UPD 43/21 - 23.04.2021

Himmlische Botschaften in bürgerlichen Welten

Barocke Deckenmalerei in Bürgerhäusern – Online-Tagung am 6. und 7. Mai

Augsburg/CH   Wohlhabende Augsburger Bürger und Kaufleute des Barock ließen ihre Häuser gern mit Deckenmalereien und Fresken ausstatten. Der Lehrstuhl für Kunstgeschichte der Universität Augsburg, an dem mit „Pax et Pecunia“ ein Forschungsprojekt dazu angesiedelt ist, veranstaltet am 6. und 7. Mai die international besetzte Online-Tagung „Himmlische Botschaften in bürgerlichen Welten“ zu diesen Malereien, die sich an alle Interessierten richtet.

Chronos, die Personifzierung der Zeit, mit Signatur des Künstlers. Detail aus dem Fresko von Gregorio Guglielmi im Festsaal des Schaezlerpalais aus dem Jahre 1765. , Maximilianmuseum, Foto: A. Dreyer

Es ist eine der Besonderheiten Augsburgs, dass wohlhabende Bürger in die Ausstattung ihrer Palais investierten. Ein Medium, das sich im 18. Jahrhundert hervorragend zur Repräsentation und zur Vermittlung „himmlischer Botschaften“ eignete, war die Deckenmalerei. Die Fresken Gregorio Guglielmis im Schaezlerpalais und Melchior Steidls im heutigen Maximilianmuseum sind prachtvolle Zeugnisse. Vieles ist nicht erhalten, doch es existieren Kopien barocker Fresken aus den 1930er Jahren. Am Lehrstuhl für Kunstgeschichte forschen Studierende unter der Leitung von Prof. Dr. Andrea Gottdang und Dr. Angelika Dreyer zu diesen Malereien.

Am 6. und 7. Mai findet nun eine international besetzte Online-Tagung statt, die sich dem Thema Barocke Deckenmalerei in Bürgerhäusern umfassend widmet. Sie findet online statt und ist neben Fachpublikum für alle Interessierten offen.

Die Tagung stellt Deckenmalereien aus dem Etschtal, Venedig, Österreich und den Niederlanden vor. Es geht unter anderem um den Zusammenhang von Glaube, Geld und Galanterie in der Wand- und Deckenmalerei der norddeutschen Hanse und die Frage inwiefern Häuser als Ressourcen der frühneuzeitlichen Stadt dienten. Der Augsburger Wissenschaftler PD Dr. Stefan Lindl spricht zum Verhältnis von Stadt und Bild.

Veranstaltet wird die Tagung vom Lehrstuhl für Kunstgeschichte der Universität Augsburg in Kooperation mit den Städtischen Kunstsammlungen und Museen Augsburg und der Research Group for Baroque Ceiling Painting in Central Europe (BCPCE), gefördert wird sie durch die Bauer’sche Barockstiftung, München.

Tagungsprogramm

Termin: 6. und 7. Mai 2021 (öffentlich, kostenfrei, digital)       

Anmeldung und Kontakt: HimmlischeBotschaften@philhist.uni-augsburg.de

  • Einführung in das Thema: Andrea Gottdang / Angelika Dreyer (Augsburg)
  • Barocke Deckenmalerei der Bürgerhäuser aus dem 18. Jahrhundert im Etschtal: Trient, Mezzacorona, Rovereto und Ala. Pietro Delpero (Basel)
  • Haushaben. Häuser als Ressourcen in der frühneuzeitlichen Stadt: Julia Schmidt-Funke (Leipzig)
  • Iconic City. Eine Augsburger Semiotik zum Verhältnis von Stadt und Bild: Stefan Lindl (Augsburg)
  • A changing sky. Political statements in the ceiling painting (1672) by Gerard de Lairesse for the Amsterdam burgomaster Andries de Graeff: Margriet van Eikema Hommes (Delft/Amsterdam)
  • The painted room of Huis de Dieu in Alkmaar. A particular demonstration of wealth and power by a Dutch patrician?: Richard Harmani (Amsterdam)
  • Glaube, Geld und Galanterie in der Decken- und Wandmalerei norddeutscher Hansestädte zwischen 1650 und 1750: Heiko Lass (München)
  • Venedig 1646: das neue Selbstverständnis des Bürgertums: Martina Frank (Venedig)
  • Wiener Bürger an der Decke: Barocke Deckenmalerei als Dokument von Anpassung oder Autonomie?: Herbert Karner (Wien)
  • Vincit omnia industria? Anmerkungen zur bürgerlichen Selbstdarstellung in der frühneuzeitlichen Wand- und Deckenmalerei Österreichs: Werner Telesko (Wien)

Wissenschaftliche Leitung: Angelika Dreyer und Andrea Gottdang, Universität Augsburg

Ansprechpartnerinnen

Prof. Dr. Andrea Gottdang
Inhaberin Lehrstuhl Kunstgeschichte
Fachsprecher KuK
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Kunstgeschichte

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