Martin Baier - Die Kurienreformen der Neuzeit aus der Sicht des jeweiligen Kirchenverständnisses (Arbeitstitel)

Die päpstliche Verwaltung, auch Römische Kurie genannt, kann als älteste bürokratische Verwaltungseinheit beschrieben werden, die den Lauf der Geschichte beinahe unverändert überstanden hat. Viele ihrer Handlungsweisen entspringen einem Kirchenverständnis, das sich an jene Zeit anschließt, in der die Päpste ihr verliehenes Amt noch monarchistisch ausübten. Dies drückt sich besonders darin aus, dass weniger die Dienstfunktion der Kurie in den Vordergrund rückt. Vielmehr sieht sie sich als eine Art Aufsichtsbehörde, die die einzelnen Ortskirchen und Institutionen kontrolliert. An diesem Punkt möchte die wissenschaftliche Analyse ansetzen. Dabei soll in einem ersten Schritt ein historischer Rückblick auf die Entstehung der Kurie geleistet werden, der sich anschließend in einer Bestimmung, was „curia romana“ im ursprünglichen Sinn meint, entfaltet. Der zweite Teil spannt den Bogen vom Vorabend des Ersten Vatikanischen Konzils bis zu den konziliaren und nachkonziliaren Reformen Papst Paul VI. Dabei soll besonders hervorgehoben werden, dass die Leitung der Weltkirche nicht allein auf den Schultern des jeweiligen Papstes ruht. Vielmehr kann die Römisch-Katholische Kirche nur im Zusammenspiel von dezentraler und zentraler Verwaltung geleitet werden.

 

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