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Glückwunsch an alle, die eine Zusage für ein Auslandssemester an der School of Law der Pepperdine University erhalten haben. Das wird die beste Zeit eueres Lebens mit unvergessliche Erfahrungen! Allen anderen kann ich nur empfehlen, dass Ihr euch auf jeden Fall bewerbt, Ihr werdet es nicht bereuen.

 

 

Austauschprogramm

Gleich vorweg: Im Rahmen des Austauschprogramms wird euch ein Student von Pepperdine als Tandempartner zugeteilt, der im Juni nach Augsburg kommt. Ihr solltet den Studenten bei der Wohnungssuche und weiteren organisatorischen Dingen unterstützen. Es ist wirklich kein großer Aufwand und ihr könnt hier schon die ersten Kontakte knüpfen. Außerdem lohnt es sich auch für euch, da euer Tandempartner eure Hilfe sicher nicht vergessen wird und euch einigen Aufwand ersparen kann. Unsere Tandempartner haben uns unter anderem vom Flughafen in LA abgeholt.

 

 

Visum

Für euren Aufenthalt in den USA als Student benötigt ihr ein F1-Visum. Hierfür bekommt ihr von der Pepperdine University Unterlagen per Post zugesendet, die Ihr ausfüllt und zurücksenden müsst. Zusätzlich ist eine Checkliste enthalten, die euch die einzelnen Schritte bis zur Einreise in die USA genau erklärt und angibt wo Ihr welches Formular findet. Zunächst müsst Ihr anhand eines Kontoauszuges nachweisen können, dass Ihr für die anfallenden Kosten eueres Aufenthaltes genügend Geld zur Verfügung stehen habt. Fragt am besten bei eurer Bank nach, ob sie euch eine Kontoaufstellung in Englisch ausstellen können (falls nicht, ist das glaube ich auch kein Problem) Nachdem Ihr die Unterlagen an die Pepperdine zurückgesendet habt, erhaltet Ihr nach ein paar Tagen ein I-20 Formular. (WICHTIG: gut aufbewahren, da ihr es bei der Einreise am Flughafen vorweisen müsst.). Anschließend könnt Ihr das Formular DS-160, einen Online-Fragekatalog zu eurer Person ausfüllen. Des Weiteren müsst Ihr die sogenannte SEVIS-Gebühr in Höhe von etwa 200$ bezahlen und online einen Termin beim Konsulat in München ausmachen (Kosten hierfür etwa 100$). Ich kann nur empfehlen, dass Ihr versucht, einen der ersten Termine in der früh zu bekommen, da hierdurch die Wartezeit deutlich verkürzt wird. Achtet darauf, dass Ihr alle Unterlagen, die erforderlich sind mit zum Konsulat nehmt. Nachdem euch dort ein paar Fragen gestellt und Fingerabdrücke genommen werden, lasst Ihr euren Reisepass dort. Den Pass mit Visum bekommt Ihr dann nach ein paar Tagen per Post zugesendet.

 

Versicherung

Als Krankenversicherung habe ich aufgrund eines Tests der Stiftung Warentest die Auslandskrankenversicherung der HanseMerkur ausgewählt. Diese ist zwar vergleichsweise teuer (ca. 420 Euro für 5 Monate) jedoch wollte ich gerade bei einem Aufenthalt in den USA auf Nummer sicher gehen. Des Weiteren habe ich noch die Reiserücktrittsversicherung der Würzburger abgeschlossen.

 

 

Kreditkarte

Ich habe mir vor meiner Reise eine Visa Kreditkarte der DKB besorgt um in den USA kostenlos Bargeld abzuheben und kostenlos mit Karte zu bezahlen. Die Gebühren für den Auslandseinsatz werden einem am Monatsende automatisch erstattet. Dabei sollte man beachten, dass einem diese Konditionen nur als Aktivkunde (im ersten Jahr oder bei Gehaltseingang) zukommen. Ansonsten zahlt man aktuell 1,75% Gebühr für den Auslandseinsatz.

