HOLOSEU
Kurzbeschreibung
Im Projekt HOLOSEU wird eine Plattform zur Entscheidungsunterstützung für die europäische Landwirtschaft entwickelt. Sie adressiert Defizite bestehender digitaler Plattformen, insbesondere die fehlende Integration von Boden- und Klimavariablen sowie von Umweltauswirkungen, die für nachhaltige landwirtschaftliche Praktiken wesentlich sind. Das bestehende Modell HOLOS-IE für die irische Landwirtschaft wird zu einem europäischen Modell weiterentwickelt. HOLOS-IE umfasst derzeit die Module Kulturpflanzen, Gräser, Viehzucht, Agroforstwirtschaft und Infrastruktur. Für HOLOSEU wird das Modell um zusätzliche Module wie Agrobiodiversität und Kreislaufwirtschaft erweitert, um landwirtschaftliche Szenarien europaweit umfassend abzubilden.
Vorhabenbeschreibung und -kontext
Das Einzelvorhaben der Universität Augsburg ist im europäischen Verbundprojekt HOLOSEU verankert, das im Rahmen des ERA-NET Co-Fund ICT-AGRI-FOOD 2024 Joint Call gefördert wird und einen direkten Beitrag zu Topic 3 „Smart decision-making and reflection systems in farming“ leistet. Das Ziel von HOLOSEU ist die Entwicklung einer europaweit einsetzbaren, datenbasierten Entscheidungsunterstützungsplattform für die Landwirtschaft. Ausgangspunkt ist das bestehende Modell HOLOS-IE für die irische Landwirtschaft, das bislang den Austausch von Kohlenstoffströmen zwischen landwirtschaftlichen Flächen und der Atmosphäre abbildet. Im Projekt HOLOSEU wird dieses Modell funktional und räumlich erweitert, um standortspezifische Boden- und Klimadaten, Umweltwirkungen sowie zusätzliche Module wie Agrobiodiversität und Bioökonomie zu integrieren. Damit ordnet sich das Gesamtprojekt klar in die Zielsetzung des Joint Calls ein, die Transformation von Agrar- und Ernährungssystemen durch interoperable digitale Werkzeuge, bessere Datennutzung und evidenzbasierte Entscheidungsprozesse voranzutreiben.
Der spezifische Beitrag der Universität Augsburg liegt in der Erweiterung des HOLOS-Modells um zwei bislang nicht abgebildete Dimensionen: Biodiversitätswirkungen und eine konsistente Lebenszyklusperspektive. Während HOLOS bisher primär klimabezogene Wirkungen auf der bewirtschafteten Fläche erfasst, adressiert das Teilvorhaben der Universität Augsburg die Notwendigkeit, Biodiversität als gleichrangige Nachhaltigkeitsdimension systematisch zu berücksichtigen. Ausgangspunkt ist die Biodiversity Value Increment (BVI)-Methode, die im Projekt weiterentwickelt und an die Anforderungen von HOLOSEU angepasst wird. Dazu gehört die Analyse zusätzlicher Biodiversitätsindikatoren, ihre Eignung zur Differenzierung von Landnutzungsarten und -intensitäten sowie die Prüfung einer Erweiterung um Aspekte wie Bodenbiodiversität.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Integration einer Lebenszyklusperspektive, die auch vor- und nachgelagerte Prozesse wie die Herstellung von Düngemitteln, Pflanzenschutzmitteln und Futtermitteln einbezieht. Dadurch werden außerbetriebliche Klima- und Biodiversitätswirkungen konsistent mit den betrieblichen Wirkungen integriert. Die Universität Augsburg unterstützt zudem die technische Integration der entsprechenden Rechenregeln und beteiligt sich an der Kalibrierung und Validierung der entwickelten Module. Damit stärkt das Teilvorhaben die ganzheitliche Nachhaltigkeitsbewertung innerhalb von HOLOSEU und leistet einen zentralen Beitrag zur Umsetzung intelligenter, datengetriebener Entscheidungssysteme im Sinne des ERA-NET-Programms.
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Ansprechpartner
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