1.      Bewerbungsphase

Nachdem ihr eure schriftliche Bewerbung beim Lehrstuhl Möllers eingereicht habt, werdet ihr zu einem Gespräch eingeladen. Das Gespräch findet auf Englisch statt und wird meist in kleinen Gruppen (ca. 4-5 Leute) geführt. Der Gesprächsinhalt kann über aktuelle politische Themen in den USA sein, aber auch über eure persönliche Motivation für dieses Austauschprogramm etc. Nachdem ihr das Interview beendet habt, erhaltet ihr kurze Zeit später eine E-Mail, in der ihr einer der Austauschunis zugeteilt werdet, später erhaltet ihr die Zusage auch noch per Post.

 

2.      Visum

Nachdem ihr euren Platz angenommen habt, solltet ihr euch zunächst um das Visum kümmern. Da ihr hierfür Unterlagen von eurer amerikanischen Uni benötigt, solltet ihr damit rechtzeitig anfangen. Neben dem Beantragen von mehreren Formularen, müsst ihr auch zu einem kurzen Gespräch ins Konsulat nach München. Dort werden eure Fingerabdrücke genommen und ihr habt ein kurzes Gespräch mit einem Beamten, der Näheres über den Grund eurer Reise erfahren will. Das Konsulat behält dann euren Pass ein und übersendet euch diesen innerhalb ca. einer Woche per Post mit dem Visum. Der Visumsprozess ist als solcher nicht sonderlich komplex, hat jedoch viele Formalien, die eingehalten werden müssen, weshalb man genug Zeit einplanen sollte.

 

3.      Flug

Beim Flug habt ihr recht viele Optionen und könnt je nach euren Präferenzen wählen. Ich bin mit Lufthansa direkt von München nach Los Angeles geflogen, was ca. 12 Stunden reine Flugzeit waren. Ich habe meinen Flug bereits im Februar gebucht, um unangenehme Überraschungen bei  einer Last Minute Buchung zu vermeiden. Der Flug war super und verlief problemlos.

 

4.      Sommerprogramm / Buddy

Bevor ihr in die USA fliegt, werdet ihr im Juli/August einem Studenten eurer Austauschuni zugeteilt, der das Sommerprogramm in Augsburg für 6 Wochen macht. Ich kann euch nur empfehlen die Gelegenheit zu nutzen und bereits erste Kontakte zu knüpfen. Dadurch, dass eure Buddies meist von der Uni sind, an die ihr geht, haben sie oft wertvolle Tipps. Unsere Gruppe hatte z.B. das große Glück, dass wir von unseren Buddies später in LA am Flughafen abgeholt wurden und uns somit nicht noch nach langer Anreise um ein Taxi o.ä. kümmern mussten. Während der 6 Wochen meldet sich in der Regel auch Professor Wendel bei euch, er ist der Verantwortliche für das Austauschprogramm an der Pepperdine University, und trifft sich mit euch, um euch ein wenig kennen zu lernen und erste Fragen zu beantworten. Professor Wendel und seine Frau sind der wohl wichtigste Kontakt, den ihr in den USA haben werdet. Sie bieten den Studenten meist auch an, bei ihnen für die ersten Tage zu wohnen, um einen bestmöglichen Start zu gewährleisten.

 

5.      Anreise zur Pepperdine University

Wenn ihr ankommt, könnt ihr in der Regel die erste Zeit bei den Wendels übernachten. Das ist auch dann sinnvoll, wenn ihr schon eure Wohnung habt, weil euch dabei geholfen wird ein Bankkonto zu eröffnen, einen Mobilfunkanbieter zu finden und auch die Autosituation zu klären.

 

6.      Wohnsituation

Ich habe mich von Anfang an entschieden on campus zu leben. Das Studentenwohnheim (George Page Apartments) ist direkt gegenüber von der Uni und ist in kleine Apartments unterteilt. Die Apartments sind für 4 Personen ausgelegt und man teilt sich einen Wohnbereich und ein Bad. Jeder hat ein eigenes Zimmer mit Schreibtisch und Bett. Das Wohnheim wurde vor kurzem erst renoviert und ist modern und sehr gut ausgestattet (https://community.pepperdine.edu/housing/seaver/living-areas/george-page.htm). Pepperdine ist ein dry campus, also Alkohol ist auf dem Campus nicht erlaubt, zudem sind die Apartments geschlechtergetrennt. Mir war während meines Auslandssemesters vor allem wichtig andere amerikanische Studenten kennen zu lernen und somit auch „gezwungen“ zu sein englisch zu sprechen. Wenn ihr im Wohnheim wohnt, ist es einfacher Leute kennen zu lernen und ihr wohnt echt nah an der Uni. Ob ihr das wollt, hängt auch davon ab, wie viel Uni ihr habt. Wir hatten 4 Tage die Woche Vorlesungen und das zum Teil bis 20 Uhr. Der Highway, den ihr Richtung LA nehmen müsst, ist verkehrstechnisch eine Katastrophe (und dabei spreche ich nicht nur von der gewöhnlichen rush hour), ihr könnt euch also gleich mal darauf einstellen überall mindestens 30 Minuten mehr einzurechnen. Wenn man vielleicht nur 2-3 Mal die Woche an die Uni muss, ist es eher ok jeden Uni-Tag im Stau zu stehen. Je mehr Uni ihr habt, desto eher rentiert es sich allerdings on campus zu wohnen. Unsere Gruppe hat komplett auf dem Campus gewohnt, allerdings in 3 verschiedenen Apartments. Das gab uns allen die Möglichkeit ein bisschen Abstand von Zeit zu Zeit zu bekommen, hat es aber auch sehr einfach gemacht Sachen gemeinsam zu unternehmen  und gleichzeitig neue Leute (unsere Mitbewohner und deren Freunde) kennen zu lernen.

