Der größte künstliche Diamant der Welt kommt aus Augsburg

Vor vier Jahren stellten Forschende der Universität Augsburg den größten künstlichen Diamanten der Welt her – und lieferten damit auch Antworten für all diejenigen, die am Valentinstag mit einem ganz besonderen Geschenk ihre Zuneigung ausdrücken wollen.

Echte Diamanten

Diamanten in jeglicher Form und Größe sind beliebte Geschenke. Doch wussten Sie, dass sich die Frage nach der „Echtheit“ der Diamanten erübrigt? Die Vorstellung, dass nur ein natürlicher Diamant ein „echter“ Diamant sei, widerlegten die Physikerinnen und Physiker der Diamant-Arbeitsgruppe um Dr. Matthias Schreck. Von der Kristallstruktur her identisch mit „natürlichen“ Diamanten, synthetisierten die Forschenden der Universität Augsburg 2017 den größten synthetischen Diamanten der Welt: eine Diamantscheibe mit einem Gewicht von 155 Karat.

Ein ganz besonderes Geschenk

Ein einzigartiges Valentinsgeschenk wäre sicher der erste und einzige Volldiamantring: Der Ring mit 133 Facetten wurde aus einer Diamantscheibe des Startup Augsburg Diamond Technology GmbH (AuDiaTec)von holländischen Diamantschleifern geschliffen. AuDiaTec ist eine Ausgründung aus der Universität

Dr. Matthias Schreck, Dr. Martin Fischer und Dr. Stefan Gsell (v.l.) mit ihrer einkristallinen Diamantscheibe. Die Grauschattierungen resultieren überwiegend aus der noch nicht entfernten Keimbildungsschicht. Universität Augsburg/IfP/EP IV

Augsburg, die dank ihrer Technologie die hochkarätigen Diamanten exklusiv, aber zugleich auch erschwinglich macht.

 

Der erste und einzige Volldiamantring aus synthetischem Diamant, geschliffen von der niederländischen Firma Dutch Diamond Technologies. Dutch Diamond Technologies

Diamanten und die Augsburger Forschung

Die Herstellung großflächiger Diamantscheiben ist derzeit nur mithilfe der an der Universität Augsburg entwickelten Technologie möglich. Mit dem Ziel, die verschiedenen chemischen sowie physikalischen Prozesse des Kristallwachstums zu verstehen, werden Diamanten bereits seit 1991 an der Universität erforscht. Unter der Führung zwei früherer Mitarbeiter der Universität, Dr. Stefan Gsell und Dr. Martin Fischer, gelang schließlich der wichtige Transfer der Ergebnisse aus der

Grundlagenforschung in die technische Anwendung: AuDiaTec, die bereits genannte Ausgründung aus der Mathematisch-Naturwissenschaftlich-Technischen Fakultät der Universität Augsburg, stellt Diamanten für eine Vielzahl technischer Anwendungen her. Schneidwerke für Ultrapräzisionsbearbeitung und infrarotoptische Komponenten sind nur einige Bespiele.

 

Diamanten für die Zukunft?

Darüber hinaus könnte der Kristall der Augsburger Forschergruppe zum Gelingen der Energiewende beitragen. Diamant sei laut Dr. Schreck das „ultimative Material für Hochleistungselektronik“, wie sie für den Aufbau moderner Stromnetze benötigt wird. Aber auch in anderen Industriezweigen ist die wirtschaftliche Nutzung von Diamant längst angekommen: Aktuell ist es eines der meistuntersuchten Materialien für verschiedene Quantentechnologien, die der abhörsicheren Datenübertragung dienen. „Bei all diesen Anwendungen wird die Industrie immer nach großflächigen Scheiben verlangen, um sie wirtschaftlich umsetzen zu können“, so Dr. Schreck. Gemeinsam mit den Forschenden blickt die Universität Augsburg auf gute Zukunftsaussichten.

Autorin: Lea Schreinemachers

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