Universität Augsburg trauert um Ehrendoktorin Rita Süssmuth
Als Politikerin, Wissenschaftlerin und engagierte Stimme für gesellschaftlichen Zusammenhalt prägte Rita Süssmuth die Bundesrepublik über Jahrzehnte. Sie war der Universität Augsburg als Ehrendoktorin und Mitglied im Universitätsrat sehr verbunden: Die Universität nimmt Abschied von Rita Süssmuth, die am 1. Februar 2026 im Alter von 88 Jahren verstorben ist. Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Rita Süssmuth prägte als Politikerin, Wissenschaftlerin und engagierte Stimme für gesellschaftlichen Zusammenhalt die Bundesrepublik über Jahrzehnte hinweg. Als Bundestagspräsidentin, Bundesministerin für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit sowie als langjährige Vorsitzende des Sachverständigenrats für Zuwanderung und Integration setzte sie nachhaltige Impulse – stets geleitet von Verantwortung, Dialogbereitschaft und dem festen Glauben an die Kraft von Bildung und Wissenschaft. Mit nur 34 Jahren wurde sie 1971 Professorin der Erziehungswissenschaften und forschte und lehrte in Bochum, Dortmund und Hannover. 1985 wurde Rita Süssmuth Bundesministerin für Jugend, Familie und Gesundheit. Dieses Ressort, das sie bis November 1988 innehatte, wurde von der Politikerin um die Zuständigkeit für Frauenfragen erweitert, die ihr eine Herzensangelegenheit waren. 1987 wurde sie als Abgeordnete in den Bundestag gewählt, dem sie von 1988 bis 1998 als Bundestagspräsidentin vorsaß und aus dem sie 2002 ausgeschieden ist. Ihre fast zehnjährige Amtszeit als Bundestagspräsidentin war die drittlängste in der Geschichte des Bundestages. Auch nach ihren politischen Ämtern engagierte sich Rita Süssmuth etwa als Mitglied der UN-Weltkommission für Internationale Migration oder als Vorsitzende der Deutschen AIDS-Hilfe, an deren Gründung sie beteiligt war.
In Anerkennung ihrer Verdienste um die Pädagogik, Frauenforschung und Bildungspolitik erhielt die emeritierte Dortmunder Erziehungswissenschaftlerin Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Rita Süssmuth am 12. November 2002 die Ehrendoktorwürde der Philosophisch-Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Augsburg. Weiterhin stellte sie von 2007 bis 2011 als Mitglied im Universitätsrat entscheidende Weichen für die Universitätsentwicklung.
Mit der Ehrendoktorwürde erkannte die Universität nicht nur Süssmuths herausragenden wissenschafts- und gesellschaftspolitischen Leistungen an, sondern auch ihr unermüdliches Engagement für soziale Gerechtigkeit, Gleichstellung und eine offene, demokratische Gesellschaft.Junge Forscherin, erste Frauenministerin auf Bundesebene
Die leidenschaftliche Politikerin erhielt zahlreiche Auszeichnungen und veröffentlichte mehrere Bücher. Zuletzt erschien 2024 „Über Mut. Vom Zupacken, Durchhalten und Loslassen“.
Die Universität Augsburg wird Rita Süssmuth ein ehrendes Andenken bewahren.