Universität Augsburg bei Weltklimakonferenz COP30 in Brasilien vor Ort
Die COP30 ist ein bedeutender Meilenstein im globalen Kampf gegen die Klimakrise. In Belém, am Rand des Amazonas, verhandeln Vertreterinnen und Vertreter aus über 190 Staaten über die nächste Runde nationaler Klimaziele (NDCs), die Finanzierung von Klimaschutz und Anpassung sowie den weltweiten Schutz der Tropenwälder. Auch die Universität Augsburg ist mit fünf Forschenden auf der COP präsent – als Teil der deutschen Beobachterdelegationen. Sie bringen Perspektiven aus der Klimaforschung, der Umweltsoziologie und den Politikwissenschaften ein, beobachten Verhandlungen und nehmen an Side-Events teil. Die Teilnahme an der Weltklimakonferenz bietet den Forschenden nicht nur die Möglichkeit, ihre Expertise in globale Diskurse einzubringen – sie ist auch ein starkes Zeichen für die internationale Vernetzung der Universität Augsburg im Bereich Klimaforschung, Umweltethik und sozial-ökologische Transformation. Prof. Dr. Harald Kunstmann, Lehrstuhl für Regionales Klima und Hydrologie, Zentrum für Klimaresilienz Prof. Dr. Angela Oels, Lehrstuhl für Politikwissenschaft mit Schwerpunkt Klimapolitik, Zentrum für Klimaresilienz Prof. Dr. Maria Backhouse, Lehrstuhl für Umweltsoziologie, Zentrum für Klimaresilienz Marcela Noreña Ospina, Doktorandin am Lehrstuhl für Umweltsoziologie Dr. Thomas Fatheuer, Kooperationspartner der Universität Augsburg, Berater für das Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika (FDCL) in Berlin, Lateinamerika-Experte
E-Mail:
kathrin.auhuber@uni-auni-a.de ()
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Die Forschenden im Überblick
Kurzvita: Prof. Kunstmann ist Gründungsdirektor des Zentrums für Klimaresilienz und erforscht die Auswirkungen des Klimawandels auf den Wasserhaushalt – mit besonderem Fokus auf saisonale Vorhersagen von Dürre und Trockenheit im globalen Süden.
Perspektive auf der COP: Fokus auf Frühwarnsysteme und Klimadienste, insbesondere für besonders verletzliche Regionen.
Aktivität auf der COP30: Mitorganisator des Side Events „Early Warning, Anticipatory Action and Risk Insurance for Proactive Disaster Risk Management“ am 12.11., gemeinsam mit afrikanischen Partnerinstitutionen.
Kurzvita: Prof. Oels ist Direktorin des Instituts für Sozialwissenschaften der Universität Augsburg und Vorsitzende des Deutschen Klima-Konsortiums (DKK). Sie beobachtet internationale Klimaverhandlungen seit 1995 und engagiert sich für die Stärkung gesellschaftswissenschaftlicher Perspektiven in der Klimapolitik.
Perspektive auf der COP: Leitet die DKK-Delegation, forscht zur Rolle von Migration und Vertreibung durch den Klimawandel.
Aktivität auf der COP30: Leitung eines Side Events des DKK; teilnehmende Beobachtung und Interviews für ein Forschungsprojekt zur klimabedingten Migration.
Kurzvita: Prof. Backhouse forscht zur sozial-ökologischen Transformation, insbesondere in der Amazonasregion. Im Fokus stehen globale Ungleichheiten und Konflikte im Kontext von Klimapolitik und Waldschutz.
Perspektive auf der COP: Beobachtung der Verhandlungen rund um Artikel 6 des Pariser Abkommens – insbesondere zum internationalen CO₂-Markt.
Aktivität auf der COP30: Interviews und teilnehmende Beobachtung im Rahmen des Projekts „Risiken der grünen Transformation beim Wald- und Klimaschutz“ (BRaVE-Netzwerk).
Kurzvita: Marcela Noreña Ospina forscht zur politischen Aushandlung marktbasierter Klimaschutzmechanismen im brasilianischen Bundesstaat Pará. Ihre Arbeit verbindet Umweltgerechtigkeit, Klimapolitik und soziale Bewegungen.
Perspektive auf der COP: Fokus auf Wald- und Kohlenstoffmärkte im Rahmen von Artikel 6 sowie auf die Rolle indigener Perspektiven.
Aktivität auf der COP30: Qualitative Feldforschung, Interviews und Analyse von Verhandlungsformaten und Side-Events zur Umsetzung marktbasierter Mechanismen wie J-REDD+.
Kurzvita: Dr. Thomas Fatheuer studierte Sozialwissenschaften und Klassische Philologie in Münster und lebte fast zwei Jahrzehnte in Brasilien. Dort arbeitete er u. a. für die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ, heute GIZ) im Bereich Tropenwaldschutz und leitete von 2003 bis 2010 das Brasilien-Büro der Heinrich-Böll-Stiftung. Heute ist er als Autor und Berater für das Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika (FDCL) in Berlin tätig und publiziert regelmäßig zu Waldschutz, Klimapolitik und sozialen Konflikten in Amazonien.
Perspektive: Teilnahme an Veranstaltungen zum internationalen CO₂-Markt; Beobachtung und Analyse der Positionen indigener Gruppen, lokaler Gemeinschaften, Regierungsvertretungen und Finanzinstitutionen.
Aktivität: Teilnahme an Diskussionsformaten und Austausch mit relevanten Akteursgruppen; fachlicher Input auf Veranstaltungen zu Klimafinanzierung und tropischem Waldschutz.
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