Aktuelles Paper in Energy Policy veröffentlicht

Future scenarios for the benefit of battery storage in the German day-ahead electricity market

Thomas Gottfried und Gernot Müller

Die Volatilität der Strompreise in Deutschland hat seit 2022 einen beispiellosen Anstieg erlebt, und der anhaltend rasche Ausbau erneuerbarer Energien wird diese Entwicklung voraussichtlich weiter verstärken. Das jüngste Aufkommen von Großbatteriespeichern (BESS) soll die Volatilität abmildern und wettbewerbungsfähige Strompreise bei hohen Anteilen erneuerbarer Energien ermöglichen. Dieses Paper quantifiziert die Auswirkungen von BESS auf den Day-Ahead-Strompreis (DA) im Rahmen einer Backtesting-Simulationsstudie unter Verwendung ökonometrischer Methoden. Wir betrachten zwei Szenarien mit perfekter und unvollkommener Vorausschau und unterscheiden zwischen zwei Speichertypen. Unsere Berechnungen zeigen, dass ein zusätzlicher BESS-Speicher von 10 GWh den durchschnittlichen Strompreis im Jahr 2024 um 2,94 EUR/MWh und das 99 %-Quantil um 27,7 % gesenkt hätte. Umgekehrt führen selbst moderate Kapazitäten (wie 5 GWh) zu einer erheblichen Selbstkannibalisierung der BESS-Renditen. Dies impliziert einen fehlenden Investitionsanreiz für BESS, obwohl ein umfassender Ausbau von Stromspeichern zur Erreichung der Klimaziele unumgänglich ist. Dennoch könnten BESS die Effizienz des DA-Marktes aus einer ganzheitlichen makroökonomischen Perspektive verbessern. Allerdings wäre eine Änderung der Marktbedingungen erforderlich, um das Optimum zu erreichen. Unsere Ergebnisse motivieren zu einer Diskussion über öffentliche Subventionen für BESS sowie über die Einführung einer neuen Speicherumlage.

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