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1. Bewerbung

Die Bewerbung erfolgt kurz nach Beginn des Wintersemesters im Jahr vor dem geplanten Auslandsaufenthalt, meist im November. Hierfür muss man schriftlich einen Bewerbungsbogen, Motivationsschreiben auf Englisch, aktuellen Studis-Auszug und ein Englisch-Zertifikat (FRA oder TOEFL Test) am Lehrstuhl von Herrn Prof. Dr. Möllers einreichen.

 

Der nächste Schritt ist das Auswahlgespräch, welches in Gruppen von fünf Studenten erfolgte. Darauf kann man sich meiner Meinung nach nicht großartig vorbereiten, da jedes Gespräch eine andere Dynamik entwickelt und daher auch unterschiedlichste Fragen von Prof. Möllers gestellt werden können. Weshalb man sich gerade für seine Präferenzuniversität und einen Aufenthalt in den USA entschieden hat, sollte dennoch jeder beantworten können. Mein Gruppengespräch fand auf Englisch statt.

 

Nach dem Gespräch bekamen wir schnell per Email Bescheid, ob wir genommen wurden und wenn ja, an welcher Universität wir studieren durften. Man muss eine Annahmeerklärung unterschreiben und 900 € Aufwandsentschädigung überweisen. Dieser Betrag deckt mitunter auch die Kosten des Augsburg Summer Program ab, bei dem die Austauschstudenten aus den USA an unsere Universität kommen. 900 € erscheint vielleicht erst einmal sehr viel, allerdings muss man es in Relation mit den tatsächlichen Studiengebühren setzen, die uns in den USA aufgrund der Kooperationen und des Summer Program erlassen werden.

Ende Januar findet ein Treffen mit den Heimkehrern statt, die einem sehr hilfreiche und detaillierte Tipps für die nächsten anstehenden Schritte geben können.

 

Einige der Partneruniversitäten werden vom DAAD mit einem Stipendium unterstützt. Solltet ihr zu den Glücklichen gehören, die vom DAAD gefördert werden, bekommt ihr vom Lehrstuhl Möllers Bescheid und müsst auch dafür einen Stipendiumsvertrag unterschreiben. Das Stipendium für Chicago belief sich auf 970 € monatlich, plus Reisekostenpauschale zu Beginn des Semesters.

 

Auch für Chicago-Kent müsst ihr euch nochmals im Frühjahr bewerben. Dies ist aber eine reine Formalität, da ihr von der Universität Augsburg schon „abgesegnet“ seid. Hier müsst ihr auch nochmal einige Dokumente nach Amerika schicken. Der Studis-Ausdruck muss vom Akademischen Auslandsamt übersetzt werden, da eine eigene Übersetzung von Chicago-Kent nicht anerkannt wird. Diese offizielle Übersetzung des Transcript of Records kann bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ebenso benötigt ihr das Financial Affidavit (eine Erklärung eurer Bank, dass ihr über ausreichende finanzielle Mittel für euren Aufenthalt verfügt) und eine Kopie eures noch über den Aufenthalt hinaus gültigen Reisepasses, damit Kent die Visa Vorbereitungen treffen kann.

 

Sehr wichtig ist auch das Formblatt des Health Centers des IIT. Dort müsst ihr bestimmte Impfungen eintragen und von eurem Hausarzt bestätigen lassen. Welche Impfungen das sind hängt teilweise auch von eurem Alter ab. Die meisten Impfungen hat man aber als Deutscher sowieso als Kind bekommen, daher keine Sorge. Ebenso benötigt ihr einen Tuberkulose Test, um in den USA studieren zu können. Ich rate davon ab, diesen in den USA zu machen, sondern würde empfehlen, ihn bereits zu Hause machen zu lassen. Mein Hausarzt konnte das benötigte Blutabnahme-Set bestellen und damit konnte ich den Test direkt dort machen. Es ist wichtig, dass ihr einen Bluttest macht! Der Hauttest wird vom IIT nicht anerkannt. Euer Arzt soll dem Labor am besten auch gleich sagen, dass es sehr wichtig ist, dass die Ergebnisse auf Englisch sind. Das war bei mir ein großes Hin und Her und hat mich einige Nerven gekostet. Das Health Center möchte eine Kopie bzw. einen Scan des Laborergebnisses und akzeptiert diesen nur auf Englisch. Meine Krankenkasse hat alle Impfungen und auch den Test übernommen, die Kosten können sich aber auf 50 bis 100 € allein für den Tuberkulose Test belaufen.

