Der 13. Bayerische Tag der Lehre in der Medizin fand 2026 in Augsburg statt
„Ich als Ärztin/Arzt, ich als Lehrende/Lehrender - auch eine Frage der Haltung?“
Kann man gute Ärztinnen und Ärzte allein mit wissenschaftlicher Evidenz ausbilden?
Über diese Fragen haben wir mit 150 Teilnehmende und 2 ExpertInnen für Professionalisierung aus Erziehungswissenschaft und Pädagogik diskutiert. Im klinischen Alltag geht es nie nur um die Frage: Was sagt die Evidenz? Sondern immer auch um: Was ist für diesen Menschen in dieser Situation verantwortbar?
o Prof. Colin Cramer (Uni Konstanz/Päd. Hochschule Thurgau) und
o Prof. Eva Matthes (Uni Augsburg)
Ergebnis:
Im beruflichen Alltag stehen nicht nur Studien, sondern der individuelle Mensch, Diagnosen, Entscheidungen, Handeln unter Unsicherheit und letztlich ein professionelles Ethos im Mittelpunkt. Wissenschaft liefert Orientierung – Professionalität übernimmt Verantwortung.
Das Spannungsfeld entsteht genau dort, wo sich beide Perspektiven begegnen:
- Die Disziplin fragt: Was ist wissenschaftlich gesichert?
- Die Profession fragt: Was ist in dieser konkreten Situation verantwortbar und hilfreich?
Ärztinnen und Ärzte in der Medizinischen Ausbildung bewegen sich täglich zwischen diesen beiden Welten. Ihre Aufgabe besteht darin, nicht nur Wissen zu vermitteln, sondern Studierende dabei zu unterstützen, wissenschaftliche Erkenntnisse in verantwortungsvolles professionelles Handeln zu übersetzen.
Medizinische Lehre vermittelt deshalb mehr als Leitlinien und Wissen. Sie befähigt dazu, Evidenz mit zunehmender klinischer Erfahrung, ethischer Reflexion und den Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten zu verbinden, um Studierende auf dem zu verantwortungsvollen Angehörigen ihrer Profession zu unterstützen.
FAZIT : Wissenschaft erzeugt Wissen. Gute Lehre macht daraus verantwortungsvolle Ärztinnen und Ärzte.
Wo stehen wir heute?
TdL Teaser
Keynote-Speaker
Zwei Herzen in einer Brust? Professionelle Selbstverständnisse und die (ärztliche) Professionalisierung
Prof. Dr. Colin Cramer, Stiftungsprofessur für Erziehungswissenschaft an der Universität Konstanz und der Pädagogischen Hochschule Thurgau (Schweiz)
Prof. Cramer zählt zu den führenden Wissenschaftlern im Bereich der Professions- und Professionalisierungsforschung zum Lehrerinnen- und Lehrerberuf. Seine Arbeiten verbinden theoretische Zugänge mit empirischer Forschung und richten den Blick insbesondere auf Prozesse der Professionalisierung über die gesamte Berufsbiografie hinweg. Mit Beiträgen zu Professionstheorien, zur Entwicklung von Professionalität in der Lehrerbildung sowie zum Konzept der Meta-Reflexivität hat er die wissenschaftliche Diskussion über professionelle Entwicklung von Lehrpersonen maßgeblich mitgeprägt.
Didaktisches Ethos: unverzichtbar für die Lehre – und auch für die Arzt-Patienten-Interaktion?
Prof. Dr Eva Matthes, Lehrstuhl für Pädagogik an der Universität Augsburg und Ordinaria für Pädagogik
Prof. Dr. Eva Matthes gehört zu den führenden Vertreterinnen der erziehungswissenschaftlichen Professionstheorie und Lehrerbildungsforschung. Ihre Arbeiten beleuchten professionelle Handlungsmuster im Zusammenspiel mit institutionellen und strukturellen Rahmenbedingungen pädagogischer Berufe und erweitern diese Perspektive um Fragen der Bildungsmedienforschung. Damit leistet sie zentrale Beiträge zur Analyse von Professionalität im Bildungssystem und zur Weiterentwicklung der Lehrerbildung.
Allgemeine Kontaktinformationen:
Lehrstuhl für Medizindidaktik und Ausbildungsforschung
Lehrstuhlinhaber: Prof. Dr. med. Thomas Rotthoff, MME
Kontakt:
medizindidaktik@med.uni-augsburg.de
Adresse:
Lehrstuhl für Medizindidaktik und Ausbildungsforschung
Medizinische Fakultät
Universität Augsburg
Lehrgebäude
Am Medizincampus 2
86156 Augsburg
Postanschrift:
Lehrstuhl für Medizindidaktik und Ausbildungsforschung
Medizinische Fakultät
Universität Augsburg
Universitätsstraße 2
86159 Augsburg