Pressemitteilung 47/26 - 18.05.2026

„Eine zielgerichtete Bewegung koordiniert auszuführen ist ein hochkomplexer kognitiver Prozess“

Neue Podcast-Folge „UniA Research to go” zu Erkenntnissen aus der Sportwissenschaft

In der neuen Podcast-Folge „UniA research to go der Universität Augsburg spricht Präsidentin Prof. Sabine Doering-Manteuffel mit dem Sportwissenschaftler Prof. Dr. Stefan Künzell.

© Universität Augsburg

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Für die Lehramtsausbildung sind weniger die gefragt, die in einer Sportart Spitzenleistungen vollbringen, sondern vielmehr sportliche Allrounder. Mit einer guten koordinativen Grundhaltung lassen sich viele Sportarten ausüben, sagt der Bewegungswissenschaftler Stefan Künzell. Er selbst hat diese Veränderung vollzogen: War er in seiner Jugend im Wassersprung-Leistungssport aktiv, betreibt er in der Gegenwart mittelgut und mit viel Freude, wie er sagt, viele Sportarten wie Beachvolleyball, Skifahren, Klettern bis hin zu Tanzen. Letzteres sei eine Sportart, die bis ins hohe Alter nicht nur fit und beweglich halte, sondern auch die sozialen Beziehungen fördere.

Künzell forscht zu den kognitiven Prozessen zur Kontrolle und zum Lernen von Bewegungen. Der Mensch besitze dabei eine enorme Flexibilität, aber es benötige auch einen großen Lernaufwand. Dies zeigt sich unter anderem daran, dass es enorm schwierig ist, menschliche Bewegungen durch künstliche Intelligenz nachahmen zu lassen.

An der Universität Augsburg werden in der Sportwissenschaft ausschließlich die Lehramtsstudiengänge angeboten. Künzell beschäftigt sich in einem Schwerpunkt mit Feedback-Forschung, also wie man vernünftig Rückmeldung gibt, damit sportliche Bewegungen gut gelernt werden können. Eine wichtige, relativ neue Erkenntnis: Es ist erfolgversprechender, sich weniger mit der Bewegung an sich zu beschäftigen als mit den gewünschten Bewegungseffekten. Also beispielsweise beim Basketballwurf weniger mit der korrekten Ellbogen-Haltung, sondern welche Rotation der Ball bekommen soll und wie man sie erreicht. Menschen lernen effektiver und schneller, wenn Ziele formuliert sind. In einem interdisziplinären Projekt an der Uni Augsburg wird zudem wirksam gestaltetes Feedback über KI entwickelt. Es ist ein sehr komplexes Zusammenspiel notwendig, damit die Maschine überhaupt Fehler im Bewegungsablauf erkennt und dann in Text oder Audio-Rückmeldungen verarbeiten kann.

Das Gespräch ist nicht nur etwas für Sportbegeisterte und Studieninteressierte, sondern auch für diejenigen, die sich für allgemeine kognitive Lernleistungen interessieren.

 

Redaktion & Schnitt: Stabsstelle Kommunikation & Marketing mit Diana Smikalla
Musik: „Vaivén“ von Elbio Mango, gespielt vom Gitarrentrio des Leopold Mozart College of Music an der Universität Augsburg: Noah Plota, Theo Reischl und Klaus Wladar

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Professor für Bewegungs- und Trainingswissenschaft, stellv. Direktor des Instituts für Sportwissenschaft, stellv. Leiter des Sportzentrums
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