Zusätzlich habe ich noch ein Konto bei der Bank of America (BoA) beantragt und eine Visa Debit-Karte erhalten, mit der man kostenlos bezahlen und abheben kann. Die Kontoeröffnung ist sehr einfach (30 min). Die Kontoführung ist allerdings nur bis zur Beendigung des 24. Lebensjahrs kostenlos (danach etwa 12 Dollar pro Monat). Filialen der BoA waren weit verbreitet, eine befindet sich gleich in Malibu, 5 min von der Uni entfernt. In der Filiale kann man das Konto jederzeit auch wieder ohne großen Aufwand schließen. Vor allem wenn Ihr On-Campus wohnt und die Miete per Einmalzahlung zahlen müsst, lohnt sich das BoA-Konto.

 

Flug

Je früher man seinen Flug bucht, umso günstiger ist er. Jedoch solltet Ihr auf jeden Fall abwarten, bis Ihr euer Visum erhalten habt, bevor Ihr bucht. Des Weiteren solltet Ihr euch zuvor an der Pepperdine University erkundigen, wann die Launch Week (eine Art Orientierungswoche, bevor die Vorlesungen starten) beginnt. Die Launch-Week ist sehr empfehlenswert, da man hier erste Kontakte knüpfen kann und einem der Einstieg leichter fällt.

Meinen Flug habe ich online bei STA-Travel gebucht, die oftmals auch gute Studentenrabatte anbieten. Das Reisebüro von STA in der Augsburger Innenstadt kann ich leider nicht empfehlen, da hier leider oftmals Daten vertauscht wurden. Alles in allem war der Flug günstiger als bei anderen Anbietern. Geflogen bin ich mit Britisch Airways bzw. American Airlines von München mit einem kurzen Zwischenstopp in London für etwa 900,- € hin und zurück. Achtet darauf, dass Ihr nicht zu spät abends am Flughafen in LA landet und plant auch noch eine Stunde für die Immigration ein. Möglicherweise bietet euch dann euer Tandempartner an, euch vom Flughafen abzuholen; und außerdem entgeht ihr so dem Berufsverkehr von LA.

 

Wohnen

Aufgrund von Erfahrungsberichten aus den Jahren zuvor habe ich mir anfangs überlegt, mir eine Wohnung Off-Campus in Santa Monica zu suchen, um somit näher an LA zu wohnen. Ihr solltet wissen, dass der Campus in etwa 30 Minuten entfernt von Santa Monica liegt und zu der Vorlesung somit immer gependelt werden muss. Hinzu kommt auch noch der für LA typische Berufsverkehr im Morgen und am Nachmittag, der nicht unterschätzt werden sollte.

 

Da ich schnell feststellen musst, dass die Wohnungspreise in der Gegend um Santa Monica jährlich immer stärker angestiegen sind, habe ich mich am Ende doch für das Wohnen On-Campus im Wohnheim George Page entschieden und mir somit auch das andauernde Pendeln erspart. Das Wohnheim liegt direkt neben der Law School. Man benötigt zu den Vorlesungsräumen in etwa 5 min zu Fuß. Um einen Platz im Wohnung zu bekommen, solltet Ihr euch schon ein paar Monate (genauer Termin auf der Homepage[1]) vor Semesterbeginn über das Housing Portal anmeldet. Dann bekommt Ihr auch mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Zimmer. Das Wohnheim hat für ein ganzes Semester $7.100 gekostet. Bei der Anmeldung müsst Ihr eine Kaution in Höhe von $500 Euro überweisen. Der restliche Betrag ist dann ein paar Wochen nach Semesterbeginn in voller Höhe fällig.

Ich würde jederzeit wieder im Wohnheim einziehen, da man mit amerikanischen Jurastudenten zusammenwohnt, schnell neue Kontakte knüpft, Erfahrungen austauschen kann und auch einige Tipps bekommt. Meine Mitbewohner waren sehr hilfsbereit und es gab nie Probleme. In einem Appartement wohnen meist 4 Personen zusammen, wobei jeder sein eigenes Zimmer hat. Gemischte Appartements sind nicht gestattet. Hinzukommt, dass Besucher des anderen Geschlechts euer Appartement spätestens um 1 Uhr nachts zu verlassen haben. Auf dem ganzen Campus herrscht Alkoholverbot und somit auch im Wohnheim. Im Wohnheim gibt es auch mehrerer Waschküchen mit Trockner die für 1-2 $ benutzt werden können.