 

7.      Kreditkarte

Ich habe zu Beginn meines Aufenthalts ein Bankkonto bei der Bank of America eröffnet. Ich hatte eine Kreditkarte von der DKB, mit der Bargeldabheben im Ausland umsonst war. Ich habe also das Geld mit der DKB Karte abgehoben und dann auf mein Bank of America Konto eingezahlt. Grundsätzlich ist ein amerikanisches Konto nicht unbedingt notwendig, allerdings ist es v.a. wenn ihr größere Summen (wie beispielsweise das Wohnheim etc.) bezahlen müsst von Vorteil, weil ihr in der Regel auf der DKB Kreditkarte ein Limit habt. Teilweise hatten wir auch Probleme direkt mit der DKB Karte zu bezahlen.

 

8.      Telefon

Pepperdine liegt relativ abgeschieden mitten in Malibu und man hat deshalb mit vielen Anbietern keinen Empfang. Man sollte sich deshalb informieren BEVOR man irgendeine Karte kauft, ob der Anbieter in dieser Region überhaupt Netz hat. ATnT hatte überall sehr guten Empfang, selbst in Las Vegas und am Grand Canyon. Ich hatte 1 GB Datenvolumen und unbegrenzte Anrufe und SMS in den USA für $30, was vollkommen ausreichend war, zumal ihr überall auf dem Campus Wifi habt.

 

9.      Auto

Professor Wendel hat uns auch dieses Jahr wieder bei der Autosuche unterstützt. Ein Auto ist zwingend (!!!) nötig in Kalifornien, da selbst der nächste Supermarkt vom Campus aus nur mit dem Auto zu erreichen ist. Auch für längere Trips ist ein eigenes Auto super. Wir haben dieses Jahr zusammen mit Professor Wendel ein Auto gekauft (VW Jetta), das nun als „Augsburg car“ auch für zukünftige Austauschstudenten der Uni Augsburg dienen soll. Ihr braucht euch also keine Gedanken wegen eines Autos machen und nicht auf Autosuche gehen, da Professor Wendel euch anbieten wird für das Semester das „Augsburg car“ zu benutzen. Ich kann euch nur dazu raten, dieses Angebot anzunehmen, da ihr schnell an ein zuverlässiges Auto kommt, das ihr am Ende des Semesters an Professor Wendel zurück geben könnt ohne euch Gedanken über einen Verkauf zu machen.

 

10.  Vorlesungen

Ich habe 7 Vorlesungen besucht, 3 davon hatten eine Abschlussklausur, 3 davon ein abschließendes Paper und eine hatte fortlaufend kleinere Wissensabfragen.

Grundsätzlich habt ihr die Möglichkeit Kurse am Straus Institute for Alternative Dispute Resolution zu besuchen und an der School of Law der Pepperdine University.

Die Kurse am Straus Institute besuchen in der Regel mehr internationale Studenten und die Klassen sind etwas kleiner. Die meisten Kurse haben ein Paper als Abschluss, was (je nachdem was euch mehr liegt) von Vorteil sein kann. Ich beginne hier mit den Straus Institute Kursen.

 

  • Legal Research and Writing (Prof. Park)

In diesem Kurs wird euch das Handwerkszeug für einen in den USA praktizierenden Anwalt beigebracht. Wie schreibt man ein Gutachten in einer Klausur, wie schreibt man eine E-Mail mit Rechercheergebnissen an einen Vorgesetzten etc. Der Kurs ist meiner Meinung nach sehr interessant und hilfreich, um einen Einblick in die Praxis zu erhalten. Der Kurs hat weder eine Klausur, noch ein Paper als Abschluss. Man bekommt nach jeder Klasse, welche zweimal die Woche stattfinden, eine kleine Hausaufgabe und hat zudem 3 größere Aufgaben über das Wochenende im Laufe des Semesters zu erledigen. Der Vorteil ist, dass ihr in der Klausurenphase mit dem Kurs fertig seid und keine weiteren Prüfungen ablegen müsst. Der Nachteil ist allerdings, dass ihr ständig kleinere Aufgaben erledigen müsst.

