DFG-Antrag „Klimaneutrale Energielandschaften“ bewilligt!

PD Dr. Stephan Bosch (Humangeographie und Transformationsforschung) und Prof. Dr. Harald Kunstmann (Regionales Klima und Hydrologie) haben vor wenigen Tagen die Bewilligung ihres gemeinsamen DFG-Antrages „Energielandschaften mit weniger als zwei Grad Klimaerwärmung - Modellierung regionaler Strategien zum Ausbau erneuerbarer Energien unter besonderer Berücksichtigung nationaler und internationaler Klimaziele“ erhalten.

Bewilligt wurden u.a. eine Doktorandenstelle sowie eine Post-Doc-Stelle für eine Laufzeit von jeweils 3 Jahren. Den Ausgangspunkt der Projektidee bildet das international anerkannte Klimaziel, das aus der UN-Klimakonferenz von Paris erwachsen ist und darin besteht, die globale Erwärmung unter 2°C gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu halten. Hierbei soll der Ausbau erneuerbarer Energien eine zentrale Rolle spielen. Wie ihr forcierter Ausbau angesichts der limitierten Flächenkapazitäten gelingen kann und welche sozialen sowie ökologischen Folgen daraus hervorgehen, ist jedoch vollkommen unklar. Deshalb müssen die räumlichen Dimensionen und gesellschaftlichen Implikationen jener Energielandschaften ergründet werden, die die globale Klimaerwärmung auf weniger als zwei Grad begrenzen können. Dies soll explizit mittels eines interdisziplinären Forschungsansatzes aus Humangeographie und Physischer Geographie bearbeitet werden.

Wir gehen dabei von den übergeordneten Fragen aus, inwiefern global angesetzte Klimaschutzstrategien die uns umgebenden Landschaften verändern, welche räumlichen Optionen hierbei möglich sind und mit welchen sozialen sowie ökologischen Qualitäten an Energielandschaften dabei zu rechnen ist. Um diese Fragen beantworten zu können, wollen wir potenzielle klimaneutrale Energielandschaften (1.) modellieren und kartographisch visualisieren. Dabei soll (2.), ein auf ganz Deutschland bezogenes Ensemble an energiebezogenen und multivariat bias-korrigierten Klimaszenarien erstellt werden, das die zentralen energiemeteorologischen und regionalklimatischen Parameter in ihrer gegenwärtigen räumlichen Verteilung und langfristigen Variabilität erfasst. Darauf aufbauend wollen wir (3.) analysieren, welche räumlichen Optionen sich ergeben, wenn die Restriktionen für erneuerbare Energien in den räumlichen Analysen variabel gehalten werden. Daran anknüpfend gilt es (4.), soziale sowie ökologische Konflikte an ausgewählten räumlichen Fallbeispielen zu identifizieren und Anpassungsstrategien zu reflektieren.

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