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PM: Auszeichnung im Wettbewerb “Mehr als Forschung und Lehre”


Die Universität Augsburg ist mit ihrem Konzept zur Förderung gesellschaftlicher Verantwortung unter den Gewinnern des von der Stiftung Mercator und vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft ausgeschriebenen Wettbewerbs "Mehr als Forschung und Lehre". Für die Umsetzung des Konzepts erhält die Universität Augsburg nun ein Preisgeld von 190.000 Euro.

UPD 53/11 - 21.02.2011

Bildung durch Verantwortung: das Augsburger Modell setzt sich durch

Die Universität Augsburg ist unter den Gewinnern des von der Stiftung Mercator und vom Stifterverband ausgeschriebenen Wettbewerbs "Mehr als Forschung und Lehre". Jetzt winkt eine Projektförderung in Höhe von 190.000 Euro.


Augsburg/KPP - Auch beim Berliner Finale der besten Zehn konnte sich die Universität Augsburg am 17./18. Februar 2011 mit ihrem Projekt "Bildung durch Verantwortung: das Augsburger Modell" im Wettbewerb "Mehr als Forschung und Lehre. Hochschulen in der Gesellschaft" durchsetzen. Als eine von sechs Gewinner-Universitäten bzw. -Hochschulen kann sie nun mit einer Projektförderung im Umfang von rund 190.000 Euro rechnen. An dem von der Stiftung Mercator und dem Stifterverband für Deutsche Wissenschaft getragenen Wettbewerb hatten sich ursprünglich 78 deutsche Universitäten und Hochschulen mit Konzepten, Initiativen und Programmen beteiligt, die ihre Rolle als gesellschaftliche Akteure akzentuieren und fördern sollen.

"Das ist eine schöne Anerkennung unserer bereits langjährigen Bemühungen, die Studentinnen und Studenten der Universität Augsburg nicht nur zur Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung und zu entsprechendem Engagement jenseits des 'Pflichtprogramms' zu motivieren, sondern ihnen auch den Freiraum und konkrete Möglichkeiten zu bieten, ihre Verantwortungsbereitschaft und ihr Engagement während des Studiums umzusetzen", kommentiert Prof. Dr. Alois Loidl, ständiger Vertreter des Präsidenten der Universität Augsburg, den Wettbewerbserfolg. Sein Dank, so Loidl, gelte vor allem Thomas Sporer, der das Projekt "Bildung durch Verantwortung" im Institut für Medien und Bildungstechnologie (imb) koordiniert, sowie Julia Brombach, der Leiterin des Augsburger Career Service, und Ralph Gnädig vom Zentrum für Weiterbildung und Wissenstransfer, die das Konzept gemeinsam mit dem imb entwickelt und ausgefeilt haben. Dank gebühre darüber hinaus seinem Kollegen, Vizepräsident Prof. Dr. Dr. Werner Wiater, und Felix Senner, dem Vertreter der Studierenden in der Erweiterten Universitätsleitung, die bei der Auswahlkonferenz in Berlin zusammen mit den Projektverantwortlichen deutlich gemacht hätten, wie überzeugt die ganze Universität Augsburg hinter diesem Konzept stehe.

Universitäten und Hochschulen als zivilgesellschaftliche Akteure
Ziel des Wettbewerbs bzw. des Förderprogramms "Mehr als Forschung und Lehre" war bzw. ist es, Universitäten und Hochschulen dabei zu unterstützen," ein Selbstverständnis für ihre Rolle als zivilgesellschaftliche Akteure zu entwickeln und umzusetzen, statt sich ausschließlich über Exzellenz in Forschung und Lehre zu definieren." Verantwortung für das Gemeinwesen zu übernehmen heiße dabei z. B., sich für mehr Bildungsbeteiligung einzusetzen, gesellschaftliches Engagement in Lehre und Forschung zu integrieren oder den Dialog mit der Gesellschaft zu suchen.

