GENERIERT
Wissenschaftliche Begleitstudie zum Projekt GERN - Resilienznetzwerk A³
Projektleitung: Prof. Dr. Markus Keck
Bearbeitung: Rouven Kaiser
Fachliche Qualitätssicherung: Dr. Sebastian Purwins
Kollaboration: nunc sustainability consulting GmbH, Regio Augsburg Wirtschaft GmbH
Projektlaufzeit: seit August 2026 bis Oktober 2028
Finanzierung: im Rahmen des Projekts GERN - Resilienznetzwerk A³; Programm "Nachhaltig Wirken" (BMWE / ESF Plus)
Unternehmerische Resilienz gewinnt – nicht zuletzt aufgrund vielfältiger Krisen und tiefgreifender Transformationsprozesse – zunehmend an Bedeutung. Gerade kleine und mittlere Unternehmen stehen vor der Aufgabe, wirtschaftliche, ökologische, technologische und gesellschaftliche Veränderungen frühzeitig zu erkennen und ihre Strukturen daran anzupassen. Welche Faktoren stärken ihre Widerstandsfähigkeit? Welche Unterstützungsangebote stoßen konkrete Veränderungen an? Und wie lassen sich erfolgreiche Ansätze auf andere Unternehmen und Regionen übertragen?
Ausgangslage: Resilienz von kleinen und mittleren Unternehmen
Kleine und mittlere Unternehmen sind mit einer Vielzahl paralleler Herausforderungen konfrontiert. Klimawandel und Extremwetter, Veränderungen von Märkten und Lieferketten, technologische Entwicklungen, Fachkräftemangel und neue regulatorische Anforderungen können betriebliche Abläufe und Geschäftsmodelle gleichermaßen betreffen. Gleichzeitig sind die personellen, finanziellen und zeitlichen Ressourcen für eine systematische Auseinandersetzung mit diesen Veränderungen in vielen Unternehmen begrenzt.
Das Projekt GERN – Resilienznetzwerk A³ setzt hier an. Mit Qualifizierungs- und Austauschformaten, Netzwerktreffen, thematischen Vertiefungen, digitalen Angeboten und einem Selbsteinschätzungstool unterstützt das Netzwerk Unternehmen dabei, relevante Risiken und Handlungsfelder zu erkennen, Wissen aufzubauen und konkrete Resilienzmaßnahmen in die betriebliche Praxis zu überführen.
Die wissenschaftliche Begleitung durch den Lehrstuhl für Urbane Klimaresilienz untersucht, welche Wirkungen diese Angebote entfalten und wie sich Lern- und Umsetzungsprozesse im Projektverlauf entwickeln. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht allein Teilnahmezahlen oder Zufriedenheit, sondern insbesondere konkrete Umsetzungsimpulse, Hemmnisse und Erfolgsfaktoren sowie die Frage, unter welchen Bedingungen Maßnahmen dauerhaft in Unternehmen verankert werden können.
Über das Projekt
Die Begleitstudie untersucht die Entwicklung unternehmerischer Resilienz im GERN-Netzwerk und verbindet quantitative und qualitative Forschungszugänge. Auf diese Weise sollen messbare Entwicklungen mit den konkreten Erfahrungen der beteiligten Unternehmen zusammengeführt werden.
Ein besonderer Fokus liegt auf der Frage, wie Resilienzmaßnahmen im betrieblichen Alltag tatsächlich umgesetzt werden. Untersucht wird, wie Unternehmen ihre Ausgangslage analysieren und Handlungsfelder priorisieren, welche Maßnahmen sie anstoßen, wie sie Fortschritte und Wirkungen überprüfen und wie erfolgreiche Ansätze angepasst und verstetigt werden.
GENERIERT
Für die Wirkungsmessung wird ein Indikatorenset entwickelt, das unterschiedliche Dimensionen unternehmerischer Resilienz berücksichtigt. Dazu zählen ökologische und klimabezogene Anpassungsfähigkeit, ökonomische Robustheit, soziale und personelle Handlungsfähigkeit, technologische Anpassungsfähigkeit sowie die Resilienz von Wertschöpfungs- und Lieferketten. Ergänzend wird eine Reifegradlogik erarbeitet, die von der Sensibilisierung über Analyse und Planung bis zur Umsetzung und Verstetigung reicht.
Ein weiterer Schwerpunkt ist der Transfer. Die Ergebnisse der Erhebungen, Interviews und Fallstudien werden so zusammengeführt, dass daraus übertragbare Prinzipien und Handlungsempfehlungen für kleine und mittlere Unternehmen, Wirtschaftsförderungen und weitere Regionen entstehen. Ziel ist eine praxisnahe Resilienz-Blaupause, die wissenschaftliche Erkenntnisse mit konkreten Erfahrungen aus der Umsetzung verbindet.
GENERIERT
Die Erkenntnisse der wissenschaftlichen Begleitung münden in eine systematische Bewertung der Projektwirkungen und in Empfehlungen für die weitere Gestaltung resilienter Unternehmensstrukturen. Ziel des Forschungsprojekts ist es, Entwicklungen im Netzwerk sichtbar zu machen, Erfolgsfaktoren und Hemmnisse zu identifizieren, Umsetzungsprozesse nachvollziehbar aufzubereiten und die gewonnenen Erkenntnisse für Unternehmen und regionale Akteure nutzbar zu machen. Damit leistet die Begleitstudie einen Beitrag dazu, Resilienz nicht nur als abstraktes Leitbild, sondern als lern- und umsetzungsorientierten Entwicklungsprozess in kleinen und mittleren Unternehmen zu verstehen.
Publikationen
Publikationen und veröffentlichungsfähige Ergebnisprodukte werden im Projektverlauf ergänzt.