 

2. Krankenversicherung

Als Student seid ihr verpflichtet in den USA bei einer amerikanischen Versicherung krankenversichert zu sein. Am Chicago-Kent College ist die Standard KV AETNA, bei der ihr automatisch registriert werdet. Diese kostet $ 800 pro Semester. Um diese hohen Kosten zu umgehen könnt ihr online einen Antrag stellen, die Uni-KV zu „waiven“. Dies gelingt, wenn ihr eine gleichwertige amerikanische Krankenversicherung abschließt. Hier empfehle ich die ISO Health Insurance, welche für ein Semester ca. $ 450 gekostet hat. Das Waiven ist ein bisschen kompliziert, am Schluss ist es die Ersparnis aber wert. Letzten Endes hat das Waiven bei allen geklappt, die ich kenne. Ihr müsst euch nur rechtzeitig darum kümmern, da man den Antrag nur bis zu einem bestimmten Zeitpunkt stellen kann.

Trotzdem würde ich eine deutsche Auslandskrankenversicherung abschließen, nur um auf Nummer sicher zu gehen. Die amerikanischen Versicherungen decken sehr wenig ab, mir war v.a. ein Krankenrücktransport nach Deutschland wichtig, falls doch Schlimmeres passiert. Ich war bei der Würzburger und habe die TravelSecure4Students Exklusiv abgeschlossen. Solltet ihr in Deutschland privatversichert sein, könnt ihr bzw. eure Eltern dann auch versuchen bei eurer deutsche KV eine sog. Ruheversicherung zu erreichen und zu Hause Geld sparen.

 

3. Visum

Das Visum könnt ihr beantragen, nachdem Kent euch registriert hat. Ihr müsst das DS-160 Formular ausfüllen und die sog. SEVIS- und Antragsgebühr online bezahlen, was sich auf ca. 320 € beläuft. Das Ausfüllen erfordert ein wenig Zeit und auch Sorgfältigkeit, da man schnell etwas falsch ausfüllt. Der Online-Antrag ist auch nicht bei jedem Bewerber gleich. Nachdem ihr das Formular eingereicht habt könnt ihr im selben Portal einen Termin ausmachen, den ihr im Generalkonsulat in München wahrnehmen müsst. Der Termin dort ist halb so wild – das Interview hat 5 min gedauert.

 

4. Flug

Das Semester beginnt für Austauschstudenten in Chicago schon drei Wochen vor dem Fall Semester, was einige Zeit früher ist als an den anderen Partneruniversitäten. Wir sind bereits am 28.07.17 losgeflogen, da unsere Orientation bzw. der Einführungskurs schon am 31.07.17 begann. Das war nicht ganz optimal, da wir zu Hause einige Klausuren nicht mehr mitschreiben konnten. Unser Flug hat um die 900 € gekostet, da Ende Juli/Anfang August in Bayern natürlich Hauptreisezeit ist. Ihr solltet auf jeden Fall ein paar Tage vor Beginn der Orientation ankommen, um euch etwas mit der Stadt und den Wegen vertraut zu machen.

 

5. Wohnen

Wir haben in den Canterbury Court Apartments in Gold Coast gewohnt. Gold Coast ist ein sehr sicheres Viertel, was zwei Blocks vom Sandstrand entfernt liegt. Mein Apartment war im 14. Stock, weshalb es etwas ruhiger war als Wohnungen, die weiter unten oder direkt zur Straße lagen. Die „Studios“ haben eine Kochnische, einen begehbaren Kleiderschrank, Bad und ein relativ großes Zimmer zum Schlafen/Arbeiten/Essen. Alles in allem war ich wirklich zufrieden mit der Unterkunft, da die Lage einfach nicht zu toppen ist. Das Gebäude an sich ist sehr alt, aber die Hausmeister bemühen sich wirklich, wenn man mal Probleme in der Wohnung hat.

Viele andere Austauschstudenten aus Norwegen, Schweiz, Georgien, China usw. haben in den Canterburies gewohnt. Das fand ich auch ziemlich cool, da man zwar seine eigene Wohnung hatte, dennoch im selben Gebäude wie viele Freunde gewohnt hat.

Die U-Bahn (L-Train) liegt 5 min Fußweg von den Canterburies entfernt. Es gibt einen riesigen Supermarkt direkt an der U-Bahn Haltestelle und auch einige Pubs und Restaurants in der nahen Umgebung. Zur Magnificent Mile braucht man etwa 12 Gehminuten, obwohl auch ein Bus direkt am Lake Shore Drive (2 min zu Fuß) fährt.

