Universität Augsburg trauert um Ehrensenator Hans Haibel
Als Ingenieur, Unternehmer und langjähriger Präsident der IHK für Augsburg und Schwaben hat Hans Haibel die wirtschaftliche Entwicklung der Region entscheidend mitgestaltet. Er engagierte sich für Wissenschaft und Bildung und war der Universität Augsburg als Ehrensenator und Kuratoriumsvorsitzender eng verbunden: Die Universität nimmt Abschied von Hans Haibel. Er ist am 27. Mai 2026 im Alter von 95 Jahren verstorben. Sie würdigte damit seine „hervorragenden Verdienste um die Förderung der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften“ und zeigte sich dankbar für „seinen maßgeblichen Anteil bei dem Aufbau der Naturwissenschaften“. Zuvor war Haibel der Universität bereits als Kuratoriumsvorsitzender sowie als Mitglied des Vorstands der Gesellschaft der Freunde der Universität Augsburg persönlich verbunden. Neben seiner Sachkompetenz setzte er in dieser Zeit auch das Gewicht seines Amts als IHK-Präsident ein, um die Entwicklung der Universität Augsburg und ihrer Studierenden zu unterstützen. So engagierte sich Haibel Anfang der 1980er-Jahre für den Aufbau des Fachs Angewandte Physik an der Universität Augsburg und unterstützte dieses Vorhaben in zahlreichen Gesprächen mit Politikern – bis zum „Ja“ der Staatsregierung und des Landtags. Darüber hinaus bot Haibel angesichts der damals drohenden Lehrerarbeitslosigkeit den Absolventinnen und Absolventen geisteswissenschaftlicher Studiengänge die Möglichkeit, Zusatzqualifikationen durch Kurse an der IHK zu erwerben – samt Zusicherung, nach erfolgreichem Abschluss Stellen in der schwäbischen Wirtschaft zu finden. Hans Haibel wurde 1931 in Augsburg geboren und absolvierte dort das Rudolf-Diesel-Polytechnikum, das er 1953 als Ingenieurexperte (Maschinenbau) verließ. Nach zwei Jahren als Konstrukteur bei M.A.N. wechselte er 1955 zu Marquardt OHG, Friedberg. Auf seine Initiative fusionierte das Unternehmen 1964 mit der Goetze AG. Haibel wurde zum technischen Geschäftsführer der Goetze Friedberg GmbH bestellt. Von 1975 bis 1994 war Haibel Sprecher der Geschäftsführung des Unternehmens. Anschließend wurde er geschäftsführender Gesellschafter der HCB Consulting- und Beteiligungs-GmbH in Friedberg. Haibel engagierte sich in gesellschaftlichen sowie politischen Gremien und übernahm zahlreiche Ämter und Ehrenämter. Von 1979 bis 1995 war er Präsident der IHK für Augsburg und Schwaben, anschließend deren Ehrenpräsident. Von 1992 bis 1997 war er Mitglied des Bayerischen Senats, ab 1996 dessen 1. Vizepräsident. Von 1994 bis 1997 gehörte er dem Rundfunkrat an. Für seine Verdienste wurde Haibel unter anderem mit dem Großen Bundesverdienstkreuz mit Stern und mit der Staatsmedaille für besondere Verdienste um die bayerische Wirtschaft ausgezeichnet. Die Universität Augsburg verliert mit ihm eine Persönlichkeit, die über Jahrzehnte hinweg in besonderer Weise für die Verbindung von Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft eingetreten ist. Haibels Wirken bleibt untrennbar mit der Entwicklung der Region und der Universität verbunden.
Der gebürtige Augsburger Hans Haibel prägte als langjähriger Unternehmer und als Netzwerker die Wirtschaft der Region. In verschiedenen leitenden Funktionen war er unternehmerisch und gesellschaftspolitisch tätig. Sechzehn Jahre lang war er Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) für Augsburg und Schwaben – und setzte sich in dieser Funktion in besonderer Weise auch für Bildung und Wissenschaft ein.
Die Universität Augsburg verlieh Haibel im Juni 1989 die Würde eines Ehrensenators „in Anerkennung seiner beispielhaften Bereitschaft, der gesamtgesellschaftlichen Verantwortung der Wirtschaft gerecht zu werden“.
Verdienste um Geisteswissenschaften und Physik
Vom Ingenieur zum IHK-Präsident
cg