Helles Dach, kühleres Gebäude: Universität Augsburg stärkt Hitzeschutz auf dem Campus

Wenn sich Dächer im Sommer stark aufheizen, bleibt das nicht ohne Folgen für die Räume darunter. Gerade an heißen Tagen kann sich die Wärme trotz Dämmung im Gebäude bemerkbar machen. An der Universität Augsburg wird deshalb auf dem Dach vom Gebäude D aktuell eine neue Beschichtung angebracht, die Sonnenstrahlung besonders stark reflektiert und so die Erwärmung deutlich verringern soll.

 

Das Vorhaben verbindet Hitzeschutz und nachhaltige Energieerzeugung. Zunächst wird die Dachfläche ertüchtigt, damit sie langfristig intakt bleibt und anschließend für eine Photovoltaikanlage genutzt werden kann. Mit der neuen weißen Oberfläche setzt die Universität auf eine Lösung, die das Gebäude besser an die zunehmende Sommerhitze anpasst und zugleich günstige Voraussetzungen für die Energiegewinnung schafft.
Auf dem Dach von Gebäude D wurde eine helle Beschichtung mit hoher Lichtreflexion aufgebracht. Sie verbessert den Hitzeschutz und schafft zugleich gute Voraussetzungen für die geplante Photovoltaikanlage. © Universität Augsburg

Weniger Aufheizung durch helle Oberfläche

Anders als das bisherige dunkle Bitumendach reflektiert die neue Beschichtung einen großen Teil der einfallenden Sonnenstrahlung. Nach Angaben des Herstellers liegt der Reflexionsgrad bei über 80 Prozent. Das vorherige Dach erreichte im Vergleich dazu nur etwa 15 bis 20 Prozent. Dunkle Dachflächen können sich im Sommer je nach Bedingungen auf 60 bis 80 Grad Celsius aufheizen.

Mit der deutlich helleren Oberfläche soll sich die Fläche nun wesentlich weniger erwärmen. Davon profitieren nicht nur die Räume im Gebäude: Weil sich die Dachfläche im Sommer weniger stark aufheizt, kann auch die Hitzeabstrahlung in die unmittelbare Umgebung verringert werden.

Auch die Solarenergie profitiert

Nach Abschluss der Arbeiten soll auf dem Gebäude eine Photovoltaikanlage installiert werden. Auch sie könnte von der hellen Oberfläche profitieren: Zum einen bleibt die Umgebung kühler, was sich positiv auf den Wirkungsgrad der Module auswirken kann. Zum anderen kann vom Dach unter der PV-Anlage zusätzlich reflektierte Licht von sogenannten bifazialen Solarmodulen auf der Rückseite aufgenommen werden.

Die Dachverstärkung erfüllt damit mehrere Funktionen zugleich: Sie verlängert die Nutzungsdauer der Fläche, verbessert den Hitzeschutz und schafft gute Bedingungen für die Gewinnung von Solarenergie.

Dachbegrünung geprüft, aber nicht möglich

Geprüft wurde auch, ob eine Dachbegrünung umgesetzt werden kann. Diese hätte aus Sicht der Klimaanpassung ebenfalls Vorteile gehabt. Aufgrund fehlender statischer Reserven war sie in diesem Fall jedoch nicht möglich. Selbst bei einer leichten Begrünung wäre das Substrat zu schwer, wenn es bei Regen viel Wasser speichert.

Mit der hellen Beschichtung und der geplanten Photovoltaikanlage setzt die Universität Augsburg nun auf eine Kombination, die Hitzeschutz und nachhaltige Energieerzeugung sinnvoll miteinander verbindet. Die Maßnahme zeigt, wie sich Gebäude Schritt für Schritt an veränderte klimatische Bedingungen anpassen lassen.

tb

Wissenschaftlicher Kontakt

Stefan Kreidenweis
Leitung
Referat V/7 – Energiemanagement

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