Kolloquium "Ai Meets Human Data"

Lernen durch Sprache, Sehen und Interaktion

Das Kolloquium „AI Meets Human Data“ an der Universität Augsburg wird gemeinsam vom Lehrstuhl für Computerlinguistik (Prof. Annemarie Friedrich), dem Lehrstuhl für Human-Centered Artificial Intelligence (Prof. Dr. Elisabeth André) und dem Lehrstuhl für Maschinelles Lernen und Computer Vision (Prof. Dr. Rainer Lienhart) veranstaltet. Wir laden alle Angehörigen der Universität Augsburg sowie weitere interessierte Gäste herzlich dazu ein, unsere Vorträge zu besuchen und unsere renommierten externen Referenten kennenzulernen.
 
 

 

© Universität Augsburg

Gastvorträge

Ehemalige Gäste

Zusammenfassung
Gebärdensprachen sind faszinierend. Sie sind visuell-gestisch, dreidimensional und verfügen über mehrere gleichzeitige Produktionskanäle (linke Hand, rechte Hand, Gesicht, Mund, Körperhaltung …). Sie zeigen uns, dass natürliche Sprachen nicht auf gesprochene und geschriebene Sprache beschränkt sind. Wenn es darum geht, sie computergestützt zu erschließen, haben wir bislang kaum mehr als an der Oberfläche gekratzt. In meinem Vortrag werde ich eine Einführung in den aktuellen Stand der computergestützten Gebärdensprachlinguistik geben: Wie Sprachtechnologien für Gebärdensprachen aussehen und vor welchen Herausforderungen sie stehen; was bei der Erstellung von Datensätzen für Gebärdensprachen zu beachten ist; warum die Einbeziehung gehörloser Menschen so essenziell ist und was geschieht, wenn diese fehlt; und warum die Deutsche Gebärdensprache sechzehn verschiedene Gebärden für den Monat Mai kennt.
 
© Stefanie Wetzel
 
Bio
Marc Schulder ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Deutsche Gebärdensprache und Kommunikation Gehörloser (IDGS) der Universität Hamburg. Seine Forschungsinteressen konzentrieren sich auf die Erstellung von Ressourcen und Technologien für Gebärdensprachen, die gehörlose Gemeinschaften sowie die gebärdensprachlinguistische Forschung unterstützen sollen. Nach seiner Promotion in Computerlinguistik im Jahr 2019 wechselte er an das IDGS, um im Projekt DGS-Korpus (2009–2027) mitzuarbeiten – der Heimat des weltweit größten Korpus natürlicher Dialoge in Deutscher Gebärdensprache (DGS). Zudem ist er aktuell am EU-Projekt VISTA-SL (2025–2027) beteiligt, einer Bildungsplattform für hörende und gehörlose Zweitsprachenlernende, und unterstützt das Schwerpunktprogramm ViCom (2022–2028) als Berater für Open Data. Zuvor war er auch am EU-Projekt EASIER (2021–2023) zur maschinellen Übersetzung zwischen europäischen Gebärden- und Lautsprachen beteiligt und kooperierte mit dem Projekt GeSi (2023–2025) zur Untersuchung von Kopfnicken in Gebärden- und Lautsprachen. Marc ist hörend und lernt DGS als Zweitsprache.
 
 

 

Zusammenfassung

In diesem Vortrag gebe ich einen Überblick über unsere langjährige Forschung zu digitalen Zwillingen für komplexe Innenraumumgebungen. Ich zeichne die Entwicklung unserer Indoor-Kartierungssysteme nach – von frühen Forschungsprototypen bis hin zu robusten kommerziellen Lösungen – und zeige auf, wie diese Technologien eine präzise, ​​skalierbare und effiziente Digitalisierung realer Räume ermöglichen. Aufbauend auf diesem Fundament stelle ich unsere jüngsten Fortschritte in den Bereichen semantische Segmentierung, Datenvervollständigung und visuelle 3D-Verankerung vor. Diese Methoden wandeln rohe, unstrukturierte 3D-Scans in semantisch angereicherte, interaktive digitale Zwillinge um, die eine breite Palette nachgelagerter Anwendungen unterstützen. Des Weiteren beleuchte ich die Rolle digitaler Zwillinge bei der Simulation der 6G-Funkwellenausbreitung, erörtere, wie Radarsensorik die Detailtreue digitaler Zwillinge steigern kann, und skizziere, wie haptische Sensoriklösungen visuelle Daten durch die Bereitstellung von Informationen auf Materialebene ergänzen können.
 
