Was tun, wenn Teddy und Puppe krank sind?
Um Kindern die Angst vor Arzt- oder Klinikbesuchen zu nehmen, organisieren Studierende an Medizinfakultäten traditionell Puppen- und Plüschtierkliniken. Das fünfte Augsburger Teddybärkrankenhaus findet am 15.Mai und 16. Mai statt. Die Kinder überlegen sich vorher welche Krankheit oder Verletzung ihr Plüschtier hat. Ob Schnecke mit Husten, Elefant mit gebrochenem Rüssel oder Puppe mit Bauchschmerzen: Im Teddybärkrankenhaus Augsburg sind alle herzlich willkommen. Eltern, Kinder und Kuscheltiere gehen dann in die offene „Sprechstunde“, wo sie sich wie in der echten Arztpraxis an der Anmeldung vorstellen. Die Kinder nehmen die Rolle als „Teddy-Eltern“ ein und erfahren als Zuschauende, wie ein Arztbesuch abläuft. Sie unterstützen bei der Behandlung ihrer flauschigen Freunde und lernen so den medizinischen Alltag kennen. Eine Behandlung dauert dabei zwischen 10 und 30 Minuten. Alle Mitwirkenden wurden im Umgang mit Kindern geschult. Kinder jeder Altersstufe sind willkommen, insbesondere solche im Vorschulalter. Die Veranstaltung wird ehrenamtlich von Studierenden der medizinischen Fakultät der Universität Augsburg organisiert und durchgeführt. Ziel ist es, Kindern im Vorschulalter die Angst vor einem Arztbesuch und Krankenhausaufenthalt zu nehmen. Spielerisch werden sie an einzelne Behandlungsmethoden herangeführt und dürfen natürlich auch dabei helfen, z. B. Teddys Arm zu verbinden. Dieses Jahr gibt es unter anderem eine Röntgen-Station, einen OP-Tisch und eine Apotheke, in der nach der Diagnosestellung gleich zu „Medikamenten“ beraten wird. Physiotherapie-Auszubildende zeigen den „Teddy-Eltern“ Übungen zum Ausprobieren und Mitmachen und ein Rettungswagen steht zur Besichtigung bereit. Bei den Operationen ist der selbstgenähte Organ-Teddy ein Highlight. Er veranschaulicht die Position der menschlichen Organe auf plüschige Weise. All dies hilft, Kinder mit einer Arzt-Patienten-Situation vertraut zu machen, und ihnen die Angst vor einem tatsächlichen Arztbesuch zu nehmen. Teddybär-Krankenhäuser gibt es seit 2000 in Deutschland. Sie sind mittlerweile Tradition an allen medizinführenden Universitäten. Ursprünglich ist das ehrenamtliche Projekt in den neunziger Jahren in Skandinavien entstanden und wird seitdem weltweit von Studierenden der Humanmedizin durchgeführt. In Augsburg findet die Veranstaltung einmal jährlich statt. Dieses Jahr findet das Teddybärkrankenhaus am Freitag 15. Mai von 14 bis 17 Uhr und am Samstag 16. Mai von 10 bis 16 Uhr statt. Die erkrankten Plüschtiere, ihre kleinen Besitzer und deren Eltern kommen zum Gebäude der Stiftung Bunter Kreis in der Stenglinstraße 2, 86156 Augsburg auf dem Gelände des Universitätsklinikums. Das Angebot ist kostenfrei und kann spontan am jeweiligen Tag genutzt werden.
Ehrenamtliche Spielzeug-Ärzte
Carla Röschner, Mitorganisatorin und Teddy-Doc sagt dazu: „Besonders freue ich mich jedes Mal darüber, wenn man richtig merkt, wie zunächst zurückhaltende Kinder während ihres Besuchs im Teddybärkrankenhaus immer mehr Vertrauen zu uns Teddy-Docs gewinnen und immer neugieriger werden.“ Auch Medizinstudentin Melissa Jones wirkt an der plüschigen Klinik mit und betont, dass nicht nur die Kinder daraus Positives ziehen: „Ihre Freude und Begeisterung ist einfach ansteckend. Es erinnert einen wieder daran, wie viel Spaß einem die Medizin auch selbst macht.“Was geboten wird
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