Pressemitteilung 69/26 - 23.07.2026

DFG fördert Augsburger Forschung zur Umweltgeschichte der Antike

Das Forschungsvorhaben untersucht, wie religiöse Regeln den Umgang mit Wasser, Wäldern und anderen natürlichen Ressourcen im antiken Griechenland beeinflussten

Unter dem Titel „‚Heilige' Räume, begrenzte Ressourcen: Griechische Kultgesetze und antikes Umwelthandeln“ erforscht Althistoriker PD Dr. Dr. Christopher Schliephake, wie antike Gesellschaften den Umgang mit natürlichen Ressourcen regelten und welche Rolle religiöse Vorstellungen dabei spielten. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das neue Projekt an der Universität Augsburg zur Umweltgeschichte der griechischen Antike. Das auf drei Jahre angelegte Vorhaben erhält rund 240.000 Euro.

Terrassenanlage des Asklepieions auf Kos: Auf der Insel wurden die Bestimmungen zum Schutz heiliger Zypressen zwischen dem 5. und 4. Jahrhundert v. Chr. deutlich verschärft – ein Beispiel für die Regelungen, die das Projekt untersucht. AdobeStock.com

Im Mittelpunkt stehen sogenannte Kultgesetze – Inschriften aus dem Umfeld griechischer Tempel und Heiligtümer. Sie schützten unter anderem heilige Bäume und Quellen oder regelten die Nutzung von Tempelland. Das Forschungsprojekt von Christoper Schliephake fragt, welche Vorstellungen hinter diesen Bestimmungen standen: Waren sie Ausdruck eines frühen Umweltbewusstseins, dienten sie der Verwaltung göttlichen Eigentums oder spiegelten sie eine eigenständige Form antiker Ressourcenregulierung wider?

„Unsere Forschung will zeigen, wie vormoderne Gesellschaften mit begrenzten Ressourcen umgingen und damit zugleich neue Perspektiven auf aktuelle Nachhaltigkeitsdebatten eröffnen“, erklärt Schliephake.

Internationaler Workshop zur Umweltregulierung in antiken Heiligtümern geplant

International verstärkt wird das Projekt durch Prof. Dr. Adeline Grand-Clément von der Université Toulouse II Jean Jaurès, die als Mercator Fellow für ein Semester nach Augsburg kommt. Gemeinsam mit Christopher Schliephake wird sie einen internationalen Workshop zur Umweltregulierung in antiken Heiligtümern ausrichten. Zudem ermöglicht die Förderung die Fortführung des Promotionsprojekts von Isabel Mancebo Leon, die die Kultgesetze erstmals systematisch unter umwelthistorischen Fragestellungen auswertet.

Das DFG-Projekt baut auf Vorarbeiten des Seed-Funding-Projekts „Antike Nachhaltigkeit in historischer Perspektive“ auf, das seit 2025 aus Mitteln des Grünen Transformationsfonds der Universität Augsburg gefördert wurde. Dort wurden die relevanten Quellen erschlossen und mit internationalen Workshops wichtige Grundlagen für das nun bewilligte Forschungsvorhaben geschaffen.

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