Die sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Grundlagen der Gesellschaft mitgestalten
Den wichtigen Stellenwert, den sie diesem Auftrag zumessen, und die Bedeutung, die aus ihrer Sicht den im Wettbewerb dokumentierten Anstrengungen der Universitäten und Hochschulen entsprechend zukommt, machten die Veranstalter zum Abschluss der Berliner Auswahlkonferenz nochmals deutlich:

So sieht Prof. Dr. Andreas Schlüter, Generalsekretär des Stifterverbandes, die deutschen Universitäten und Hochschulen "auf dem Weg in die Mitte der Gesellschaft". Sie "beginnen, jenseits von Forschung, Lehre und Technologietransfer die sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Grundlagen unseres Zusammenlebens mitzugestalten. Damit ist die Idee von der umfassenden gesellschaftlichen Verantwortung der Hochschulen nun auch in Deutschland angekommen."

Und der Geschäftsführer der Stiftung Mercator, Dr. Bernhard Lorenz, meint: "Die Leistungen deutscher Hochschulen gehen heute über Forschung und Lehre hinaus. Wir wollen mit unserem Programm diese Entwicklung unterstützen und zugleich mehr Aufmerksamkeit für eine vielfältige deutsche Hochschullandschaft schaffen. Die ausgewählten Hochschulen werden wir nun in ihren hervorragenden Projekten in den nächsten zwei Jahren unterstützen und sie damit in ihrer Rolle als gesellschaftlicher Akteur stärken."

Studentische Bereitschaft zum Engagement mit der Stadt und der Region kurzschließen
Das "Bildung durch Verantwortung" betitelte Augsburger Modell zur Förderung studentischen Engagement, das bei der Endausscheidung am Ende neben den Wettbewerbsbeiträgen der Universitäten Duisburg-Essen und Kassel, der Zeppelin Universität Friedrichshafen sowie der Fachhochschule Dortmund und der Hochschule München erfolgreich war, integriert teils bereits bewährte einschlägige Initiativen mit neuen Modellen studentischen Engagements auf einer Plattform, die Studentinnen und Studenten mit sozialen Einrichtungen und zugleich mit Wirtschaftsunternehmen der Stadt Augsburg und der Region Schwaben kurzschließt.

Neue Erfahrungen machen und eigenes Wissen einbringen
"Soziale Einrichtungen wie z. B. Seniorenheime, Jugendtreffs oder Einrichtungen für Menschen mit Behinderung sind besondere Lernorte, in denen Studentinnen und Studenten ganz neue Erfahrungen machen können. Ihre Mitarbeit in solchen Einrichtungen bringt ihre Persönlichkeitsentwicklung voran, denn sie werden mit nicht alltäglichen Situationen konfrontiert, in denen Empathie und Kreativität gefragt sind. Zugleich haben wir die Erfahrung gemacht, dass in sozialen Einrichtungen interessante Projekte auf Bearbeitung warten, bei denen Studierende das an der Universität theoretisch Erlernte anwenden und ihr Wissen einbringen können", erläutert Julia Brombach, die Leiterin des Career Service der Universität Augsburg.

Differenzierte "Engagementstufen"
Charakteristisch für das Augsburger Modell ist, dass die Studierenden je nach ihren Interessen, Qualifikationen und zeitlichen Möglichkeiten aus einem differenzierten Spektrum unterschiedlicher "Engagementstufen" auswählen können. Dieses Spektrum reicht vom kurzfristigen Einsatz an einem "Social Day" über eine rund 40 Stunden beanspruchende Beteiligung am "Do it!"-Programm oder über die Mitarbeit in "Social Entrepreneurship"-Projektseminaren, in denen mit einem ca. 100-stündigen Zeitaufwand in Zusammenarbeit mit lokalen Non-Profit-Organisationen prototypische Lösungen für soziale Probleme entwickelt werden, bis hin zum sog. "Begleitstudium", das Augsburger Studentinnen und Studenten bereits seit mehreren Jahren unterschiedlichste Möglichkeit bietet, sich im Sinne ihrer überfachlichen Kompetenzentwicklung auch über mehrere Semester hinweg in außeruniversitären Projekten zu engagieren, sich so über das Fachstudium hinaus weiterzuqualifizieren, um dabei aber auch ECTS-Punkte für ihr Fachstudium erwerben zu können.

