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Was muss ich beachten wenn eine Mitarbeiterin schwanger ist?


Sobald eine in einem Arbeitsverhältnis stehende Frau ihrem Arbeitgeber ihre Schwangerschaft bekannt gibt, gelten für sie die Schutzvorschriften die im Mutterschutzgesetz verankert sind. Der Arbeitgeber ist dafür verantwortlich, dass diese Vorschriften eingehalten werden.

"Der gesetzliche Mutterschutz hat die Aufgabe, die in einem abhängigen Beschäftigungsverhältnis stehende (werdende) Mutter und ihr Kind vor Gefährdungen der Gesundheit sowie Überforderung am Arbeitsplatz, vor finanziellen Einbußen und vor dem Verlust des Arbeitsplatzes während der Schwangerschaft und einige Zeit nach der Geburt zu schützen."

Regelungen des Mutterschutzgesetzes, die für Beschäftigte und deren Führungskräfte an der Universität Augsburg besonders relevant sein können und oft weniger bekannt sind, sind folgende:

Nacht-, Sonntags- und Mehrarbeit:

"Werdende und stillende Mütter dürfen nicht in Nachtarbeit (zwischen 20 und 6 Uhr), nicht an Sonn- und Feiertagen und nicht mit Mehrarbeit beschäftigt werden. Sie dürfen nicht mehr als 8,5 Stunden täglich oder 90 Stunden pro Doppelwoche (...) arbeiten."

Bildschirmarbeit:

Bislang gibt es keinen nachgewisenen Zusammenhang zwischen Bildschirmarbeit und gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Jedoch sollte darauf geachtet werden, dass die Schwangere die Möglichkeit hat, sich ausreichend zu bewegen und permanenter Zeitdruck vermieden wird. Es wird empfohlen einen Betriebsarzt oder eine Betriebsärztin einzubeziehen und alle Faktoren für einen gesundheitsgerechten Arbeitsplatz zu besprechen.

Beschäftigunsverbot vor und nach der Geburt:

In den 6 Wochen vor dem errechneten Geburtstermin sollte die schwangere Frau nicht mehr arbeiten. Sie darf nur beschäftigt werden, wenn sie dies ausdrücklich wünscht. In den 8 Wochen nach der Geburt gilt ein striktes Beschäftigungsverbot.

Pausen zum Stillen oder Abpumpen während der Arbeitszeit:

"Eine Frau, die stillt, kann nach Wiederaufnahme ihrer Arbeit Stillpausen während der Arbeitszeit beanspruchen. Die Zeit zum Stillen ist durch das Mutterschutzgesetz gesichert: mindestens zwei Mal täglich eine halbe Stunde oder einmal pro Tag einer Stunde."

"Ein Verdienstausfall darf durch die Stillzeit nicht eintreten. Die Stillzeit darf von der stillenden Mutter auch nicht vor- oder nachgearbeitet und nicht auf die festgesetzten Ruhepausen angerechnet werden."

Erholungsurlaub:

"Die Fehlzeiten aufgrund mutterschutzrechtlicher Beschäftigungsverbote und der Mutterschutzfristen gelten als Beschäftigungszeiten." Während dieser Zeiten entstehen somit Urlaubsansprüche.