 

 

 

 

© Herdergott

 

 

 

Bio

Eckehard Steinbach ist Professor an der Technischen Universität München (TUM), wo er den Lehrstuhl für Medientechnik leitet. Seine Forschung umfasst die visuelle und haptische Informationsverarbeitung, maschinelles Lernen sowie die Roboterwahrnehmung. In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat seine Arbeitsgruppe bedeutende Beiträge zur großflächigen Innenraumkartierung und zum Digitalen Zwilling geleistet, wobei zentrale Forschungsergebnisse erfolgreich in kommerzielle Lösungen überführt wurden. Zudem ist er Mitbegründer und Chief Scientist der Olive Robotics GmbH. Prof. Steinbach ist Fellow des IEEE.
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

 

 

Zusammenfassung
Emotionen werden häufig als Reaktionen auf Ereignisse betrachtet, die anschließend von den Personen bewertet werden, welche diese Ereignisse erleben. Zugleich stellen Emotionen jedoch auch selbst Ereignisse dar. Dies eröffnet zwei Perspektiven auf das Verhältnis von Ereignissen und Emotionen. Die eine ist spezifisch für die Sprachverarbeitung und baut auf der semantischen Rollenetikettierung auf – konkret auf der Etikettierung von Emotionsrollen –, wobei die Aufgabe darin besteht zu identifizieren, wem das Empfinden einer Emotion zugeschrieben wird, um welche Emotion es sich dabei handelt und aus welchem ​​Grund. Die andere Perspektive erfordert die Interpretation von Ereignissen. In diesem Zusammenhang erörtere ich die computergestützte Anwendung von Bewertungstheorien, die jene Parameter erklären, welche zur Entstehung einer bestimmten Emotion führen. Zu den Anwendungsfällen zählen die Interpretation von Argumentationen sowie von multimodalen Social-Media-Beiträgen.

 

 

© Benjamin Herges

 

 

Bio

Roman Klinger ist Professor an der Fakultät für Wirtschaftsinformatik und Angewandte Informatik (WIAI) der Universität Bamberg. Er studierte Informatik im Nebenfach Psychologie, promovierte im Fach Informatik an der TU Dortmund (2011) und erhielt 2020 in Stuttgart die Venia Legendi für Informatik. Vor seinem Wechsel nach Bamberg war er am Institut für Maschinelle Sprachverarbeitung in Stuttgart, an der Universität Bielefeld, am Fraunhofer-Institut für Algorithmen und Wissenschaftliches Rechnen sowie an der University of Massachusetts Amherst tätig. Roman Klingers Vision ist es, Computern das Verstehen und Generieren von Texten zu ermöglichen – und zwar sowohl hinsichtlich propositionaler als auch nicht-propositionaler Informationen. Dies findet Anwendung in der interdisziplinären Forschung, unter anderem im biomedizinischen Text Mining, in den Digital Humanities, bei der Modellierung psychologischer Konzepte (wie Emotionen) in der Sprache sowie im Social Media Mining. Diese Themen stellen für bestehende Methoden des maschinellen Lernens häufig neuartige Herausforderungen dar. Daher leisten er und seine Arbeitsgruppe auch Beiträge zu den Bereichen des probabilistischen und des Deep Machine Learning.

 

 

 

 

 

 

Zusammenfassung

Die Biotechnologie und die Arzneimittelforschung stehen vor zunehmend komplexen Herausforderungen: Krankheiten werden immer individueller, die Arzneimittelentwicklung bleibt kostspielig und zeitaufwendig, und die Nachfrage nach nachhaltigen Lösungen in der Medizin wächst stetig. Um in diesem Umfeld neue Erkenntnisse zu gewinnen, bedarf es mehr als bloßer Daten – es erfordert deren intelligente Integration und Interpretation. Dieser Vortrag stellt einen systematischen, KI-gestützten Ansatz zum Verständnis biologischer Systeme vor. Er basiert auf einem weltweit einzigartigen, tiefgreifend kuratierten Datensatz, der biologische Sequenzdaten mit umfangreichem semantischem Wissen über biologische Entitäten und deren Beziehungen verknüpft. Durch die Integration von Large Language Models, Wissensgraphen und multimodalen Daten versetzen wir KI-Systeme in die Lage, verborgene biologische Muster aufzudecken und handlungsrelevante Erkenntnisse zu generieren – oftmals ohne den Einsatz umfangreicher Experimente im Nasslabor. Der Vortrag veranschaulicht, wie sich solche Daten in praktische, nachvollziehbare Anwendungen überführen lassen: von der fortgeschrittenen Sequenzanalyse und der automatisierten Biomarker-Entdeckung bis hin zur präzisen Vorhersage biologischer Interaktionen sowie der KI-gestützten Neu- und Umpositionierung von Wirkstoffen. Das Ergebnis ist eine neue Generation von KI-Tools, die den Erkenntnisgewinn beschleunigt, Kosten senkt und nachhaltigere sowie personalisiertere Innovationen in den Biowissenschaften fördert.

