Tagung "Zwischen Vielfalt und Zusammenhalt"

Podiumsdiskussion mit 4 Personen am Tisch
© Universität Augsburg

Prof. Dr. Johannes Grössl sprach in der historischen Seidlvilla in München auf der Tagung "Zwischen Vielfalt und Zusammenhalt: Interreligiöse Bildung als Ressource für Demokratiebildung", die gemeinsam vom Geschwister-Scholl-Institut der LMU München und dem Institute for International Cooperational, Technolgoical Diplomacy and Communication (ICI) organisiert wurde. 


In seinem Vortrag plädierte Grössl dafür, dass interreligiös Dialog nicht primär als Vergleich von Religionen oder als Bewertung anderer Glaubensrichtungen verstanden werden dürfe. Stattdessen soll er, wo dies möglich und sinnvoll ist, problemorientiert geführt werden. Ausgehend von der Einsicht, dass die eigene religiöse Tradition nicht alle intellektuellen Probleme und praktischen Herausforderung allein lösen kann und sich aus verschiedenen Gründen weiterentwickeln muss, könne interreligiöser Dialog als Chance verstanden werden, das Verständnis der eigenen religiösen Tradition zu vertiefen.


Beispielsweise kann man auch als katholischer Christ anerkennen, dass die eigene Tradition historisch Schwierigkeiten hatte, sich mit Demokratie und Religionsfreiheit zu versöhnen. Ein problemorientierter interreligiöser oder interkonfessioneller Dialog würde hier ansetzen und fragen: Welche ähnlichen Herausforderungen gibt es in anderen Traditionen im Verhältnis zwischen Religion und Staat? Wie werden diese dort bearbeitet? Und lassen sich aus diesen Lösungsansätzen Impulse für die eigene Tradition gewinnen – und umgekehrt?


In einer Podiumsdiskussion mit dem Titel "Interreligiöser Dialog als gesellschaftliche Praxis: Formen, Erfahrungen, Perspektiven" wurde das Thema gemeinsam mit dem Penzberger Imam Benjamin Idriz sowie dem Leiter des Hauses der Religionen in Hannover Prof. Dr. Wolfgang Reinbold diskutiert. 

 

 

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