Die Lichtschleuse – ein Relikt aus vergangenen Foto-Zeiten

Egal ob akademische Feier, Ringvorlesung oder Theateraufführung: Die Fotografinnen und Fotografen der Universität Augsburg sind immer mit dabei. An der Universität gibt es seit 1972 die „Zentrale Fotostelle der Universitätsbibliothek Augsburg“. Anfangs waren überwiegend Reproduktionen sowie Mikroverfilmungen für die Bibliothek gefragt. Heute dokumentieren die Fotografinnen und Fotografen den Universitätsalltag, halten wichtige Ereignisse fest und sind fotografischer Dienstleister für alle Bereiche der Universität.

Eine spezielle Tür

In den Räumlichkeiten der Fotostelle auf den Campus findet sich eine ganz besondere Tür: Ein in die Wand eingelassener, mannshohe Zylinder, mit einem drehbaren Innenteil. Fotograf Peter Neidlinger, Leiter der Fotostelle, erinnert sich an seine erste Begegnung mit der sogenannten „Lichtschleuse“. „Die Schleuse irritierte sicher nicht nur mich bei der ersten Begegnung. Neugierig schritt ich in die Tür und begann die zylinderförmige Wand um mich herum zu drehen. Der Moment war ebenso überraschend wie kurz, dann landete ich im Büro meiner Kollegen“.

Was heute eine kuriose Möglichkeit des Raumwechsels darstellt, hatte früher durchaus seine Bewandtnis, erzählt Christa Holscher. Nunmehr in Rente war sie 1974 die erste Fotografin der Fotostelle, heute unterstützt sie noch mit ihrem Wissen um die alten Bestände. „Im Fotolabor, das man durch die Schleuse betreten konnte, wurde lichtempfindlich beschichtetes Material entwickelt. Je nach Emulsion bei Dunkelkammerbeleuchtung oder in völliger Dunkelheit“, erinnert sie sich. „Damit kein einziger Sonnenstrahl in den Raum gelangen konnte, betrat man ihn durch die Schleuse.“

Die Fotoschleuse am ersten Standort in der Memminger Straße (ab ca. 1972/1973). © Universität Augsburg

Eine Lichtschleuse ist erhalten geblieben

„Inzwischen hat die digitale Fotobearbeitung den Dunkelkammern den Garaus gemacht“, erklärt Neidlinger. Mit den Laboren und deren Rückbau verschwanden auch die Schleusen – bis auf diese eine. Sie verbindet noch heute die Räume 3077 und 3079 im Gebäude D. „Ich weiß nicht, wem wir die Bewahrung dieses Relikts zu verdanken haben. Aber ich denke mir gern einen weißhaarigen Laborleiter mit einer liebenswerten Leidenschaft für aussterbende Spezies“, lacht Neidlinger, und meint dann mit einem Augenzwinkern: „Manchmal, wenn ich spät abends allein in der Fotostelle an eiligen Aufträgen arbeite, knarzt die Tür plötzlich und scheint sich ganz von allein in Bewegung zu setzen. Wenn es dann in ihrem Innern leise rot zu glimmen beginnt, weiß ich: Es ist höchste Zeit nach Hause zu gehen.“

Die Fotoschleuse zu später Stunde, illuminiert. © Universität Augsburg

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