 

Einkaufen

Einkaufsmöglichkeiten erreicht ihr in 5 min mit dem Auto in Malibu: Supermarkt (Ralphs), Drogerie (CVS), Bank of America usw. Für den Supermarkt lohnt es sich auf jeden Fall eine Kundenkarte zu beantragen, um ordentlich Geld zu sparen. In Thousand Oaks (20 min) gibt es außerdem noch einen Target sowie einige Einkaufszentren.

Solltet Ihr auf der Suche nach Kleidung sein, kann ich nur das Outlet in Camarillo empfehlen. Plant allerdings die Zollbeschränkungen (Reisefreimenge) mit ein. Wir waren für einige Schnäppchen auch am Black Friday dort. Wer ein typisch amerikanisches Erlebnis haben möchte, sollte schon um Mitternacht dort sein.

 

Handy-Karte

Wir haben uns alle eine Sim-Karte von AT&T (Prepaid) in einem der vielen Stores besorgt, da die Netzabdeckung besser ist als zum Beispiel bei Sprint. Dabei kann man zwischen Micro oder Nano Sim-Karten wählen. Ein neues Handy müsst Ihr euch also nicht anschaffen. Auch werden verschiedene Tarife angeboten. Ich habe für 40$ pro Monat 6 GB Datenvolumen, kostenlose SMS und Anrufe ins amerikanische Netz gebucht (alternativ: 1GB für 30$). Da ich Auto-Pay aktiviert habe, wurde die Gebühr monatlich von meinem BoA Konto abgebucht. Vor eurer Abreise habe ich einfach nur die Auto-Pay-Funktion deaktiviert; eine extra Kündigung war nicht erforderlich.

 

Auto

In LA/Malibu gibt es kaum bzw. keine öffentlichen Verkehrsmittel. Zwar dreht ein Bus auf dem Campus seine Runden, mit dem Ihr in etwa alle 10 min kostenlos zur Post, zum Gym oder Pool fahren könnt. Jedoch empfiehlt es sich langfristig, vor allem wenn längere Trips geplant sind, sich ein Auto anzuschaffen,

Für die erste Woche haben wir ein Auto gemietet. Zwar ist die Versicherung für Fahrer unter 25 in den USA meist teurer, wenn Ihr allerdings einen Mietwagen über check24.de bucht, ist die Jungfahrergebühr oft inklusive. Das Vermieterunternehmen vor Ort war in unserem Fall dann Budget.

Nach der ersten Woche haben wir uns dann zu viert ein Auto gekauft. Bevor Ihr euch ein Auto kauft, solltet Ihr dieses jedoch unbedingt von einem Mechaniker eures Vertrauens durchchecken lassen, um böse Überraschungen zu vermeiden. Prof. Wendel hat uns dabei seinen Mechaniker empfohlen.

 

Uni

Euren Stundenplan erstellt Ihr schon einen Monat vor eurer Ankunft online. Die Fächer wählt Ihr über das Portal Wavenet aus. Falls man einen LL.M. anstrebt, empfiehlt es sich, möglichst viele Kurse im ersten Semester zu belegen (maximal 18 Credits). Dementsprechend steigt natürlich auch der Arbeitsaufwand. Falls Ihr schon wisst, welchen LL.M. in anstrebt, wählt am besten auch gleich die Fächer entsprechend. Für die Fächer vom Straus Institute könnt Ihr euch nicht über Wavenet anmelden. Professor Wendel war uns bei der Anmeldung dieser Fächer behilflich. Die Abschlussklausuren könnt Ihr entweder auf Papier oder am Laptop absolvieren. Ich empfehle hierbei den Laptop zu wählen, da man meist schneller Tippen und Fehler gezielt ausbessern kann.

