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Was ist der Jessup?

 

Die Philip C. Jessup International Law Moot Court Competition ist der älteste und nach der Teilnehmerzahl weltweit größte studentische Wettbewerb im Völkerrecht. Jedes Jahr nehmen mehr als 500 Universitäten aus über 80 Ländern an dem Wettbewerb teil.

Der „Jessup“ simuliert eine Gerichtsverhandlung vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag. Die Teams der teilnehmenden Universitäten, die normalerweise aus vier bis fünf Studierenden bestehen, treten als Parteivertreter in einen fiktiven Fall auf. Die Richterbank ist mit Professoren, Richtern und anderen Praktikern besetzt. Der gesamte Wettbewerb findet in englischer Sprache statt.

 

Ablauf

 

Der Wettbewerb erstreckt sich in der Regel von der vorlesungsfreien Zeit des Sommersemesters bis zum Ende der Vorlesungszeit des Wintersemesters.

 

Die Teilnehmer werden in einer Bewerbungsrunde im Juli ausgewählt. Nach einer Vorbereitungsphase beginnt im September die Bearbeitungszeit mit Ausgabe des Falles durch die International Law Students Association (ILSA). Zunächst verfassen die Teams Schriftsätze, die sog. „Memorials“, jeweils für die Kläger- und Beklagtenseite. Nach Abgabe der Schriftsätze im Januar werden Plädoyers („Pleadings“) für die nationale Vorausscheidung vorbereitet, die jährlich wechselnd von verschiedenen deutschen Universitäten oder Institutionen veranstaltet wird. Die drei besten Teams qualifizieren sich schließlich für die Endausscheidung in Washington, D.C.

 

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Bewertung und Punktevergabe

 

Memorials und Pleadings werden von den Richtern auf einer Punkteskala von 50 bis 100 Punkten - für die sog. „Raw Points“ - bewertet. Dabei werden insbesondere die Kenntnisse des anwendbaren Rechts, der Umfang und der methodisch korrekte Umgang mit Rechercheergebnissen, die Struktur der Ausführungen und im mündlichen Bereich das Zeitmanagement gewichtet und bewertet. Jedes Team kann so insgesamt 900 „Raw Points“ pro Runde erreichen, 600 für die Pleadings, 300 für die Memorials.

 

Die in einer Runde erzielten „Raw Points“ der gegeneinander antretenden Teams werden in einem festgelegten Verfahren miteinander verglichen. Nach bestimmten Kriterien werden aus diesem Vergleich die sog. „Round Points“ errechnet. Es sind insgesamt neun Round Points zu vergeben, sechs für die Pleadings, drei für die Memorials. Das Team mit der höheren Anzahl „Round Points“ gewinnt den Vergleich.

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Video

 

Im Folgenden finden Sie zwei Videos, die Ihnen einen kleinen Einblick in den Wettbewerb geben:

 

https://www.youtube.com/watch?v=-u5Xcpa0big

 

https://www.youtube.com/watch?v=5s08-F3xLrU

 

 

Warum Jessup? – oder: Was wir Ihnen bieten

 

  • Fremdsprachenausbildung: Der gesamte Wettbewerb findet in englischer Sprache statt. Sie perfektionieren Ihre fachbezogene Ausdrucksfähigkeit in englischer Sprache.

     
  • Völkerrecht: Sie erwerben und vertiefen in vergleichsweise kurzer Zeit belastbare Völkerrechtskenntnisse, die Ihnen eine wertvolle Grundlage für die Schwerpunktprüfung bieten können.

     
  • Praxisbezug: Bereits während des Studiums erhalten Sie Einblicke in die anwaltliche Arbeitsweise.
     
  • Rhetorik- und Argumentationstraining: Sie üben, wie man einen Schriftsatz anfertigt, kreative Lösungsansätze für seine Partei entwickelt und überzeugend seine Argumente vor Gericht vertritt.
     
  • Networking: Der Wettbewerb eröffnet die Chance, wertvolle Kontakte zu den beteiligten Vertretern aus Wissenschaft und Praxis (insbesondere internationale Anwaltskanzleien, internationale Organisationen, Auswärtiges Amt) zu knüpfen.
     
  • Teamwork und Spaß: Die Teilnahme am Jessup ist eine Herausforderung, die zusammenschweißt. Der Jessup Spirit, der Teams auch lange nach Ende des Wettbewerbes zusammenhält, ist legendär.
     
  • Während des gesamten Wettbewerbes werden Sie durch den Lehrstuhl betreut. Ihnen werden in mehreren Crash-Kursen die theoretischen und praktischen Fähigkeiten vermittelt, die für den Wettbewerb erforderlich sind.

 

Voraussetzungen für die Teilnahme

 

Teilnahmeberechtigt sind alle Studierende, die noch keinen akademischen Abschluss erworben haben. Das Programm richtet sich an Studierende der Rechtswissenschaft, einschließlich des Bachelorstudienganges Rechts-und Wirtschaftswissenschaften.

 

Sollten Sie bereits einen berufsqualifizierenden Abschluss erworben haben, müsste ggfs. die Zustimmung des Veranstalters für die Teilnahme eingeholt werden.

 

Daneben sollten Sie folgende Voraussetzungen mitbringen:

 

  • Interesse an völkerrechtlichen Fragen (Vorkenntnisse sind nicht zwingend)
  • gute Englischkenntnisse in Wort und Schrift
  • Fähigkeit zur Teamarbeit
  • Ausreichende zeitliche Kapazität

 

Der Jessup und das Studium

 

Im Rahmen der Jessup Competition kann eine Leistung der universitären Schwerpunktprüfung im Fach „Völkerrecht“ erbracht werden.

 

Daneben kann für die Teilnahme an der Jessup Competition eine sog. „Freischussverlängerung“ nach § 37 JAPO gewährt werden. Diese Verlängerung kann unseres Wissens nach nicht zusätzlich zu einer aus der Teilnahme an der Fachspezifischen Fremdsprachenausbildung erworbenen Freischussverlängerung gewährt werden.

 

Die Jessup Competition ist ein umfangreicher Wettbewerb, der die volle Aufmerksamkeit der Teilnehmer verlangt. Potentielle Teilnehmer sollten sich darauf einstellen, am regulären Veranstaltungsbetrieb nur eingeschränkt teilnehmen zu können.

Lehrstuhlinhaber
Prof. Dr. Thilo Rensmann, LL. M. - Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Völkerrecht und Europarecht

Kontakt Sekretariat:

Tel.: +49 (0) 821 598-4571

eMail: sekretariat.rensmann@jura.uni-augsburg.de

 

Sprechzeiten:

Montag: 10:00-12:00

Dienstag bis Donnerstag: 10:00-17:00

Freitag: 10:00-12:00

 

Gebäude H - Zimmer 2046

 

 

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