Die Miete in den Canterbury Court Apartments muss immer bis zum 10. des Monats in bar oder per Scheck bezahlt werden. Das ist ziemlich mühsam, da man mehrmals Geld abheben muss, um die $ 1175 Miete zu bezahlen. Da aber direkt nebenan eine Chase Bank und eine Bank of America ist, muss man zumindest keine weiten Wege zurücklegen.

Ein paar Freunde von uns wohnten in den Tailor Lofts. Darunter versteht sich ein riesiges Gebäude mit WGs. Man hat nur Mitbewohner des gleichen Geschlechts und kann sich auch nicht aussuchen, mit wem man die Wohnung teilt. An sich sind die Wohnungen sehr groß, hell und neu. Die Tailor Lofts befinden sich im Viertel West Loop – ein Szeneviertel mit Charme und einigen coolen Lokalen. Für eine detailliertere Beschreibung verweise ich auf Ines’ Erfahrungsbericht aus 2016.

 

6. Leben und Alltag in Chi-Town

Chicago ist eine tolle Stadt ­– und vor allem ist sie unterschätzt! Chicago hat einen Sandstrand, super Shoppingmöglichkeiten, ein pulsierendes Nachtleben und vor allem viel Kultur im Vergleich zu anderen amerikanischen Städten.

Das Leben in amerikanischen Großstädten ist um ein Vielfaches teurer als das in Deutschland. Anfangs ist schon allein der Lebensmitteleinkauf bzw. der Preis an der Kasse sehr erschreckend, allerdings gewöhnt man sich an die Preisdifferenz. Bitte lasst euch von den ganzen Kosten nicht zu sehr beeinflussen denn ihr seid nur einmal im Auslandssemester in den USA!

Ich war nur zwei Mal bei ALDI, da es mir doch ein bisschen zu weit von der Wohnung entfernt war. Empfehlenswert ist Jewel Osco direkt an der Redline, 2 Blocks von den Canterburies entfernt. Wer gerne bio und sehr hochwertige Lebensmittel einkauft, ist bei Plum Market in der Wells St gut aufgehoben.

Die Apps Uber und Lyft sind (meiner Meinung nach) essentiell, da man z.B. mit Uber Pool schnell und super günstig von A nach B kommt. Vor allem nachts empfehle ich NICHT mit der U-Bahn zu fahren, sondern Uber oder Lyft vorzuziehen. Better safe than sorry!

Grundsätzlich braucht ihr in den USA auf jeden Fall mindestens eine Kreditkarte. Ich hatte drei dabei und war letztendlich auch froh darum. Manchmal wird aufgrund verdächtiger Transaktionen, zu hohen Auszahlungen am Automaten oder Ähnlichem die Karte vorübergehend oder vollkommen gesperrt. Dann ist man auf jeden Fall froh, wenn man noch auf eine andere Karte ausweichen kann. Auch bei Arztbesuche muss man in Vorleistung gehen, wofür man ebenso eine Kreditkarte benötigt.

Bei Amazon Prime könnt ihr übrigens eine kostenlose sechs monatige Probe Prime-Mitgliedschaft abschließen.

    

Ein paar Anregungen, wie ihr eure Freizeit in Chicago verbringen könnt:

  • Cloud Gate aka The Bean!!
  • Open Air Konzerte und Filme, Jazz Festival usw. im Jay Pritzker Pavilion im Millenium Park
  • Museen (Field Museum, Art Institute, ...): Free Admission Days beachten!
  • Chicago Air and Water Show im August
  • Feuerwerk am Navy Pier mittwochs und samstags den ganzen Sommer bis Anfang September
  • In der Signature Lounge im 96. Stock des Hancock Towers einen Cocktail schlürfen und im Willis Tower in 412 m Höhe auf einer Glasplattform über den Straßen der Loop stehen
  • Chicago Cultural Center
  • Lincoln Park Zoo (kostenlos)
  • Diverse Sportveranstaltungen besuchen (Cubs im Wrigley Field, Bulls im United Center, Chicago Fire im Toyota Park, Bears im Soldier Field oder Northwestern Wildcats in Evanston), es war so cool die amerikanische Sportszene mitzuerleben!
  • Ice Skating im Millenium Park
  • Movie Pass, für $ 9,90 so oft im Monat ins Kino gehen, wie man will, AMC DINE-IN 600 North Michigan Ave
  • Chicago Symphony Orchestra
  • River Cruise
  • Garfield Conservatory an regnerischen oder kalten Tagen
  • Konzerte und Stand Up Comedy Shows (Laugh Factory)
  • Christkindlmarkt am Daley Plaza

Empfehlenswerte Gastronomie (food is life):

 

