Augsburger Jurist in Expertengruppe der EU berufen
Prof. Dr. Tobias Lutzi, Juniorprofessor für Privatrecht an der Universität Augsburg, wurde in eine neu gegründete Expertengruppe der Europäischen Kommission berufen. Dort wird er mithelfen, die Reform der Europäischen Gerichtsstands- und Vollstreckungsverordnung (EuGVVO; Brüssel Ia-VO) vorzubereiten. Zum Mai wird Prof. Dr. Tobias Lutzi Mitglied der Expertengruppe zur Reform der EuGVVO. Berufen hat ihn die Europäische Kommission. Die EuGVVO ist als zentrales Instrument des europäischen Zivilrechtsverkehrs von großer praktischer Bedeutung. Sie regelt sowohl die internationale Zuständigkeit europäischer Gerichte in grenzüberschreitenden Verfahren als auch die Anerkennung und Vollstreckung mitgliedsstaatlicher Zivilurteile in der EU. cg
„Die Harmonisierung des internationalen Zivilrechtsverkehrs gehört zu den großen Erfolgsgeschichten der Europäischen Union. Es freut mich sehr, nun aktiv an ihrer Weiterentwicklung mitwirken zu dürfen“, sagt Prof. Lutzi. Er forscht seit Jahren intensiv zum europäischen Privat- und Zivilverfahrensrecht. Er ist Autor zahlreicher Publikationen zu Dogmatik und praktischer Anwendung der EuGVVO und hat zwischen 2021 und 2025 zwei große internationale Studien zu ihr verantwortet.
Zentrales Instrument im Zivilrecht
Die Verordnung ist 2002 an die Stelle des Brüsseler Übereinkommens von 1968 getreten und wurde 2012 erstmals überarbeitet. Die nun von der Kommission eingesetzte Expertengruppe soll konkrete Reformvorschläge für eine weitere Überarbeitung entwickeln.
Die 28 Mitglieder der Expertengruppe sind auf fünf Jahre ernannt und werden im Mai erstmals in Brüssel zusammentreten.