Erfahrungsbericht zur Spring School Vietnam 2026

von Matthias Ammann, Jessica Ebert, Lea Siol und Sophie Wild

 

© Universität Augsburg

Auch in diesem Jahr fand im Rahmen des Rechtsstaatsdialogs zwischen der Sozialistischen Republik Vietnam und der Bundesrepublik Deutschland eine Spring School zum Thema „Fundamental Rights and their Impact on the Civil Law System“, organisiert von der Friedrich-Ebert-Stiftung Vietnam, statt. Dabei hatten vier Studierende der Universität Augsburg, zusammen mit Studierenden der Universität Regensburg, HTW Berlin, Hanoi Law University und Vietnam National University die Möglichkeit an einem fachlichen sowie kulturellen Austausch teilzunehmen.

Organisatorisches

Die Bewerbung mit einem Motivationsschreiben, dem Lebenslauf und einer Notenübersicht war bis bis Mitte November 2025 möglich.

Die Zusage erfolgte dann bereits Anfang Dezember, die erste Besprechung über Zoom mit allen Teilnehmenden der deutschen Universitäten wurde Mitte Dezember abgehalten. Dabei erhielten wir erste Informationen zum geplanten Ablauf und angemessenem Auftreten. 

Unsere Flüge buchten wir selbstständig. Der größte Teil dieser Kosten, abgesehen von einer Eigenbeteiligung in Höhe von ca. 100€ wird dankenswerterweise auch durch die Fakultät und Gesellschaft der Freunde übernommen. Aufgrund der aktuellen politischen Lage im Nahen Osten mussten zwei Teilnehmerinnen die Flüge wenige Tage vor Reiseantritt allerdings noch einmal umbuchen. Glücklicherweise konnten dennoch alle Teilnehmenden rechtzeitig zur Spring School anreisen. 

 

Vor Ort

In Hanoi angekommen wurden wir herzlich von der Friedrich-Ebert-Stiftung in Empfang genommen und erhielten eine Einführung in die politische und ökonomische Situation Vietnams. Der Besuch von Vertretern der deutschen Botschaft konnte zu einem noch tiefergehenden Verständnis beitragen.

Im Rahmen des soziokulturellen Austausches besuchten wir das Ho-Chi-Minh-Mausoleum, sowie das Hỏa Lòa-Gefängnis, das während der französischen Kolonialzeit der Inhaftierung vietnamesischer Revolutionäre diente und die bewegte Vergangenheit Vietnams widerspiegelt. Zudem wurde uns die einmalige Gelegenheit geboten, die Volksstaatsanwaltschaft Vietnams zu besichtigen und hier in einen spannenden Austausch über Stellung und Organisation der Institution zu treten.

Auch der Besuch der Hanoi Law University und der Generalanwaltschaft gewährten eindrucksvolle Impressionen des Landes Vietnam und seiner Rechtsordnung.

 

© Universität Augsburg

Nachdem wir einige Tage in Hanoi verbracht hatten und dort die vietnamesischen Studierenden kennenlernen konnten, reisten wir weiter nach Da Nang. Dort fand der Hauptteil der Spring School statt. Dafür hatten wir Präsentationen vorbereitet. Verschiedene Menschenrechte im internationalen und nationalen Kontext wie „Data protection“, „Legal protection of Fundamental Rights“ oder „Freedom of Assembly and Association“ standen dabei im Vordergrund. Die Vorträge wurden im Team gehalten und durch eine Diskussion unter den Studierenden abgeschlossen. Insbesondere konnten wir auch durch die Diskussionen weite Einblicke in das vietnamesische Wahlrecht erhalten sowie verschiedene Sichtweisen auf rechtliche Fragestellungen, sowie soziale Themen kennenlernen.

Die Präsentationen dienten neben den verschiedenen Vorlesungen von den deutschen und vietnamesischen Professoren und Professorinnen sowie der wissenschaftlichen Mitarbeiterin als inhaltliche Grundlage für die Vorbereitung des Moot Courts. Themen waren der internationale Schutz von Grund- und Menschenrechten sowie deren Umsetzung und Einfluss im nationalen System. In Gruppen bestehend aus vietnamesischen und deutschen Studierenden bereiteten wir innerhalb eines Tages – bis tief in die Nacht – die Schriftsätze zweier Parteien vor. Dabei war insbesondere das Zusammenbringen mehrerer Ansätze von Relevanz. Sowohl Vorbereitung als auch Improvisationstalent haben sich ausgezahlt.

Bei einem politischen Stadtrundgang durch Hoi An wurden uns zunächst einige Hintergründe nähergebracht. Letztlich konnten wir den Abend bei einer Bootsfahrt, bei welcher wir Lichter ins Wasser setzten, ausklingen lassen, bevor wir von dem regnerischen Wetter eingeholt wurden.

Neben tiefgreifenderen Fragen standen uns die vietnamesischen Studierenden auch bei den noch so kleinsten Fragestellungen, insbesondere bei der Essenswahl zur Seite. Unter Anleitung der vietnamesischen Studierenden trauten wir uns auch an so manch unbekannte Speisen heran.

Im Rahmen der langen Abende, welche mit einem gemeinsamen Karaokeabend, Besuchen auf mehreren Märkten und der Train-Street, nächtlichen Spaziergängen sowie einem Strandbesuch gefüllt waren, erhielten wir auch über die Themen der Spring School hinaus einen authentischen Einblick. 

Die Spring School war eine einzigartige Erfahrung, durch die wir neue fachliche und kulturelle Eindrücke sammeln und unseren Horizont erweitern konnten. Die Teilnahme ist nur zu empfehlen!

 

Vollständiger Erfahrungsbericht als PDF-Download

Ansprechpartnerin

Lehrstuhlinhaberin
Prof. Dr. Sina Fontana - Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Krisenresilienz

Startseite:

E-Mail:

Suche