Gold Coast:

  • 3 Arts Club Cafe Dearborn St: Frühstück/Brunch
  • Hopsmith Tavern Divison St: Montags Cheese Burger mit Pommes für $ 5
  • Blue Door Kitchen & Garden Elm St: gehobene Preisklasse, sehr lecker
  • Lou Malnati’s an mehreren Standoten in der Stadt: Deep Dish Pizza
  • Velvet Taco, State St: Tacos, v.a. nach dem Feiern eine gute Adresse

 

West Loop:

  • The Allis, Green Street: Frühstück/Brunch/Lunch
  • Chicken & Farm Shop, Green Street: Burger, Chicken, Mac’n’Cheese
  • Green Street Smoked Meats, Green Street: Fleisch overload

Old Town:

  • Broken English Tacos, Wells St: Mexikanisch, Tacos
  • Kamehachi, Wells St: Japanisch, sehr guter Service
  • Declan’s Irish Pub, Wells St: Immer gut für einen Absacker zu später Stunde

Weitere gute Anlaufstellen:

  • Stan’s Donuts & Coffee, Damen Ave: Donuts & Coffee ;-)
  • Portillo’s Hot Dogs Ontario St, River North: Chicago Style Hot Dogs
  • Sushi Para II Clark St, Lincoln Park: Sushi All You Can Eat
  • Apogee Cocktail Bar, Erie St, River North/Near North Side: Spektakuläre Cocktails
  • Cindy’s Rooftop Bar, Michigan Ave, Loop: Super schöne Aussicht über den Millenium Park

      

7. Chicago Kent-College of Law – Uni Leben

Die Law School ist abgegrenzt vom Rest des IIT und liegt sehr zentral in Downtown in der Loop. Durch die direkte Nachbarschaft zur Union Station und Willis Tower gibt es viele Möglichkeiten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln an die Uni zu kommen. Vor allem im Winter fährt man gerne mit dem Bus.

Das Gebäude der Law School ist wirklich schön: es gibt überall Sessel, die zum Verweilen einladen, eine Cafeteria, einen Gaming Room und Bibliothek.

 

Viele meiner Kommilitonen mussten für ihre Kurse teure Bücher anschaffen. Glücklicherweise benötigte ich in keinem meiner Kurse ein Buch und habe mir so viele hundert Dollar gespart.

 

In den ersten drei Wochen findet die Orientation statt. Da werden viele offene Fragen geklärt und man kann auch in diesen drei Wochen seine Kurse für den Rest des Semesters wählen. Zu beachten ist hier, dass man für den einjährigen LLM bestimmte Kurse belegen muss. Hier rechtzeitig informieren welche Kurse für euren speziellen LLM Pflicht sind. Für den International Law LLM braucht man Introduction to the Anglo-American Legal System, Legal Writing for Internationals und Comparative Law.  


Die erste Woche des Semesters ist die sog. Add and Drop Week, in der man am besten alle Kurse besucht, die einen interessieren. In dieser Woche kann man noch neue Kurse wählen und auch Kurse, die sich als uninteressant entpuppen, ablegen. In der Orientation wird man an die amerikanischen Datenbanken Westlaw und LexisNexis herangeführt.

 

Um den Status als full time student zu bekommen, muss man mindestens 12 credits belegen. Empfehlenswert ist eine Belegung von 12 bis maximal 15 credits. Die Clinics klingen zwar spannend, allerdings rate ich von einer Teilnahme an einer Clinic aufgrund des wirklich sehr hohen Arbeitsaufwands und clinic duties ab, wenn man nur für ein Semester in Chicago ist.

 

Eine Info noch zum Studentenleben am Chicago-Kent College of Law: Es herrscht Anwesenheitspflicht! Manche Professoren lassen die Anwesenheit durch Unterschrift feststellen, manche merken sich schlichtweg Gesichter. Grundsätzlich kann man zwischen zwei und vier Mal (abhängig vom Kurs und Professor) pro Semester fehlen. Ihr seid auf jeden Fall gut beraten, wenn ihr euch bei den Professoren per Email vorher und rechtzeitig abmeldet. Aber keine Sorge, es gibt auch einige Feiertage unter dem Semester. Zum Reisen bleibt auf jeden Fall genug Zeit!

 

Nun zu meinen Kursen:

 

Introduction to Anglo-American Legal Systems, Prof. Decatorsmith: 2 Credits

Der dreiwöchige Einführungskurs schneidet alle wichtigen Themen des anglo-amerikanischen Rechts an und bietet somit einen guten Überblick, was einen während des Semesters erwartet. Prof. Decatorsmith ist auch ziemlich mitreißend und freundlich. Am Ende der drei Wochen findet ein open book exam statt, das echt machbar war und sehr gut bewertet wurde. Der Kurs findet jeden Tag für ca. 2-4h statt. Man hat also noch genug Zeit sich mit der Stadt vertraut zu machen.

