Resilienz in Städten und Regionen: Gemeinsame Tagung der Fachgruppe Standortentwicklung und des DVAG

Unter dem Leitmotiv „Resilienz in Städten und Regionen: Wie Standorte erfolgreich ihre Krisenfestigkeit gestalten können“ verband die Tagung wissenschaftliche Impulse mit praxistauglichen Ansätzen – von Klimaanpassung über Mobilitätswende bis zur Zukunft der Innenstädte. In Keynote 1 zeigte Hanno Kempermann (IW-Consult), wie datenbasierte Analysen und Prioritäten Resilienz als Standortvorteil wirksam machen. Keynote 2 von Dr. Olaf Arndt (Prognos AG) gab eine Vorabeinordnung zum „Zukunftsatlas 2025“ und rückte die Anpassungsfähigkeit deutscher Regionen in den Mittelpunkt.

Die Keynote-Speaker und Moderator:innen der Fachtagung „Resilienz in Städten und Regionen“ (von links nach rechts: Dr. Niklas Völkening, Dr. Olaf Arndt, Hanno Kempermann, Laura Turbany)

Fachsitzungen: Breites Themenspektrum und konkrete Ideen

Das Nachmittagsprogramm umfasste zehn Fachsitzungen in drei Blöcken. Im ersten Block räumte die Tourismus-Session mit gängigen Mythen auf und zeigte konkrete Umsetzungsbeispiele. Die parallel behandelte City-/Handels-Session fokussierte multifunktionale Innenstädte, während die Mobilitäts-Session Pendelströme mit der Weiterentwicklung des ÖPNV verknüpfte. Eine weitere Sitzung zu Umweltrisiken diskutierte Hochwasser- und Schwammstadt-Konzepte.<>Im zweiten Block folgten Beiträge zum Destinationsmanagement, die Strukturen resilienter Destinationen beleuchteten, zur Wirtschaftsförderung unter dem Leitmotiv „Innenstadt 2030“ sowie zur Klimaresilienz mit Schwerpunkten auf grüner Infrastruktur, hitzegerechtem Bauen und wassersensibler Stadtentwicklung.
Der dritte Block widmete sich den ländlichen Räumen, den Handlungsspielräumen von Städten und Gemeinden sowie dem Flächenmanagement. Dabei rückten insbesondere Gewerbegebiete als Potenzialräume einer nachhaltigen und resilienten Stadtentwicklung in den Blick.

Drei zentrale Beobachtungen

Über die Keynote-Vorträge und die vielfältigen thematischen Sitzungen hinweg lassen sich drei Beobachtungen bündeln: Erstens erweist sich Resilienz als Querschnittsaufgabe, die sehr heterogene Handlungsfelder systematisch verschränkt, obwohl sie in der Praxis häufig noch (zu) isoliert betrachtet und bearbeitet werden. Zweitens gewinnen evidenzbasierte Entscheidungsgrundlagen (von Standortmonitoring bis Zukunftsatlas) weiter an Gewicht, um Prioritäten setzen und Investitionen rechtfertigen zu können. Drittens rückt die Umsetzungsebene zunehmend in den Vordergrund: Skalierbare Tools wie Schwammstadt-Bausteine, Governance-Modelle der Mobilitätswende oder Destinations-Roadmaps bieten Ideen für konkrete Strategien und Werkzeuge für Verwaltung und Projekte.

Austausch und Stärkung während der Pause

Fazit

Die Tagung hat gezeigt, dass Resilienz kein Zusatzthema ist, sondern Kernaufgabe moderner Standortentwicklung sein muss – fachlich breit, praxisnah und mit klaren Umsetzungswegen. Getragen von Teilnehmer:innen aus Verwaltung, Planung, Wirtschaft, Forschung und Verbänden entwickelte sich ein reger Austausch in den Sitzungen sowie darüber hinaus. Mit über 160 Teilnehmenden und starker Resonanz setzt die Tagung deutliche Impulse für die anstehenden Planungs- und Transformationsaufgaben.

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