Interdisziplinär und praxisnah

Die Bachelorarbeit im Fach Wirtschaftsingenieurwesen ist abgegeben und die Corona-Krise vereitelt größtenteils das Campusleben an der Universität Augsburg, dennoch wird es Andreas Herb bei sich zu Hause nicht wirklich langweilig – zurzeit bereitet er sich auf seinen Master im gleichen Gebiet vor und freut sich auf das eingeplante Auslandssemester.

Warum überhaupt die Wahl des Wirtschaftsingenieurwesens? Die Argumente, die Andreas’ Entscheidung für sein Studium begründen, kommen spontan, klingen plausibel und überzeugen: Primär angesprochen haben ihn das breite Spektrum und die interdisziplinäre Ausrichtung, in der sich betriebswirtschaftliches Know-how mit naturwissenschaftlichen

Der Studierende Andreas Herb am Uni-See. © Frauke Wichmann

Themengebieten wie Chemie, Materialwissenschaften und Physik gewinnbringend verzahnt. Technisches Wissen wird praxisnah angewandt und zugleich der Schwerpunkt auf all die Materialien gelegt, die dann wieder aus der technischen Perspektive heraus betrachtet werden, ohne die wesentlichen wirtschaftliche Aspekte wie Nachhaltigkeit oder Rohstoffkritikalität zu vernachlässigen.

Gehen Hand in Hand:Erkenntnisgewinn und Wissenstransfer

Dass verschiedene Fächer stark zusammenarbeiten, ist an der Mathematisch-Naturwissenschaftlich-Technischen Fakultät selbstverständlich: „Wir sind eine große, aufgeschlossene Fakultät, die ihre Vielfalt aus ihren drei starken Instituten – dem Institut für Mathematik, dem Institut für Physik und dem Institut für Materials Resource Management – zieht. Erkenntnisgewinn und Wissenstransfer gehen bei uns Hand in Hand“, meint Dekan Prof. Dr. Marc Nieper-Wißkirchen. Aber auch die Verbindung nach außen, hinein in Unternehmen und in die Gesellschaft, sei wichtig.

Wissenschaftliche Erkenntnisse in der Praxis nutzbar machen, das geschieht zum Beispiel in Praxisprojekten oder Praktika: Begeistern konnte sich Andreas in diesem Kontext für die samt Businessplan erstellte Rakete aus Carbon, die im Rahmen des Leichtbau-Praktikums in Gruppenarbeit konzipiert, gesteuert und getestet wurde. Eine Stufe darüber arbeiteten natürlich auch die Wissenschaftler*innen eng mit der Wirtschaft in gemeinsamen Forschungsprojekten zusammen.

Das Auslandssemester: die „beste Zeit im Leben“

Nachhaltig beeindruckt hat den angehenden Wirtschaftsingenieur sein Bachelor-Auslandssemester, das er südlich von Oslo absolvierte – zustande gekommen dank einer Kooperation der entsprechenden Lehrstühle beider Universitäten. Es war die „bisher beste Zeit im Leben“, wie er es selbst ausdrückt. Dieser Auslandsaufenthalt brachte ihm nicht allein Land und Leute, sondern auch ein anderes Universitätskonzept nahe, das unter anderem mit kleineren Gruppen arbeitet. Zudem profitiert er bis heute von den internationalen Begegnungen und Kontakten, die er dort machte.

Wer gerne im Ausland ist, tut wie Andreas gut daran, auch flankierende Bildungsangebote der Universität zu nutzen. So besuchte er Spanischkurse und Angebote, in denen wertvolle und wegweisende Soft Skills, wie zum Beispiel gutes Präsentieren, vermittelt werden.

Die Wahl von Augsburg hat sich bewährt

Dürfte Andreas einen Wunsch an die Uni richten, so den, dass man zukünftig die in der Corona-Zeit erprobte digitale Lehre noch intensiver und damit effektiver für die Studierenden mit der Präsenzlehre verknüpft. Die Online-Vorlesungen mit Skript und zusätzlichen Videos waren seiner Meinung nach sehr hilfreich, um den Lehrstoff sinnvoll für sich nachzubereiten.

Ganz allgemein hat sich aber seine persönliche Entscheidung sowohl für den Studiengang als auch für die Universität Augsburg im Ganzen sehr bewährt: Sämtliche mit den Studieninhalten
verknüpften Erwartungen wurden erfüllt, die in Deutschland einmalige Ausrichtung auf die Materialwissenschaft war und blieb spannend und tragfähig. Das Konzept, dass man sich nach den drei Grundlagensemestern spezialisieren und für die Vorlesungen entscheiden kann, die dem persönlichen Interessenschwerpunkt entsprechen, sieht er als einen sehr großen Pluspunkt. Auch der Forschungsfokus, der hier in Augsburg auf die Zukunftsthemen und damit auf die Rohstoffe und Materialien gelegt wird, war für ihn ein Kriterium für die Entscheidung gewesen, in der Heimatregion zu studieren.

Also alles richtig gemacht!

Natürlich ist es auch kein Nachteil, wenn man wie Andreas als Ortskundiger die schönsten Parks und Sportstätten für Sommer- und Wintersport, die coolsten Biergärten wie das Parkhäusl oder die Kulperhütte und die besten Badeseen der Region bereits seit Langem kennt. Der Student, der in einer gut funktionierenden Zweizimmer-WG mit einem Schulfreund im Hochfeld ein Domizil nahe beim Unicampus gefunden hat, bezeichnet sich selber augenzwinkernd als „Daheim-Lerner“, freut sich aber bisweilen auch über die konzentrierte Atmosphäre, die er beim Verfassen von Hausarbeiten in der Unibibliothek vorfindet.

Ebenso schwärmt er wie viele seiner Kommiliton*innen für den schön angelegten Unicampus sowie das zu Recht prämierte Mensaessen, das er als sehr schmackhaft, echt preiswert und abwechslungsreich empfindet, und nennt als kulinarisches Highlight die unschlagbar gut gewürzten Potato Wedges.

 

Renate Baumiller-Guggenberger/Michael Hallermayer und Teresa Grunwald (Universität Augsburg)

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