 

Ich habe 7 Fächer bzw. 17 Credits gewählt:

 

  • Wills,Trust und Estate (Exam, 4 Credits), WT&E (Erbschaftsrecht) habe ich bei Professor Wendel belegt. Am Ende des Semesters gab es eine vierstündige Abschlussklausur mit Multiple Choice Fragen und zwei Fällen, die jeweils in Form eines Aufsatzes bearbeitet werden mussten. Die Erklärungen von Professor Wendel waren immer gut verständlich und der behandelte Stoff sehr interessant. Besonders hervorheben möchte ich den Aufbau seiner Vorlesung, der mir das Lernen sehr erleichtert hat.
  • Remedies (Exam), Remedies (Anspruchsziele) war meiner Meinung nach der schwierigste Kurs, was vor allem daran lag, dass mir die Grundkenntnisse über Torts gefehlt haben und es sich dabei um reines Case Law handelt. Professor Schultz ist aber ein super Dozent, der seinen Unterricht sehr abwechslungsreich und lustig gestaltet. Er war uns sehr behilflich und hat uns bei all unseren Fragen weitergeholfen. Der Kurs fand zweimal in der Woche a 1 ½ Stunden statt. Ich kann nur jedem ans Herz legen, einen Kurs bei Professor Schultz zu belegen (aber vielleicht nicht unbedingt Remedies).
  • Immigration Law (Exam). Der Kurs wurde von Frau Hill unterrichtet, fand einmal in der Woche (2 Stunden) statt und bietet Einblicke in das amerikanische Einwanderungsrecht. Ich hatte von Anfang an sehr großes Interesse am Kurs und wurde nicht enttäuscht. Da Frau Hill auch als Anwältin tätig ist, könnte sie uns immer wieder von ihren Erfahrungen im Beruf erzählen können, was oft sehr amüsant war.
  • Legal Research and Writing (Homework, written and oral exercises). Dieser Kurs wurde von Professor Park unterrichtet und ist als eine Art Methodenkurs zu verstehen. Vor allem für die Examen der anderen Kurse, insbesondere bezüglich des Prüfungsschemata war das Gelernte hilfreich (es geht aber auch ohne). Allerdings müssen wöchentlich Hausaufgaben erledigt werden, die mal größer und mal kleiner ausfallen. Das solltet ihr bei eurer Freizeitplanung berücksichtigen.
  • Negotiation (Final Paper). Da dieser Kurs sehr interaktiv ist und viele Rollenspiele in kleinen Gruppen durchgeführt wurde, kann ich den Kurs nur wärmstens empfehlen. Angeboten wird er vom Straus Institut und unterrichtet von Professor Weston. Abgesehen vom Final Paper wurden hin und wieder Hausaufgaben oder Übungen benotet. Die Wahl des Themas für das Final Paper stand uns im Rahmen der Vorlesung frei.
  • Arbitration Theory and Practice (Final Paper). Professor Stipanowich unterrichtet den Kurs, der ebenfalls vom Straus Institut angeboten wird. Inhalt der Vorlesung sind die Grundkenntnis zur außergerichtlichen Streitbeilegung durch ein Schiedsgericht. Zusätzlich zum Final Paper (70 %) mussten wird dreimal als Hausaufgabe Fragen anhand des Buches beantworten. Das Thema für das Final Paper durfte man sich im Rahmen der Vorlesung selber aussuchen.
  • Introduction to US Law (Final Paper). Der Kurs wird ebenfalls vom Straus Institut angeboten und von Professor James unterrichtet. Da dieser Kurs Teil einiger LL.M. Programme ist, waren auch viele internationale Studenten vertreten. Dadurch ergaben sich oft interaktive Diskussionen, die sehr aufschlussreich waren. Im Kurs werden die unterschiedlichsten Themen behandelt. Zu Thanksgiving hat Professor James alle Studenten des Kurses zu sich nach Hause eingeladen. Das Thema für das Final Paper durfte man sich im Rahmen der Vorlesung ebenfalls selber aussuchen, es musste allerdings ein Rechtsvergleich sein.

 

[1] https://community.pepperdine.edu/housing/law/

 

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