Von Augsburg in die Welt mit Global Business Management

Einer der größten Geschäftsmänner der Geschichte hat sein – schon damals global agierendes – Imperium von Augsburg aus geführt. Die Rede ist von Jakob Fugger dem Reichen, dem die Renaissancestadt Ruhm und Glanz verdankt. Rund 500 Jahre später wählt eine neue Garde angehender junger Geschäftsleute Augsburg als Startpunkt für ihre Karrieren. Mit dem innovativen Studiengang Global Business Management (GBM) ist seit 2008 ein Betriebswirtschaftsstudium von besonderer Exzellenz an der Universität Augsburg möglich. Als einziger Bachelorstudiengang einer staatlichen deutschen Hochschule ist dieser von der Foundation for International Business Administration Accreditation (FIBAA) 2016 mit dem Premiumsiegel für herausragende Exzellenz in Studium und Lehre ausgezeichnet worden.

© Frauke Wichmann für a3kultur

 

Eigentlich wollte der Augsburger David Reber nach dem Abitur in eine andere Stadt oder sogar ein anderes Land ziehen. Schon während seiner Schulzeit rief die Ferne: So nahm er unter anderem am deutschlandweiten Projekt „Klassenzimmer unter Segeln“ teil und segelte ein halbes Jahr lang über den Atlantik. Im Rahmen einer international ausgerichteten „Leadership Challenge Academy“ verbrachte David außerdem mehrere Wochen am NASA U.S. Space & Rocket Center in den Vereinigten Staaten und nach dem Abi ging er für ein Jahr nach Australien. Die Bindungen, die er auf seinen Reisen geknüpft hat, bedeuten ihm viel.

Ein weltweites Netzwerk an Freundinnen und Freunden

Doch ausgerechnet für sein Studium bleibt er in Augsburg, denn die internationale Ausrichtung von Global Business Management passt ideal zu seinem Lebenslauf. Ein Auslandsaufenthalt ist Pflicht, ebenso wie zwei Semester Business English und der Besuch zweier Sprachkurse. Für David ging es nach Shanghai, wo er nochmals eine ganz neue Kultur kennengelernt hat. „Man kann sein Netzwerk um viele neue Freunde in der ganzen Welt erweitern“, berichtet er. „Es ist einfach interessant, wenn man sieht, wie verschieden die Hintergründe von internationalen Studierenden sind, mit denen man vor Ort an einem Projekt arbeitet.“

Der Augsburger denkt gerne an den Anfang seines Studiums zurück, wo er schon bei den Auswahlgesprächen viele seiner künftigen Kommilitoninnen und Kommilitonen kennenlernte. Das Besondere an den Aufnahmegesprächen des zulassungsbeschränkten Bachelors ist, dass eines von drei Gremiumsmitgliedern aus dem zugehörigen Verein Global Business Management e.V. stammt, der aus Studierenden sowie Alumni besteht. Er fungiert als Schnittstelle zwischen Studierenden, Dozierenden und Alumni und organisiert Veranstaltungen für die Mitglieder des Studiengangs. So auch die „Erstihütte“, auf der Erstsemester untereinander und mit Studierenden höherer Semester Kontakte knüpfen können. „Wenn man erst einmal im Vorlesungssaal mit tausend Leuten sitzt, dann hat man seine Peer-Group schon kennengelernt und wird nicht allein gelassen“, weiß David aus seiner Anfangszeit zu berichten. Damit sich keiner der rund 80 Neuanfängerinnen und -anfänger jedes Jahr vernachlässigt fühlt, sorgt außerdem das Buddy-System dafür, dass neuen Studierenden immer jemand aus einem höheren Semester Hilfestellungen gibt. Beim „Social Day“ engagieren sich die GBM-Studierenden ehrenamtlich in unterschiedlichen sozialen Einrichtungen. Der Verein schafft einen familiären Rahmen, der sich durch das gesamte Studium zieht.

David gefällt an der Universität Augsburg besonders der Campus mit seinem Park und den zwei Seen. „Da hier alles so nah beieinander ist, kommt man nach den Lehrveranstaltungen viel schneller in Ruhephasen, was man bei einer dezentralen Uni so nicht hätte“, erklärt er. „Oft sitze ich nach dem Lernen einfach vor der Wirtschaftsbibliothek auf der Terrasse.“ Gerade im Frühling und Sommer treffe er sich dann gerne mit befreundeten Kommilitoninnen und Kommilitonen zum Essen im Freien. Für zwei Semester spielte er Volleyball im Hochschulsport, aber auch insgesamt treibe er mit seinen Studienkolleginnen und -kollegen viel Sport, um einen physischen Ausgleich zu den kognitiven Leistungen während des Tages zu haben.

Eines der prägendsten Erlebnisse während seines Studiums war die „Summer School“, eine Initiative der Universitäten Indiana (USA), Bergamo (Italien) und Augsburg, bei der etwa 40 Studierende erst in Augsburg und dann in Bergamo zusammenkamen, um gemeinsam Projekte zu erarbeiten. „Das ist das Besondere“, findet David, „dass man hier vor Ort Seminare und Aktivitäten besucht, dann aber auch als Gruppe nach Italien fährt und dort an der Universität in Bergamo diese Case-Study noch mal finalisiert“.

Wir eröffnen Welten

„Der enge Kontakt unserer Studierenden mit Studierenden aus dem Ausland fördert den kulturellen Austausch, baut Barrieren ab und macht neugierig“, betont Prof. Dr. Marco Wilkens, der Dekan der Fakultät. Denn neben der „Summer School“ bietet die WiWi-Fakultät mit rund 150 ausländischen Partneruniversitäten das richtige Austauschprogramm für jeden, der BWL, VWL oder GBM studiert. Das Leitmotiv der Fakultät „Wir eröffnen Welten“ darf aber nicht nur interkulturell verstanden werden. „Der Begriff ›Welten‹ ist sehr auslegbar“, so Wilkens. „So ist auch an ›Erfahrungs-, Wissens- und Zukunftswelten‹ zu denken.“

Seine „Zukunftswelt“ hat David bereits vor Augen: Bei verschiedenen Praktika im In- und Ausland lernte er die Theorie in die Praxis umzusetzen. Dabei hat sich sein Berufswunsch im Bereich Management herauskristallisiert, weshalb er sich im Studium auf dieses Themenfeld fokussierte. Doch möchte er nach dem Bachelor vorher noch einen Master im europäischen Ausland anhängen. Fest steht, dass er sich von seinem Studiengang perfekt darauf vorbereitet fühlt – von Augsburg aus in die Welt hinauszuziehen.

 

Max Kretschmann/Michael Hallermayer und Teresa Grunwald (Universität Augsburg)

 

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