Vorträge „Faszination Mathematik und Physik” 2026
Hygieneschutznaßnahmen
Bitte beachten Sie die Einhaltung der zum Zeitpunkt der Veranstaltung geltenden Hygieneschutzmaßnahmen.
Veranstaltungsorte
Zeughaus Augsburg, Reichlesaal 116
Zeugplatz 4, 86150 Augsburg
Die Vorträge beginnen um 19:00 Uhr.
Der Eintritt zu diesen Vorträgen ist frei.
Flyer zur Vortragsreihe „Faszination Mathematik und Physik” 2026
Programm 2026
Kristallisierende Photonen – wenn aus Licht Materie wird
Donnerstag, 23. April 2026
Professor Dr. Francesco Piazza (Physik)
Licht und Materie sind zwei fast gegenteiligen Begriffe in unserer Welterfahrung: das nicht greifbare Licht aus Wellen und Strahlen, die feste Materie aus gebundenen Teilchen. Doch die Gesetze der (Quanten) Physik sehen keine fundamentalen Unterschiede zwischen den beiden, und moderne Experimente zeigen, dass sich unter bestimmten Bedingungen die Materie wie Licht und das Licht wie Materie verhalten kann. Lassen Sie sich durch diese Welt voller Überraschungen führen, sogar bis zum Punkt, wo das Licht so fest wie die Materie werden kann.
Wenn Spins rechnen lernen – Auf dem Weg zu skalierbaren Quantencomputern
Donnerstag, 2. Juli 2026
Professorin Dr. Mónica Benito (Physik)
Quantencomputer versprechen Rechenleistung jenseits unserer heutigen Computer – mit Anwendungen in Chemie, Medizin und darüber hinaus. Damit Quantencomputer ihr Potenzial entfalten, müssen einzelne Qubits besser werden und gleichzeitig Millionen von Qubits zusammenarbeiten – zuverlässige Hardware existiert bislang noch nicht. Da alle klassischen Computer auf Halbleiterchips basieren, liegt es nahe, auch Quantencomputer aus Halbleitern zu bauen. Qubits auf Basis des Elektronenspins sind besonders vielversprechend für große Quantencomputer. Auf diesem Weg lernen Spins zu rechnen – und entfalten Schritt für Schritt die Tricks, mit denen große Quantencomputer Realität werden.
Ordnung im Zufall – Warum große Systeme trotz Zufall vorhersagbar sind
Donnerstag, 22. Oktober 2026
Professor Dr. Markus Heydenreich (Mathematik)
Zufall ist ein sperriges Phänomen: Wir wissen nicht, was passiert, und meistens kommt es anders. Wie soll man da Vorhersagen machen? Erstaunlicherweise zeigt die Mathematik: Wenn viele einzelne Bestandteile zufällig handeln, entsteht auf großer Skala oft eine erstaunliche Ordnung. Im Vortrag gehen wir dieser Idee anhand von Zufallsgraphen nach – mathematischen Modellen für Netzwerke, deren Struktur zufällig entsteht. Obwohl ihre Bausteine scheinbar chaotisch verbunden sind, folgen solche Netzwerke universellen Gesetzmäßigkeiten. Die Theorie der Zufallsgraphen wurde bereits in den 1960er Jahren begründet, hat aber besonders in den letzten Jahrzehnten an Bedeutung gewonnen. Anhand anschaulicher Beispiele zeigen wir, welche Phänomene aus Technik und Gesellschaft sich mit Zufallsgraphen beschreiben lassen, und welche universellen Prinzipien dabei gelten.
Wie Mathematik nachhaltige Mobilität antreibt: Optimierung für emissionsfreie Busflotten
Donnerstag, 26. November 2026
Professorin Dr. Elisabeth Gaar (Mathematik)
Der Verkehrssektor und insbesondere emissionsfreie Mobilität spielen eine zentrale Rolle auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz. In diesem Vortrag zeigen wir, wie mathematische Optimierung dabei helfen kann, grundlegende Fragen systematisch zu beantworten, zum Beispiel: Wie viele Fahrzeuge werden tatsächlich benötigt? Wie oft müssen sie geladen werden? Und wie kann der Energieverbrauch so gering wie möglich gehalten werden, ohne den Fahrplan zu verändern? Wir werden zeigen, we mathematische Modelle und deren optimale Lösungen als Entscheidungshilfe für Verkehrsunternehmen und öffentliche Auftraggeber dienen. Die entwickelten Optimierungsansätze unterstützen konkrete Entscheidungen zur Wahl der emissionsfreien Antriebstechnologie und zur Festlegung der benötigten Busflottengröße. Der Vortrag zeigt, wie mathematische Optimierung nicht nur theoretisch, sondern ganz praktisch dazu beiträgt, nachhaltige Mobilität Schritt für Schritt umzusetzen.