 

Contract Law for Internationals, Dean Harris: 3 Credits

Ein Kurs über amerikanisches Vertragsrecht bei Dekan Harris. Man „soll“ viele, viele Fälle lesen und Dean Harris ruft auch nach Zufallsprinzip auf. Der Kurs ist ein bisschen langweilig, weil man jeden Fall Ewigkeiten durchkaut. Man muss ihn zu Hause lesen, dann frägt Harris noch darüber aus. Der Kurs war auch meine größte Vorlesung mit über 60 Leuten. Man kann den Kurs auch mit wenig Aufwand gut bestehen, deshalb ist er prinzipiell empfehlenswert – letztendlich meiner Meinung nach allerdings nicht der interessanteste Kurs. 

 

International Trade, Prof. Cho: 3 Credits

Dieser Kurs behandelt das Recht der WTO. Der Kurs ist ganz anders als alle deutschen Vorlesungen, die ich bisher gehört habe. Er ist sehr empfehlenswert, wenn man sich für internationales Wirtschaftsrecht interessiert. Man behandelt viele interessante und auch teilweise lustige Fälle. Prof. Cho ist nicht der charismatischste Professor, dennoch bin ich meistens gerne in seinen Kurs gegangen, weil Prof. Cho auch einen gewissen Humor hat. Mit der Anwesenheit war er auch nicht ganz so streng, auch wenn wir nur ca. 35 Studenten waren. 

 

Legal Writing for Internationals, Prof. Keller-Schick: 3 Credits

In Legal Writing lernt man das, was der Name schon sagt: juristisches Schreiben. Der Kurs hat einen hohen Arbeitsaufwand, man wird aber auch mit viel Wissen belohnt. Dies war der Kurs, der mir persönlich am meisten für die Zukunft gebracht hat. Auch wenn man etwa alle zehn Tage etwas Schriftliches bei Prof. Keller-Schick abgeben muss und davon auch von Zeit zu Zeit genervt ist, lernt man unglaublich viel dazu. Außerdem beherrscht man die amerikanische Zitierweise nach diesem Kurs wirklich gut. Man muss bspw. Client Letter, Contract und Memo schreiben und bekommt auf alles Noten.
Prof. Keller-Schick hat immer ein offenes Ohr und hilft einem, so gut es geht. Ihre Unterrichtsmaterialien sind auch super. Keine Angst! Auch wenn man anfangs bei jeder neuen Aufgabenstellung denkt, man kann das niemals schaffen und versteht nur Bahnhof: wir haben es alle mehr oder weniger gut geschafft und viel dazu gelernt!

 

Advertising & Marketing Law, Mr. Gordon & Mr. Newman: 2 Credits

Mein Lieblingskurs! Diesen Kurs belegt man hauptsächlich mit amerikanischen Kommilitonen. Er behandelt im Großen und Ganzen Werbe- und Marketingrecht. Ein sehr amerikanischer Kurs, den ich wirklich empfehlen kann. Sehr spannend und praktisch. Man lernt auch viel über die amerikanische Kultur, weil sich in Amerika irgendwie alles um Werbung und Kommerz dreht. Die Klausur ist ein take home exam, für das man die vollen zwei Wochen Klausurphase Zeit hatte und welches maximal fünf Seiten haben durfte. Völlig machbar und selbst die Klausur hat Spaß gemacht, weil das Thema so interessant war.

 

Nun noch zum Schluss: Chicago ist eine super tolle Stadt mit vielen Möglichkeiten! Wer es nicht einmal versucht, einen Platz zu bekommen, wird es bereuen. Die Kosten und Mühen sind es wirklich wert und die Zeit dort gibt einem den anfänglichen Stress 10-fach zurück.

Noch ein kleiner Tipp: O’Hare ist ein riesiger Flughafen mit guter Erreichbarkeit direkt aus der Stadt, von dem täglich hunderte Flüge abheben. Nutzt diese Möglichkeit aus und entdeckt den Rest der USA! Ich war viele Wochenenden in verschiedensten Bundesstaaten unterwegs und hab tolle Eindrücke sammeln können.

 

Sollten noch Fragen aufkommen bin ich unter lauratheresa.sager@student.uni-augsburg.de gerne zu erreichen.

 

Viel Spaß!

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