Professor Erich Krautz-Preis für Dr. Tanja Schoger und Dr. Nicolas Färber

Die Stiftung der Universität Augsburg und das Institut für Physik der Universität Augsburg verleihen im Rahmen der Absolventenfeier den Professor Erich Krautz-Preis für das Jahr 2023 an Dr. Nicolas Färber für seine Dissertation "Die Rolle der Lipidordnung für zelluläre Funktionen" und für das Jahr 2024 an Dr. Tanja Schoger für ihre Disseration "Optical and dispersion forces experienced by spherical objects".

 

Dr. Nicolas Färber © Universität Augsburg

Der Erich Krautz-Preis für das Jahr 2023 wurde an Dr. Nicolas Färber verliehen. Mit diesem Preis würdigen die Stiftung und das Institut für Physik Nicolas Färbers herausragende experimentelle Untersuchungen von Phasenübergängen der Ordnung von Lipidmolekülen und deren Bedeutung für Transportprozesse an synthetischen und biologischen Zellmembranen. Insbesondere belegte er damit, dass auch sehr heterogene, biologische relevante Systeme, wie die Plasmamembran lebender Zellen, temperaturinduzierte Phasenübergänge und damit verbundene Änderungen ihrer Eigenschaften aufweisen. Wie vom artifiziellen Modellsystem der reinen Lipidmembranen abgeleitet, zeigen sich sowohl akute Änderungen dieser Phasenübergänge als auch durch Adaptionsprozesse entstehende Verschiebungen dieser Phasenübergänge über lange Zeit. Seine Arbeiten stellen auf diesem Themengebiet einen Durchbruch dar, da erst durch die Arbeiten von Herrn Färber diverse weiterführende Projekte unter Nutzung der Erkenntnisse und von ihm entwickelten Techniken gestartet werden konnten.

Sein Ausnahmetalent ist auch daran zu erkennen, dass er zusätzlich zu den beeindruckenden Ergebnissen zu biologischen Zellmembranen weiteres Anwendungspotenzial identifiziert und durch die, inzwischen Drittmittel-geförderte, Entwicklung eines Messgeräts adressiert hat: die optische in situ Stabilitätsuntersuchung von Lipidsystemen, insbesondere mRNA-basierte Impfstoffen.

Link zur Dissertation

 

© Universität Augsburg
Dr. Tanja Schoger © Universität Augsburg
Der Erich Krautz-Preis für das Jahr 2024 wurde an Dr. Tanja Schoger verliehen und im Rahmen der Absolventenfeier übergeben. Mit diesem Preis würdigen die Stiftung und das Institut für Physik Tanja Schogers herausragende theoretische Untersuchungen zum Einfluss elektromagnetischer Felder und ihrer Fluktuationen auf kugelförmige Objekte im Submikrometerbereich. Frau Schoger hat eine umfassende Analyse der Casimirwechselwirkung zwischen zwei kugelförmigen Objekten durchgeführt, die beispielsweise in Kolloiden oder in biologischen Systemen von Bedeutung ist. Zum anderen leistete sie Beiträge zum theoretischen Verständnis von Nanoteilchen in optischen Pinzetten und der in-situ-Bestimmung ihrer Eigenschaften wie Größe und Chiralität. Mit Beharrlichkeit und mathematischem Einfallsreichtum konnte Frau Schoger zu den wenigen analytisch exakten Resultaten zur Casimirkraft ein neues nichttriviales Resultat hinzufügen. Eine effiziente numerische Analyse am Beispiel perfekter elektromagnetischer Leiter ermöglichte Einsichten in das Auftreten einer abstoßenden Casimirkraft mit potenziellen technischen Implikationen.
Zu Nanoteilchen in optischen Pinzetten hat sie in enger Zusammenarbeit mit Experimentatoren einen wichtigen Beitrag zur Analyse experimenteller Resultate geleistet. Mit ihrer wissenschaftlichen Kreativität und großen methodischen Breite hat Frau Schoger so das Verständnis des Casimireffekts und von Nanoteilchen in optischen Pinzetten vorangebracht.
 
 
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