Jüngste Veröffentlichungen von Mitgliedern des IEHHS

Von Marginalisierung, Migration, der Professional Identity Formation (PIF) in der Medizin, Umweltkrisen und Gesundheitsapps bis zu Verantwortung und Ethos: Die Mitglieder des IEHHS haben wieder wichtige Beiträge zu auch gesellschaftlich relevanten Themen veröffentlicht.

In diesem Beitrag wird kritisch untersucht, wie das Thema Marginalisierung in der Bioethik behandelt wird, wobei dessen Bedeutung, begriffliche Verwendung und Potenzial für eine weitere normative Theoretisierung analysiert werden. Durch die Untersuchung vorhandener Definitionen und der Art und Weise, wie Marginalisierung in der bioethischen Literatur auftritt, werden wiederkehrende Muster und begriffliche Lücken identifiziert.
 
  • Wild V (2026) A bio-psycho-social-planetary model of health and Iris Marion Young’s concept of responsibility as foundation for a medical ethos during environmental crises. Forthcoming GMS Journal for Medical Education, 43(3):Doc37. DOI: https://doi.org/10.3205/zma001831
Der Beitrag arbeitet die normative Dimension einer zeitgemäßen Professional Identity Formation (PIF) in der Medizin weiter aus. Es wird ein „Ethos der Verbundenheit“ entwickelt, das dazu beiträgt, die Integration von Umwelt- und Gesellschaftsdimensionen in die ärztliche Verantwortung und das ärztliche Ethos zu rechtfertigen.
 
  • Timmermann C, Wabnitz KJP, Schlögl-Flierl K, Wild V (2026) Physicians' ethical responsibilities in relation to the climate and further environmental crises: a review of academic publications. Medicine, Health Care and Philosophy. https://doi.org/10.1007/s11019-026-10339-1
Anhand einer Auswertung von Fachzeitschriftenbeiträgen haben die Autor:innen die verschiedenen Aufrufe an Ärzte und Ärztinnen erfasst, als Einzelpersonen und als Berufsgruppe Verantwortung im Zusammenhang mit der Klima- und anderen Umweltkrisen zu übernehmen.
 
  • Vollert G, Jansky B, Akif Ö, Wolf P, Wild V (2026) DiGA, Nicht-DiGA und Praxisrealität: Eine Fragebogenstudie zu Chancen und Herausforderungen von Gesundheits-Apps im Bereich der psychischen Gesundheitsversorgung. Der Nervenarzt. https://doi.org/10.1007/s00115-026-01955-6
Diese Fragebogenstudie untersucht die Einschätzung von Fachpersonal, welches in der psychischen Gesundheitsversorgung tätig ist, bezüglich Chancen und Herausforderungen digitaler Gesundheitsangebote. Dabei werden digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) und Nicht-DiGA (Apps und Webangebote ohne staatliche Regulierung und Rückerstattung durch Krankenkassen) berücksichtigt.
 
  • Langmann, E., & Goldberg, D. S. (2026). Ageism, Ableism, and Epistemic Injustice: tracing Absence and Construction in Bioethics and Public Health. The American Journal of Bioethics, 1–13. https://doi.org/10.1080/15265161.2026.2637062
Der Beitrag untersucht, wie Ageismus und Ableismus in Bioethik und Public Health zusammenwirken und warum ihre Verschränkung bislang zu wenig berücksichtigt wird. Im Zentrum steht die Frage, wie ageistische und ableistische Annahmen prägen, wessen Wissen zählt, wessen Bedürfnisse priorisiert werden und wie Versorgung und bioethische Diskurse strukturiert sind.
 

Jüngste Fortschritte in Genetik, Neurowissenschaften und künstlicher Intelligenz werfen zahllose Fragen auf: Wie weit dürfen wir lebende Organismen manipulieren? Um diesen Herausforderungen zu begegnen und Praktiken besser zu regulieren, wurden Ethikkommissionen eingerichtet. Was genau ist ihre Rolle? Wie arbeiten sie? Dieser Beitrag diskutiert den Umfang der Aufgaben von Ethikkommissionen.

  • Suzanne Metselaar, Ruth Horn, Gerben Meynen, Mehrunisha Suleman. The Oxford–Amsterdam Winter School: Analysing a Conference-Based Educational Model for Training Emerging Scholars in Bioethics. International Journal of Ethics Education 2026 (accepted for publication; manuscript number: IJOE-D-26-00037R1).

Dieser Artikel beschreibt und reflektiert eine innovative Bildungsinitiative, die Oxford–Amsterdam Bioethics Winter School - ein Kooperationsprogramm zwischen den Universitäten Oxford, Amsterdam und seit einigen Jahren auch Augsburg – bei der Studierende der Medizin und Bioethik kritische Analysen bioethischer Fachartikel vor einem Publikum präsentieren, dem unter anderem die Autor:innen dieser Artikel angehören, und dabei in einen direkten wissenschaftlichen Dialog treten. Die Winter School veranschaulicht, wie eine fortgeschrittene Ausbildung in Bioethik kritisches Engagement, wissenschaftliche Präzision und Selbstsicherheit sowie die Herausbildung einer akademischen Identität fördern kann – indem sie den Studierenden ermöglicht, Bioethik aktiv zu betreiben, anstatt sie lediglich zu studieren.

 

  • Eckenwiler L, Wild V, Gotlib A, Chung R, Zion D (eds) (2026) Forced Migration and Health Justice. Oxford: Oxford University Press
Der Band fokussiert auf die Themen Flucht, Gesundheit, Ethik und Gerechtigkeit. Die ersten drei Teile des englischsprachigen Buches – „Forced to Flee“,“Detention and Encampment,” und “‘Host’ Countries”– zeichnen die Wege von Migrant:innen nach. Der letzte Abschnitt des Buches, „Responsibilities for Justice", enthält Argumente für die Verantwortung von Staaten, internationalen Organisationen, Angehörigen der Gesundheitsberufe und der Zivilgesellschaft. Ebenfalls enthalten ist ein Anhang mit Abkommen und Konventionen zum Thema Gesundheit und Migration.
Der Booklaunch dazu fand in Kanada statt und war eine sehr schöne und emotionale Veranstaltung; hier geht's zu den Impressionen.

 

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