 

  • International Commercial Arbitration (Prof. Stipanowic)

International Commercial Arbitration hat ein Paper als Abschluss, dabei könnt ihr euch das Thema meist selbst aussuchen solange es mit der Thematik des Kurses zu tun hat. Der Kurs gibt einen Einblick in Arbitration und wie es in internationalen wirtschaftlichen Streitigkeiten als Streitschlichtungsmethode verwendet werden kann. Ihr müsst zudem 3 Aufgaben übers Wochenende machen, in denen ihr Fragen zu den Readings beantworten müsst. Wenn ihr die sokratische Methode weniger schätzt und euch die Thematik interessiert, ist der Kurs definitiv eine gute Wahl.

 

  • Negotiation (Prof. Weston)

Negotiation war mit Abstand einer meiner Lieblingskurse, da euch hier verschiedene Verhandlungsmethoden in einem sehr interaktiven Kurs beigebracht werden. Professor Weston ist sehr daran interessiert, dass ein jeder einzelne Student mit einbezogen wird und gestaltet ihre Vorlesung sehr ansprechend. Auch diese Vorlesung hat ein Paper als Abschluss, wobei man sich wieder vorlesungsbezogen ein Thema aussuchen durfte. Zudem musste man jede Woche eine kleine Zusammenfassung der letzten Stunde abgeben, was allerdings kein Hexenwerk war. Negotiation war auf alle Fälle eine Vorlesung, die euch auch Wissen vermittelt, was außerhalb der Universität gut angewendet werden kann.

 

  • Introduction to US Law (Prof. James)

Wie der Name schon sagt wird euch in diesem Kurs das amerikanische Recht näher gebracht. Die Constitution der USA steht dabei im Vordergrund und die amerikanische Wertabwägung in der Rechtsprechung wird euch erklärt. Ich kann diesen Kurs nur empfehlen, da er euch auch Prinzipien, auf die in anderen Kursen zurückgegriffen wird, erklärt und euch einen guten Einstieg ermöglicht. Professor James mag am Anfang eine sehr eigenwillige Lehrmethode haben, da er sehr enthusiastisch bezüglich seines Lehrmaterials ist und zudem sehr interessiert an der Meinung der Studenten ist; aber man gewöhnt sich schnell an ihn und hat sehr unterhaltsame Vorlesungen bei ihm.

 

Nun zu den Vorlesungen an der School of Law selbst, diese haben meist eine Abschlussklausur. Zudem sind die Vorlesungen größer und ihr müsst euch darauf einstellen, dass meist Leute mit euch im Raum sitzen, die schon länger in der Law School sind und deshalb mehr Vorwissen haben als ihr.

 

  • Immigration Law (Prof. Hill)

In Immigration Law erklärt Professor Hill, wie ihr bestimmte Visa in den USA erhalten könnt und was unter Umständen zur Beendigung von einem Visum führen kann oder wann man überhaupt kein Visum erhält etc. Der Kurs war richtig spannend und ist unserem Rechtssystem relativ ähnlich, weil viel mit dem Gesetz gearbeitet wird. Die Klausur ist auch open book, was bedeutet, dass ihr alle Hilfsmaterialien mitnehmen könnt. Dieser Kurs ist zudem gut zum Ausgleich von eher schwierigeren Vorlesungen.

 

  • Remedies (Prof. Schultz)

In Remedies wird erklärt welche Rechtsmittel bei Rechtsverstoß in den USA für einen Kläger erhältlich sind. Der Kurs ist sehr anspruchsvoll und hat ein sehr hohes Arbeitspensum. Allerdings wird durch die Art wie Professor Schultz den Stoff vermittelt, selbst die staubigste Thematik interessant und verständlich. Solltet ihr die Möglichkeit haben Professor Schultz als Professor in einer Vorlesungen zu haben, dann wählt bitte diesen Kurs! Denn selbst wenn der Kurs noch so schweres Material zum Inhalt hat oder ihr um 8 Uhr morgens dort hingehen müsst (oder beides), wird Professor Schultz sicher gehen, dass ihr es nicht bereuen werdet! Auch Remedies hat eine Abschlussklausur, die aber machbar ist.

 

  • Wills, Trusts and Estates (Prof. Wendel)

Das amerikanische Erbrecht hat wieder den Vorteil, dass sehr systematisch mit dem Gesetz gearbeitet werden kann und es deshalb für uns leichter zu verstehen ist. Professor Wendel ist ein begnadeter Professor und hat eine sehr gute Methode um Wissen zu vermitteln. Der Kurs hat ebenfalls eine Abschlussklausur, allerdings ist es nicht erlaubt Gesetzesauszüge in die Klausur mitzubringen. Dennoch ist durch den sehr strukturierten und sehr gut erklärten Inhalt eine gute Vorbereitung auf die Klausur gut möglich. Ich kann deshalb nur empfehlen eine Vorlesung von Professor Wendel zu besuchen.

 

Ich hoffe, ich konnte euch einen guten Einblick in das bevorstehende Auslandssemester an der Pepperdine University vermitteln. Ich wünsche euch viel Spaß und kann euch jetzt schon versprechen, dass ihr eine unvergessliche Zeit haben werdet!

 

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