An den Bedürfnissen der Studierenden ausgerichtet und mit dem Studium schlüssig verzahnt
"Ich denke, dass dieses Modell, das uns Studierenden eine breite, gestufte Auswahlmöglichkeit schafft und das damit optimal auf die Bedürfnisse und Spielräume der Studentinnen und Studenten während der unterschiedlichen Phasen ihres Studiums eingeht, mit einer der ausschlaggebenden Gründe für die Entscheidung der Jury zu unseren Gunsten war", so Felix Senner. Er ist darüber hinaus davon überzeugt, dass auch die intensive Einbindung der Studierenden selbst sowie die schlüssige Verankerung im "normalen" Studium von der Jury als großes Plus gesehen wurde: "Die Studentinnen und Studenten sind hier zum einen nicht passive Kunden eines ihnen 'von oben' gemachten Angebots, sondern sie gestalten dieses Angebot für sich und ihre Kommilitoninnen und Kommilitonen durch eigene Ideen und Eigeninitiative entscheidend mit. Und zum anderen handelt es sich bei den 'Bildung durch Verantwortung'-Projekten nicht um 'aufgesetzte' Zusatzangebote, die ohne rechten Zusammenhang neben dem Fachstudium herlaufen. Vielmehr ermöglichen sie durch ihre Offenheit und Differenzierung eine sinnvolle Verzahnung mit dem jeweiligen Fachstudium."

Einbindung regionaler Unternehmen steigert den Mehrwert für alle Beteiligten
Eine weitere Besonderheit der Initiative "Bildung durch Verantwortung" ist, dass auch Unternehmen der Region in sie eingebunden werden: Ein Weiterbildungsangebot des ZWW der Universität Augsburg für Führungskräfte soll dafür Sorge tragen, dass einerseits der Transfer von für Projektabwicklung und Organisationsaufbau wichtigem Know-How in soziale Einrichtungen intensiviert wird und andererseits den in sozialen Projekten engagierten studentischen Teams Mentoren zur Seite stehen, die sie bei ihrer Projektarbeit begleiten. "Durch unser in das Projekt 'Bildung durch Verantwortung' integriertes Weiterbildungsangebot können Führungskräfte aus der Wirtschaft neue Erfahrungen jenseits ihrer gewohnten Organisationskultur sammeln, um sich zugleich Coaching-Fähigkeiten anzueignen, die sie in der Betreuung der Projekte auch gleich praktisch erproben können" so Ralph Gnädig, Bereichsleiter Consulting - Coaching - Training am ZWW. "Durch diese Verzahnung studentischen Engagements in sozialen Einrichtungen mit unserem Weiterbildungsangebot entsteht für alle Beteiligten ein Mehrwert, von dem alle - Universität, Stadt und Region - profitieren."
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Pressekontakt
Bitte kontaktieren Sie für weiterführende Informationen, Bildmaterial und Interviewanfragen:

Philip Meyer
Initiative „Bildung durch Verantwortung“
Medienlabor der Universität Augsburg

Telefon: (0)821-598-5724
Mail: philip.meyer@phil.uni-augsburg.de

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Foto zu dieser Pressemitteilung: http://idw-online.de/pages/de/image?id=135570
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Weitere Informationen zum Programm "Mehr als Forschung und Lehre":

Weitere Informationen zu "Bildung durch Verantwortung: Das Augsburger Modell":

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Meldung vom 21.02.2011