierende des Lehrstuhls schreiben dann in Kooperation mit der Caritas Arbeiten, die z.B. Wettbewerbsanalysen und andere betriebswirtschaftliche Aspekte thematisieren.

Sowohl die Einrichtungen als auch die Universität sehen im Marktplatz einen Nutzen, so betont Philip Meyer, wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Initiative „Bildung durch Verantwortung“. Gerade der Mehrwert, den Wissenschaft durch die Öffnung gegenüber den Organisationen des dritten Sektors hat, sei groß: „Als Teilnehmer des Marktplatzes hat man die Chance sich mit Menschen auszutauschen, denen man im Unialltag so nicht begegnet. Dadurch kommt man auf Probleme und Fragestellungen, die eine direkte praktische Relevanz haben und von deren Untersuchung auch die Stadtgesellschaft direkt profitieren kann“, so Meyer.

Die gemeinnützigen Einrichtungen können gleichermaßen profitieren, meint Sabine Nölke-Schaufler, Leiterin der Geschäftsstelle des Bündnis für Augsburg: „Die Projekte mit Beteiligung durch Studierende und Lehrende bringen frischen Wind in die Organisationen und können durch wissenschaftliche Reflexion der Arbeit neue Impulse für Verbesserungen setzen.“

Auch Max Weinkamm, Leiter des Sozialreferats und Gründungsstudent der Uni Augsburg, schätzt das Vorhaben: „Ich begrüße die Rückbesinnung auf praktische Auswirkungen wissenschaftlicher Arbeit für die Stadtgesellschaft. Andererseits freue ich mich, dass Vertreter von Verbänden, Vereinen und Projekten ihrerseits die Chance engerer Zusammenarbeit mit der Uni nutzen.“

Pressekontakt
Bitte kontaktieren Sie für weiterführende Informationen, Bildmaterial und Interviewanfragen:

Philip Meyer
Initiative „Bildung durch Verantwortung“
Medienlabor der Universität Augsburg

Telefon: (0)821-598-5724      
Mail: philip.meyer@phil.uni-augsburg.de

Über die Initiative „Bildung durch Verantwortung“
Die Initiative "Bildung durch Verantwortung" schafft Studierenden der Universität Augsburg seit 2011 den Freiraum sich in sozialen, kulturellen oder ökologischen Projekten zu engagieren und bereits während des Studiums gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. Dies geschieht über verschiedene Formen der Anerkennung studentischen Engagements, wozu auch die Vergabe von Leistungspunkten für das mit dem Engagement verbundene Lernen gehört. Darüber hinaus bieten wir eine Plattform für die Zusammenarbeit zwischen Studierenden, Lehrenden, Non-Profit-Organisationen und Wirtschaftsunternehmen aus der Stadt und Region.

Mehr unter: http://www.uni-augsburg.de/projekte/bildung-durch-verantwortung/

Über das Freiwilligen-Zentrum  Augsburg
Das Freiwilligen-Zentrum Augsburg besteht seit 1997 und hat sich zum Ziel gesetzt, bürgerschaftliches Engagement in der Region Augsburg zu fördern. Die Trägerschaft liegt beim SKM – dem Katholischen Verband für soziale Dienste. Seit Gründung des Bündnisses für Augsburg 2003 ist es enger Partner in diesem Netzwerk Bürgerengagement.

Das Freiwilligen-Zentrum Augsburg berät interessierte Bürger/innen und vermittelt sie in passende Einsatzstellen – gleichzeitig arbeitet es mit gemeinnützigen Einrichtungen zusammen, die Freiwillige einsetzen. Daneben organisiert das Freiwilligen-Zentrum Augsburg mit anderen Partnern viele Projekte rund um freiwilliges Engagement, wie z.B. Sozialpaten, Change in, Lesepaten, SymPaten sowie auch Corporate-Citizenship-Projekte mit Unternehmen.

Mehr unter: http://www.freiwilligen-zentrum-augsburg.de

Über das Bündnis für Augsburg
Augsburg hat als erste bayerische Großstadt ein Bündnis für Bürgerengagement, Ehrenamt und Freiwilligenarbeit im Oktober 2002 im Rathaus gegründet - ein Bündnis aus Bürgerschaft, Verwaltung/Politik und Wirtschaft. Das gemeinsame Ziel ist die Steigerung der Lebensqualität und die Stärkung der Bürgergesellschaft in Augsburg.

Mehr unter: http://www.buendnis.augsburg.de/

Über das Sozialreferat der Stadt Augsburg
Das Sozialreferat der Stadt Augsburg ist zuständig für die Bereiche Soziales, Jugend, Familie, Senioren und Menschen mit Behinderung. Im zwei- bis dreijährig erscheinenden Sozialbericht informiert die Stadt über den Themenkomplex Soziales sowie Kinder, Jugend und Familie. Diese Fakten sollen die fundierte Basis eines breiten Diskussionsprozesses bilden, aus dem Handlungsempfehlungen und Projektabsichten vor dem Hintergrund personeller und finanzieller Ressourcen abgeleitet werden können.

Mehr unter: http://www.augsburg.de/index.php?id=9566

 

Meldung vom 17.06.2013