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Warum hat ein Klavier schwarze und weiße Tasten?


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Jeder weiß, dass das Klavier schwarze und weiße Tasten aufweist? Weshalb dies so ist, erläutert Musikwissenschaftler Prof. Dr. Franz Körndle,



Vereinfacht könnte man auf diese Frage antworten, dass mit der Anordnung von weißen und schwarzen Tasten eine klare und optisch erkennbare Struktur in die von links nach rechts in der Höhe ansteigenden Töne erreicht wird. Damit kann der Klavierspieler auch komplizierte und rasche Kompositionen mit den beiden Händen (be-)greifen. Dies war jedoch nicht die ursprüngliche Idee bei der Entstehung der Klaviatur, die sich im Mittelalter zuerst bei den Orgeln herausbildete. Die Töne dieser einfachen Instrumente verfügten nur über einen kleinen Tonvorrat, der entsprechend dem Alphabet mit A, B, c, d, e, f, g, a, b etc. benannt wurde. Über die schlichten Tastenhebel, die man Clavis (Schlüssel; vgl. Notenschlüssel) nannte, ließen sich Melodien aus dem Gregorianischen Choral problemlos anspielen. Mit der Teilung der Tonstufe b in b und h wurde schließlich eine Unterscheidung in der Tastatur nötig. Dazu wurde eine erste schwarze Obertaste für das b eingerichtet. Erst mit dem Bedürfnis zur systematischen Erweiterung der bestehenden Tonstufen traten die weiteren schwarzen Tasten hinzu, sodass am Ende des Mittelalters in etwa das heutige Erscheinungsbild der Klaviatur bestand. Allerdings hat sich seither der Umfang sowohl in der Höhe wie auch in der Tiefe nochmals erheblich vergrößert.