Pressemitteilung 46/26 - 15.05.2026

Die Medizin der Zukunft

Umweltmedizinerin Claudia Traidl-Hoffmann über Gesundheit in einer veränderten Welt – und die Medizin als Vision

Feinstaub, Mikroplastik, Chemikalien, Stress oder Klimawandel: Unsere Umwelt beeinflusst die Gesundheit stärker denn je. Die Augsburger Umweltmedizinerin Prof. Claudia Traidl-Hoffmann zeigt in ihrem neuen Buch, warum Medizin heute neu gedacht werden muss – und wie Prävention und personalisierte Therapien künftig aussehen könnten.

Soeben sind zentrale Erkenntnisse aus der Umweltmedizin auch in Buchform erschienen. Prof. Dr. Claudia Traidl-Hoffmann hat gemeinsam mit der Wissenschaftsautorin Katja Trippel das Buch „Medizin der Zukunft – Heilen in einer veränderten Welt“ veröffentlicht. Darin fließen sowohl Forschungsergebnisse des Instituts für Umweltmedizin und Integrative Gesundheit als auch aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Umweltmedizin insgesamt ein. Das Buch richtet sich an ein breites Publikum und erklärt verständlich, wie Umweltfaktoren Krankheiten beeinflussen – und wie sich Erkrankungen vermeiden oder besser behandeln lassen.

Prof. Dr. Claudia Traidl-Hoffmann forscht unter anderem auch auf der Umweltstation Schneefernerhaus auf der Zugspitze. © Universität Augsburg/Thomas Stoll

Krankheiten unserer Zeit

Im Mittelpunkt stehen Erkrankungen, die inzwischen sehr viele Menschen betreffen: Neurodermitis, verstärkte Allergien, Unverträglichkeiten, Asthma, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Borreliose, multiple Chemikalien-Sensitivität (MCS) oder auch mentale Erkrankungen. Claudia Traidl-Hoffmann berichtet im Buch über Erfahrungen aus ihrer Praxis als Ärztin mit ihrer Arbeit als Wissenschaftlerin. Patientengeschichten werden mit neuen Behandlungsmethoden verknüpft.

„Wir sehen bereits heute, dass sich Krankheiten durch Umweltveränderungen verschieben und verstärken“, sagt Prof. Dr. Traidl-Hoffmann. „Die Medizin muss darauf reagieren und neue Wege gehen, die den Menschen in seinem gesamten Lebensumfeld berücksichtigen.“ Katja Trippel ergänzt: „Wir möchten wissenschaftliche Erkenntnisse verständlich machen und zugleich zeigen, wie jede und jeder Einzelne betroffen ist – und handeln kann.“

Forschung mit gesellschaftlicher Relevanz

Mit ihrer interdisziplinären Perspektive schlagen die Autorinnen eine Brücke zwischen aktueller Forschung und gesellschaftlicher Debatte. Der Lehrstuhl für Umweltmedizin ist Teil eines großen Forschungsschwerpunktes der Medizinischen Fakultät an der Universität Augsburg. Dieser zielt darauf ab, positive wie negative Einflüsse aus der Umwelt auf die Gesundheit – dies können auch soziale Einflüsse sein – zu identifizieren und Präventionsansätze zu entwickeln. Ebenso wird an der Weiterentwicklung von Diagnose und Therapie geforscht. Die Universität Augsburg ist eine der wenigen Universitäten in Deutschland, die dieser Disziplin einen eigenen Lehrstuhl gewidmet haben.

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