 

 

 

privat

 


Bio

Andreas Dengel ist Professor am Fachbereich Informatik der RPTU Kaiserslautern-Landau, Geschäftsführender Direktor des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kaiserslautern sowie Leiter des Forschungsbereichs „Smart Data & Knowledge Services“ am DFKI. Seit 2009 bekleidet er zudem eine Professur (Kyakuin) am Fachbereich für Informatik und intelligente Systeme der Osaka Metropolitan University. Für seine Arbeit und seine wissenschaftlichen Leistungen wurde er mit zahlreichen Auszeichnungen gewürdigt. So wurde er beispielsweise im Jahr 2019 von einer Jury im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) für seine Forschung auf dem Gebiet der Dokumentenanalyse als einer der einflussreichsten Wissenschaftler der 50-jährigen Geschichte der KI in Deutschland ausgewählt. Er ist Träger des Verdienstordens des Landes Rheinland-Pfalz und wurde im Jahr 2021 im Namen Seiner Majestät Kaiser Naruhito mit dem „Orden der Aufgehenden Sonne, Goldener Stern“ ausgezeichnet – dem ältesten Orden Japans. Seine aktuellen Forschungsarbeiten konzentrieren sich auf ein breites Spektrum neuro-symbolischer KI-Problemstellungen


(https://scholar.google.de/citations?hl=de&user=p3YP0DMAAAAJ&view_op=list_works&sortby=pubdate).

Zusammenfassung
Große Sprachmodelle (LLMs) haben rasante Fortschritte gemacht, richten sich jedoch häufig nach wie vor nur an einen engen Nutzerkreis. Dieser Vortrag plädiert für einen menschenzentrierten Ansatz in der NLP-Technologie – einen Ansatz, der sprachliche Vielfalt berücksichtigt, die Schlussfolgerungsfähigkeit sowie die Sicherheit verbessert und den Bedürfnissen diverser Sprachgemeinschaften besser gerecht wird. Im Rahmen dieses Vortrags werde ich Wege hin zu einer inklusiveren und vertrauenswürdigeren Sprachtechnologie aufzeigen.

 

 

 

©LCProductions

 

 

Bio
Barbara Plank ist Professorin für KI und Computerlinguistik an der LMU München, Co-Direktorin des Centrums für Informations- und Sprachverarbeitung sowie Leiterin des MaiNLP-Labors (Munich AI and NLP). Zudem ist sie Gastprofessorin an der IT-Universität Kopenhagen. Ihr Forschungslabor konzentriert sich auf robustes maschinelles Lernen für die Verarbeitung natürlicher Sprache, mit einem Schwerpunkt auf menscheninspirierten und datenzentrierten Ansätzen. Barbara Plank ist zudem ELLIS Fellow (European Laboratory for Learning and Intelligent Systems) und ERC-Stipendiatin. Sie engagiert sich regelmäßig in internationalen Organisationen wie der Association for Computational Linguistics (ACL) und dem European Chapter of the ACL (EACL) sowie in wissenschaftlichen Beiräten.

Veranstalter

Lehrstuhlinhaberin
Lehrstuhl für Computerlinguistik
  • Telefon: +49 821 598 4628
  • E-Mail:
  • Raum 1022 (Gebäude BCM)
Lehrstuhlinhaberin
Lehrstuhl für Menschzentrierte Künstliche Intelligenz
  • Telefon: +49 821 598 - 2340
  • E-Mail:
  • Raum 2035 (Gebäude N)
Lehrstuhlinhaber
Lehrstuhl für Maschinelles Lernen und Maschinelles Sehen
  • Telefon: +49 (821) 598 5703
  • E-Mail:
  • Raum 1013 (Gebäude N)

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